vergrößernverkleinern
Gonzalo Castro (l.) und Henrique sind nach der Pleite sichtlich enttäuscht © getty

Gegen die Bayern wurde Leverkusen auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Das Selbstvertrauen ist aber noch vorhanden.

Von Thorsten Mesch

Leverkusen - Es ist nicht mal zwei Wochen her, da reiste Leverkusen als Spitzenreiter Arminia Bielefeld.

Bayer verlor auf der Alm und damit auch die Tabellenführung.

Am Samstag folgte das 0:2 gegen den FC Bayern und schon finden sich die zuvor so hoch gelobten Rheinländer mit sechs Zählern hinter dem kurz zuvor noch punktgleichen Tabellenführer Hoffenheim auf Rang vier wieder.

"Es ist einfach schade, dass wir uns eine Super-Ausgangsposition kaputt gemacht haben", sagte Trainer Bruno Labbadia nach dem mutlosen Auftritt seiner Mannschaft gegen die Münchner.

"Haben unseren Meister gefunden"

Und der Coach gab zu: "Wir haben zum ersten Mal in dieser Saison unseren Meister gefunden."

Vor den Pleiten gegen Bielefeld und Bayern waren die Leverkusener eigentlich in jedem Spiel die bessere Mannschaft gewesen.

Unter dem Strich stehen nach 15 Spielen aber schon fünf Niederlagen zu Buche. Zu viele, um ganz oben mitspielen zu können.

Als hätte er das geahnt, hatte Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser schon vor der Bayern-Partie im Stadionheft erklärt: "Wir - Klubführung und sportliche Leitung - haben uns nie selbst zum Meisterschafts-Anwärter gemacht."

Hoeneß trifft den Kern

Das Thema dürfte sich vorerst unterm Bayer-Kreuz erledigt haben, stattdessen befürchten Skeptiker sogar schon ein Abrutschen wie in der vergangenen Saison. Da hatte das Team unter Michael Skibbe lange ganz oben mitgespielt, am Ende aber sogar die UI-Cup-Plätze verpasst.

"Leverkusen ist eine gute Bundesligamannschaft, die uns aber natürlich nicht das Wasser reichen kann", schob Bayern-Manager Uli Hoeneß nach dem souveränen Sieg noch eine verbale Breitseite hinterher.

Bayer habe den Makel, "dass es so lange für sie gut läuft, bis es eng wird". Deutliche, für manch einen hämische Worte, die dennoch den Kern treffen.

Das bestätigte Labbadia sogar. "Das ist der Unterschied zwischen einer sehr reifen Mannschaft wie den Bayern und uns", sagte er.

"Es ist wahnsinnig eng im Kampf ums internationale Geschäft. Wir stehen jetzt unter Zugzwang."

"In Zukunft passiert uns das nicht mehr"

In Leverkusen richtet man den Blick dennoch wieder nach vorn und gibt sich optimistisch.

"Die Niederlage ist überhaupt nicht schlimm", sagte Patrick Helmes. "Wir sind noch eine junge Truppe und lernen aus Fehlern. In Zukunft passiert uns das nicht mehr".

Bayer habe eine "überragende Vorrunde" gespielt, und "wenn wir jetzt noch sechs Punkte holen, werden wir noch den einen oder anderen Platz klettern", kündigte Helmes an.

Meisterschaftszug noch nicht abgefahren

Selbst der Meisterschaftszug sei noch nicht abgefahren, meinte der Nationalstürmer: "Ich sage mal, der Zug fährt ja noch ein bisschen. Wir versuchen, noch möglichst viele Punkte einzusammeln und dann sehen wir, was am Ende herauskommt."

Auch Kapitän Simon Rolfes glaubt an eine rasche Kehrtwende zum Positiven: "Man sieht ja, wie schnell so was gehen kann. Vielleicht geht es für uns ja genauso schnell wieder nach oben."

Dazu muss das Team aber am Samstag in Mönchengladbach und am letzten Hinrunden-Spieltag gegen Cottbus punkten, denn die Verfolger sitzen den Leverkusenern nun im Nacken.

Die letzten beiden Spiele vor der Winterpause "sollten wir schon gewinnen, damit wir eine ordentliche Ausgangsposition für nächstes Jahr haben", forderte Sportdirektor Rudi Völler.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel