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Srdjan Lakic (M.) tröstet seinen zukünftigen Kollegen Mario Mandzukic © getty

Ausgerechnet der Neu-"Wolf" trifft und stürzt den VfL in tiefe Abstiegssorgen. Magath ärgert sich über altbekannte Schwächen.

Wolfsburg - Spätestens nach dem Schlusspfiff schlugen bei Srdjan Lakic zwei Herzen in der Brust.

Beinahe väterlich nahm er seinen kroatischen Landsmann Mario Mandzukic in den Arm und spendete auch den anderen Wolfsburger Spielern Trost .

Beim Jubel in der Kaiserslauterer Fankurve stand er dann abseits und gedankenverloren, während seine Noch-Mitspieler Freudentänze aufführten. Srdjan Lakic - ein trauriger Held.

Der Stürmer schoss beim 2:1 (2:1)-Auswärtssieg (Spielbericht) den 1. FC Kaiserslautern zum endgültigen Klassenerhalt, gleichzeitig aber auch seinen künftigen Arbeitgeber VfL Wolfsburg weiter Richtung Zweite Liga 398846(DIASHOW: Der 33. Spieltag).

Und damit quasi auch sich selbst.

"Bin überzeugt, dass sie die Klasse halten

"Ich kann nicht sagen, dass ich überglücklich bin. Aber ich habe hier für den FCK gespielt und das gemacht, was ich die ganze Saison über gemacht habe", sagte Lakic, der nach seinem Ausgleichstreffer in der 25. Minute die Hände zu einem Gebet über den Kopf gefaltet hatte.

Leise, aber bestimmt versicherte der Stürmer später, dass er den Wechsel zur neuen Saison trotz der prekären Lage bei den "Wölfen" nicht bereue.

"Ich bin überzeugt, dass sie die Klasse halten. Ich freue mich auf die nächste Saison", sagte der Torschütze (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Lakic als "Top-Profi"

FCK-Trainer Marco Kurz brach nach der Partie eine Lanze für seinen Angreifer.

"Der VfL kann sich auf einen Top-Profi freuen. Er hat bis zum letzten Atemzug alles für seinen jetzigen Arbeitgeber gemacht. Das ist keine Selbstverständlichkeit", sagte Kurz bei LIGA total.

Wechsel auch in Liga zwei

Erste oder Zweite Liga - Vollprofi Lakic steht zu seiner Entscheidung und wird auf jeden Fall wechseln. Das bestätigte er nach der Partie bei LIGA total.

Angesprochen auf Felix Magaths Aussage, dass der 15-fache Torschütze auch zu zweitklassigen Wolfsburgern käme, sagte Lakic: "Wenn er das gesagt hat, sehe ich das auch so. Ich habe meine Zukunft selber gewählt, dazu stehe ich zu einhundert Prozent."

Seine Zeit in der Pfalz läuft dagegen mit dem Heimspiel am kommenden Samstag gegen Werder Bremen definitiv ab.

"Er hat sich Heldenstatus erkämpft"

"Mit seinem Tor gegen Wolfsburg hat er sich hier Heldenstatus erkämpft", sagte Mittelfeldspieler Christian Tiffert über Lauterns Toptorjäger.

Bei Lakic selbst sitzt jedoch der Stachel über die Anfeindungen einiger Fans nach der Bekanntgabe seines Wechsels im Januar noch immer tief.

"Diejenigen, die mich damals ausgepfiffen haben, sollten sich jetzt schämen", sagte der ehemalige kroatische U21-Nationalspieler.

Magath stinksauer

Einen Lakic hätte Wolfsburgs Trainer-Manager Felix Magath sicher gerne schon jetzt in seinem Kader. Es müssen aber andere richten - und Magath will keine Ausreden mehr hören, zumal der Meister von 2009 den Klassenerhalt noch immer in eigener Hand hat.

"Ich kann das Gerede von Druck und mentalen Problemen nicht mehr hören", polterte Magath und meinte mit Blick auf den "Abstiegskrimi" bei 1899 Hoffenheim: "Wir haben uns selbst in die Situation gebracht, am letzten Spieltag noch um den Klassenerhalt kämpfen zu müssen. Dieses Problem müssen wir nun lösen."

Kjaer und Friedrich patzen

Und zwar besser als gegen die Lauterer. Nach der frühen Führung durch Mandzukic (6.) hätten "einige Spieler gedacht, die Saison ist schon zu Ende", meckerte Magath. Vor allem das schlampige Verhalten bei Standardsituationen brachte ihn auf die Palme.

"Es ist mir unerklärlich, wie manche ihre Gegenspieler einfach weglaufen lassen können", sagte Magath und kritisierte damit indirekt seinen Millionen-Innenverteidigung Simon Kjaer und Arne Friedrich, die auch beim 1:2 durch Martin Amedick (44.) schlecht aussahen.

Lautern-Fans spotten

Die etwa 2000 mitgereisten Lauterer Fans bedachten den vielerorts ungeliebten Werksklub mit Hohn und Spott. "Absteiger, Absteiger!", skandierten die Anhänger aus der Pfalz und winkten dabei mit weißen Taschentüchern.

Euer Abschied aus der Bundesliga steht unmittelbar bevor, sollte das heißen. Srdjan Lakic konnte darüber nicht lachen.

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