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Der Sieg im Pokalfinale ist Schalkes letzte Chance auf das internationale Geschäft © imago

Nach fünf Pleiten in Folge ist S04 in Erklärungsnot. Jetzt zittert Schalke sogar vor Duisburg. Heldt und Rangnick toben.

Gelsenkirchen - Horst Heldt lächelte sauertöpfisch, in seinen Augen funkelte die Wut.

"Das darf nicht passieren. Das kann ich nicht akzeptieren. Das werden wir nicht hinnehmen!", sagte der Sportdirektor von Schalke 04 nach dem 1:3 (0:0) gegen den FSV Mainz 05 (Nachbericht) mit mühsam beherrschter Stimme. 398846(DIASHOW: Der 33. Spieltag)

Nur fünf Wochen nach dem triumphalen 5:2 bei den Superstars von Inter Mailand muss der Vizemeister sogar vor dem MSV Duisburg zittern. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Heldts Dreiklang war schon der verzweifelte Versuch, die schläfrige Mannschaft vor dem DFB-Pokal-Finale gegen den benachbarten Zweitligisten am 21. Mai in Berlin wachzurütteln.

Rangnick droht

Eines ist klar: Die Leistung vom Samstag wird Konsequenzen haben, die Analyse war nach der fünften Pflichtspiel-Niederlage in Serie schonungslos.

"Einige Spieler geraten erheblich in Erklärungsnot", sagte Heldt, und Trainer Ralf Rangnick schickte eine Drohung hinterher: "Wir werden genau hinschauen - bei jedem Spieler! Der Pokalsieg ist das absolute Ziel, er darf nicht gefährdet werden."

Schließlich ist er die letzte Chance auf den Europapokal.

"Die zweite Halbzeit war eine Frechheit"

Die erste Halbzeit bezeichnete der Trainer noch recht gnädig als "Sommerfußball", bei der Beschreibung der zweiten assistierte Manuel Neuer: "Die war eine Frechheit."

Die Luft ist raus, der Kader dennoch aufgebläht, es wird kein einfacher Sommer für Rangnick, der definitiv aussortieren wird.

Aber für eine Spontanheilung hatte er kein Rezept parat - außer dem Resetknopf: "Wir müssen alle Hebel umlegen und einen Neustart machen, das haben wir schon einmal geschafft."

Vielfältige Probleme

Das Problem: "Wir haben nur eineinhalb Wochen. " Wenig Zeit, die Festplatte zu löschen und ein neues Programm aufzuspielen.

Die Probleme sind vielfältig und "brutal ärgerlich", wie Rangnick genervt sagte. Das Umschalten funktioniere nicht, viele Spieler seien müde, selbst der große Raul wurde kritisiert. "Auch er schreit nicht Hurra, wenn er nach hinten arbeiten soll", sagte Rangnick.

Sein Fazit: "Bei einigen fehlt es im Kopf, bei anderen in den Beinen. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie es besser kann. Sie hat aber nicht im Naturell, es immer zu tun."

Das ewige Thema Neuer

Auch die ewige Diskussion um Nationaltorhüter Neuer ist sicherlich nicht förderlich. Sie sorgt für Unruhe, nervt den Trainer und spaltet die Fanszene.

Nach dem Abpfiff wurde Neuer, der wohl sein letztes Heimspiel für die Schalker absolvierte, ausgepfiffen.

Auf einem riesigen Transparent auf der Gegentribüne stand die Frage: "1000 Freunde im Stich gelassen - für emotionslose Titel und oberflächliche Lackaffen?"

"Niemand weiß, wie es weitergeht"

Es war eine neue Anspielung auf den bevorstehenden Wechsel zu Bayern München, der allerdings nach dem Spiel ausnahmsweise einmal kein großes Thema war.

"Es gibt keinen neuen Stand", sagte Rangnick leicht gequält, "es ist aber schon schwierig, dass niemand weiß, wie es weitergeht."

Es war ein Satz, der sich derzeit problemlos auf die gesamte Mannschaft übertragen lässt.

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