In seiner SPORT1-Kolumne kommentiert Huub Stevens die Fan-Ausschreitungen in Frankfurt und lobt den Gladbacher Trainer.

Hallo Fußball-Freunde,

Das, was am Samstag in Frankfurt passiert ist, darf nicht geschehen. Der DFB ist jetzt gefragt, um Maßnahmen zu ergreifen.

Ich finde es allerdings schwierig, den gesamten Verein nach Fan-Ausschreitungen negativ darzustellen. Denn auch Eintracht Frankfurt wird nicht glücklich über die Vorkommnisse sein.

Das sind einzelne Fans, die enttäuscht sind, dann sollte man auch die Fans bestrafen.

In sportlicher Hinsicht kann ich Frankfurt wenig Hoffnung machen. Ich denke, dass Frankfurt direkt absteigt und Wolfsburg und Gladbach die Relegation unter sich ausmachen. Die beiden haben aber genügend Qualität, um sich dann gegen den Zweitligisten durchzusetzen und in der Bundesliga zu bleiben.

Für Christoph Daum hoffe ich zwar, dass Frankfurt noch die Rettung schafft. Aber wenn ich mir die Spieler in der Partie gegen Köln angesehen habe, war deutlich zu sehen, dass sie aufgegeben haben.

Wenn man sich dagegen Gladbach anschaut, die haben gegen Freiburg alles gegeben und haben jetzt die Chance, es in die Relegation zu schaffen oder sich sogar direkt zu retten.

Lucien Favre hat offenbar die richtige Rhetorik gefunden, um die Spieler zu motivieren. Die Gladbacher sind eine Mannschaft geworden, die kämpft und fightet.

Das werden sie auch beim nächsten Spiel in Hamburg machen.

Und darauf kommt es im Abstiegskampf an. Schöner Fußball ist da nicht gefragt.

Das ist genau das Wolfsburger Problem, mit dem sich Magath jetzt rumschlägt. Der VfL hat viel fußballerische Qualität, aber nicht die Qualität um zu kämpfen. Das sind sie nicht gewohnt.

Ähnliches gilt für Frankfurt. Die Eintracht hat in der Vorrunde hervorragenden Fußball gespielt, dann setzte es die ersten Rückschläge und sie haben es nicht mehr geschafft, eine Kehrtwende hinzubekommen.

Hinzu kamen interne Querelen mit Äußerungen von Spielern in der Öffentlichkeit. Das ist in einer solchen Phase natürlich schlecht.

Für die Bayern wird es trotz der Galavorstellung auf St. Pauli nicht mehr zu Platz zwei reichen. Sie werden zwar gegen Stuttgart gewinnen, aber Leverkusen wird sich die Champions-League-Qualifikation in Freiburg nicht mehr nehmen lassen.

Wie die Bayern gegen St. Pauli gespielt haben, war natürlich schön anzusehen. Aber da steckt immer noch viel van Gaal drin.

Jonker hat es doch leicht. Die Basis war von seinem Vorgänger gelegt. Jonker führt größtenteils diese Linie fort. Der entscheidende Punkt ist, dass die Spieler nun kein Alibi mehr haben.

Nun sind sie in der Verantwortung und können sich nicht mehr verstecken.

Wobei manche Mannschaften darauf auch negativ reagieren, weil sie mit dem Druck nicht umgehen können. Aber die Bayern können das.

Ich glaube aber, dass die Münchner auch mit van Gaal eine gute Schlussphase gespielt hätten. Van Gaal hatte mit viel Verletzungspech zu kämpfen, und einige Spieler haben nicht mehr verstanden, was er vorhatte.

Ich bin weiterhin der Meinung, dass van Gaal ein sehr guter Trainer ist. Ohnehin ist es ein Unterschied ob man einen "normalen" Bundesligaverein oder Bayern München trainiert.

Bis dahin,Euer Huub Stevens

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