vergrößernverkleinern
Dietmar Beiersdorfer war zuletzt bei Red Bull sportlicher Leiter der Fußballabteilung © getty

Teile des Aufsichtsrats planen offenbar die Installierung eines Sportdirektors. Derweil sorgt Trainer Daum für Irritaionen.

Frankfurt/Main - Beim gefühlten Absteiger Eintracht Frankfurt ist im Aufsichtsrat ein heftiger Machtkampf entbrannt - der Druck auf Heribert Bruchhagen nimmt zu:

Dem Vorstandsboss soll offenbar unabhängig vom Ausgang des abschließenden Saisonspiels beim neuen Deutschen Meister Borussia Dortmund (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) zukünftig ein Sportdirektor zur Seite gestellt werden.

Im Gespräch sind die früheren Hamburger Dietmar Beiersdorfer und Armin Veh.

Ein Aufsichtratsmitglied soll bereits Kontakt zu Beiersdorfer aufgenommen haben.

Kontaktaufnahme nur "Alleingang"?

"Falls irgendeiner mit Herrn Beiersdorfer gesprochen haben soll, dann ist das ein Alleingang gewesen", sagte Aufsichtratsboss Wilhelm Bender der "Bild".

"Falls es einer dürfte, dann nur ich. Ich tue das aber nicht, weil es kein Mandat vom Aufsichtsrat gibt."

Der 47-jährige Beiersdorfer war bis 2009 Manager beim Hamburger SV, anschließend war er bei Red Bull als Sportlicher Leiter für die Teams in Salzburg, New York und Leipzig zuständig.

Am 8. April wurde er beim Getränke-Hersteller entlassen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Auch Veh ein Kandidat

Veh hatte den HSV bis Mitte März trainiert und nach seiner Entlassung betont, er wolle in Zukunft als Sportdirektor arbeiten.

Dieser müsste dann gemeinsam mit Bruchhagen über den neuen Chefcoach entscheiden, denn Christoph Daum hat keine Zukunft mehr am Main.

Allerdings soll der angebliche Favorit Marcel Koller keine Aussichten auf die Nachfolge haben.

[kaltura id="0_313rwill" class="full_size" title="Keine Eintracht in Frankfurt"]

Ende für Bruchhagen?

Zudem scheint es im Kontroll-Gremium auch deutliche Tendenzen zu geben, die Zusammenarbeit mit Bruchhagen im Falle des vierten Abstiegs nach 1996, 2001 und 2004 komplett zu beenden.

Dieser Wille einzelner Räte ist allerdings noch nicht mehrheitsfähig. 399291(DIASHOW: Die Tops und Flops des 33. Spieltags)

"Es gibt unterschiedliche Auffassungen über die Ausrichtung. Wenn eine Entscheidung fiele, ohne Heribert Bruchhagen weiterzumachen, würden wir uns mit der Situation auseinandersetzen und die Eintracht ganz sicher nicht untergehen lassen", sagte Bender der "Frankfurter Rundschau".

Eintracht-Boss will bleiben

Doch der 62-jährige Bruchhagen kämpft mit aller Macht um sein Lebenswerk in Frankfurt.

Trotz massiver Bedenken hat der Vorstandschef der Eintracht offensichtlich in einem Gespräch mit Bender bereits eingelenkt und die Einstellung eines zusätzlichen Managers grundsätzlich befürwortet.

"Sollten schlüssige Argumente für einen Sportmanager auf den Tisch kommen, würde ich dazu Ja sagen", sagte der nach dem beispiellosen Absturz der Hessen in der Rückrunde zuletzt sehr angeschlagen wirkende Bruchhagen.

Einschränkung der Macht

Wie eine Zusammenarbeit zwischen Bruchhagen und einem weiteren starken Mann im sportlichen Bereich aussehen soll, ist derzeit jedoch unklar.

Klar ist nur, dass Bruchhagen offenbar nicht mehr dieselbe Machtfülle besitzen soll wie zuletzt.

Bleibt Daum doch bei Abstieg?

Trainer Christoph Daum sorgt derweil weiter für Irritationen: Der 57-Jährige kann sich offenbar nun doch vorstellen, die Hessen auch in der Zweiten Liga zu trainieren.

Das hatte der `Zampano" bislang immer kategorisch ausgeschlossen. `Ich habe das nur gesagt, weil ich felsenfest davon überzeugt war, dass die 2. Liga keine Rolle spielt", sagte Daum nach dem Training am Dienstag.

Slomka und Hecking schreiben Frankfurt ab

Fast sicher ist für die Protagonisten der Bundesliga zudem, dass die Eintracht als schlechtestes Rückrunden-Team auf direktem

Weg den Gang in die 2. Liga antreten muss.

Zwar liegt der Deutsche Meister von 1959 als Vorletzter nur einen Zähler hinter Borussia Mönchengladbach und dem VfL Wolfsburg, doch auf die Eintracht setzt kaum jemand mehr einen Pfifferling.

"Frankfurt hat in Dortmund keine Chance und steigt direkt ab", sagte Hannovers Trainer Mirko Slomka.

Sein Nürnberger Kollege Dieter Hecking meinte: "Ich denke, dass Eintracht Frankfurt direkt in die Zweite Liga geht. Der psychologische Vorteil liegt bei Gladbach, der VfL Wolfsburg muss in die Relegation.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel