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Wolfsburg belegt mit 35 Punkten den 15. Tabellenplatz © imago

Felix Magath drillt die "Wölfe" mit ruhenden Bällen. Frankfurt kehrt die Scherben zusammen. Gladbach will noch mehr.

Von Christian Stüwe

München - Die Woche der Wahrheit begann für den VfL mit Standardsituationen.

Zwei Gegentore hatten die "Wölfe" am Wochenende bei der Heim-Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern (Bericht) nach ruhenden Bällen kassiert, was Trainer Felix Magath auf die Palme brachte.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dementsprechend ließ Magath seine Profis am Montag Standards üben, der Ärger über die Gegentore gegen die "Roten Teufel" war ihm dabei immer noch anzumerken. 398846(DIASHOW: Tops und Flops 33. Spieltag)

Durch die Niederlage verpassten die "Wölfe" einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt und müssen vor dem Auswärtsspiel in Hoffenheim als Tabellen-15. mit 35 Punkten weiter um den Liga-Verbleib zittern.

Winterkorn kündigt Einschnitt an

Auch wenn der Klassenerhalt gelingt, wird die aktuelle Situation nicht ohne Folgen bleiben.

Angesichts des desolaten Saisonverlaufs will VW-Chef Martin Winterkorn in der Sommerpause Konsequenzen ziehen. Ein tiefer Einschnitt ist geplant, Magath steht aber nicht zur Disposition.

"Wir werden die richtigen Konsequenzen ziehen, die Verpflichtung von Felix Magath war der Anfang", sagte der VW-Boss dem "kicker": "Der VfL Wolfsburg gehört nicht dahin, wo er zurzeit steht."

Auch der VW-Manager ärgerte sich über die Lautern-Pleite.

"Ich bin sehr enttäuscht", erklärte Winterkorn: "Nach dem 1:0 hat das Team nicht weitergespielt, nach dem 1:2 hat es sich im Prinzip aufgegeben. Ich hatte das Gefühl, die Mannschaft bäumt sich nicht mehr auf."

Schwindelgefühle bei Helmes

Immerhin glaubt Winterkorn aber noch an den Klassenerhalt: "Wir haben es zum Glück immer noch selbst in der Hand und können uns in Hoffenheim aus eigener Kraft retten. Felix Magath wird die richtigen Entscheidungen treffen."

Ob Patrick Helmes dabei wieder zu Einsatz kommen wird, ist offen. Am Montag verpasste der Stürmer das Training, genauso wie Josue und Diego.

"Patrick hat heute Morgen über Schwindelgefühle geklagt und war deshalb beim Arzt. Die anderen beiden sind zur Vorsicht nur gelaufen. Sie haben leichte muskuläre Probleme", sagte Magath.

Grafite als Hoffnungsträger

Doch auch die Leistung Helmes' gegen Lautern war alles andere als überzeugend. Winterkorn konnte sich einen Seitenhieb gegen den Winterpausen-Zugang nicht verkneifen.

"Gegen Kaiserslautern hat man gesehen, das ein Grafite einfach fehlt", erklärte der VW-Boss: "Wir hatten vorne zu viele Leichtgewichte."

In Hoffenheim wird der zuletzt gelbgesperrte Brasilianer zurückkehren - und zum Hoffnungträger der "Wölfe" werden.

SPORT1 zeigt, was bei den anderen Abstiegskandidaten los ist.

[kaltura id="0_313rwill" class="full_size" title="Keine Eintracht in Frankfurt"]

Borussia Mönchengladbach (16., 35 Punkte, Tordifferenz -17)

Die Borussia stand fast die ganze Saison unten drin, galt zwischenzeitlich schon als sicherer Absteiger.

Doch unter dem neuen Trainer Lucien Favre hat die Mannschaft wieder Fahrt aufgenommen, die Winterpausen-Zugänge haben eingeschlagen.

Einer von ihnen ist Mike Hanke. Der Stürmer erzielte am Wochenende gegen Freiburg (Bericht) seinen ersten Treffer und verhalf der Borussia so zum Sprung auf den Relegationsplatz.

Und mit dem Abstiegskampf kennt sich Hanke aus. Mit Wolfsburg und Hannover glückte ihm der Klassenerhalt.

Er kündigte bereits an, es im Falles des Liga-Verbleibs "richtig krachen" lassen zu wollen.

Marco Reus, der andere Torschütze gegen die Breisgauer, will sogar noch mehr.

"Wir müssen in Hamburg gewinnen, dann kann uns egal sein, wie Frankfurt spielt", sagte Reus: "Vielleicht ziehen wir dann sogar noch an Wolfsburg vorbei."

Eintracht Frankfurt (17., 34 Punkte, Tordifferenz -16)

Während bei Gladbach die Stimmung nach drei Siegen in Folge fast schon euphorisch ist, werden bei Eintracht Frankfurt nur die Scherben aufgekehrt.

Christoph Daum verzichtete darauf, den Spielern ihren freien Tag zu streichen, so dass am Montag kein Training stattfand.

Mit dem Abstieg scheinen sich die Hessen ohnehin schon abgefunden zu haben.

Wer wird neuer Trainer? Darf Heribert Bruchhagen weitermachen? Welche Spieler kommen, welche Spieler gehen in der Zweiten Liga? (ZUR MELDUNG: Daum entzaubert sich)

Diese Fragen beschäftigen die Eintracht vor dem abschließenden Spiel bei Meister Borussia Dortmund.

Nach den Ausschreitungen nach der Heim-Niederlage gegen Köln droht den Frankfurtern zudem eine saftige Strafe durch den DFB.

Sogar eine Platzsperre ist möglich. Daum und Präsident Peter Fischer waren zuletzt um Deeskalation bemüht, um weitere Krawalle in Dortmund zu vermeiden.

Gute Voraussetzungen für Fußball-Wunder sehen anders aus.

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