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Jupp Heynckes trainierte den FC Bayern bereits von 1987 bsi 1991 © getty

Bayer und Freiburg zweifeln vor dem direkten Duell nicht an der Integrität ihrer Trainer. Doch die Situation ist brisant.

Freiburg/Leverkusen - Verkehrte Welt: Eigentlich müssten Jupp Heynckes und Robin Dutt am letzten Spieltag die Trainerbänke tauschen.

Denn eine Niederlage zum Saisonabschluss würde den Coaches von Bayer Leverkusen und SC Freiburg die Zukunftsplanung deutlich erleichtern.

Doch ihre Vorgesetzten haben vor dem direkten Duell im Breisgau (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) keinen Zweifel an der Integrität der Fußballlehrer.

"Es war nie eine Überlegung, dass Jupp Heynckes in diesem Spiel nicht auf der Bank sitzen wird", sagte Bayer-Boss Wolfgang Holzhäuser der "Welt".

"An ihm gibt es nichts zu rütteln. Er wie auch Robin Dutt sind außergewöhnliche Trainer, die profihaft mit der Situation umgehen werden, da bin ich sicher."

Verlust von Platz zwei möglich

Dennoch ist die Unruhe in Leverkusen groß.

Die derzeit schwächelnden Rheinländer könnten im Falle einer Niederlage im Breisgau noch hinter Rekordmeister Bayern München auf den dritten Tabellenplatz zurückfallen.

Das wiederum hätte die mehr als pikante Note, dass Heynckes in der kommenden Saison mit seinem neuen Klub Bayern München direkt für die Champions League qualifiziert wäre.

Leverkusen müsste dann mit Dutt in die Qualifikation für die Königsklasse. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ärger über Vorkommnisse nach HSV-Spiel

Holzhäuser ärgert sich immer noch über die Vorkommnisse beim 1:1 (Nachbericht) im letzten Saisonheimspiel gegen den Hamburger SV:

"Nach dem HSV-Spiel war ich sehr enttäuscht und habe gesagt, ich müsse über das Ganze erst einmal eine Nacht schlafen", erklärte Holzhäuser.

Der Grund: "Zum einen, weil die Mannschaft nach dem letzten Heimspiel nicht noch einmal zu den Fans gegangen ist, zum anderen, dass es von den Rängen 'Heynckes-raus'-Rufe gab. Beides ist nicht glücklich, aber im Nachhinein erklärbar."

Kontakt mit Dutt

Mit Dutt hat Holzhäuser zuletzt am Samstagabend telefoniert:

"Es gab plötzlich die Gerüchte, er sei in Freiburg beurlaubt worden. Er konnte mir aber bestätigen, dass dem nicht so sei. Das wird aber mit Sicherheit der letzte Kontakt vor dem Spiel gewesen sein."

Freiburg heiß auf Sieg

Unterdessen stärkte auch Freiburgs Manager Dirk Dufner seinem Noch-Trainer Dutt den Rücken.

"Natürlich ist es ein bisschen brisant, dass unser Trainer Robin Dutt nächstes Jahr nach Leverkusen geht und wir am letzten Spieltag auf Bayer treffen", erklärte Dufner.

"Aber Robin wird sich nach vier Jahren am Samstag ganz gewiss nicht vor die Mannschaft stellen und sagen: 'Kommt, wir verlieren heute.' Ich weiß, dass Robin und die Jungs darauf brennen, Leverkusen zu schlagen."

Dutt: Kein Gedanke an Leverkusen

Die sportliche Situation bei Bayer in der kommenden Saison interessiert Dutt laut eigener Aussage ohnehin erst dann, wenn sein Kontrakt in Freiburg ausgelaufen ist.

"Ich bin noch beim SC Freiburg unter Vertrag. Wir können auf Platz 7 oder 12 landen - und ich will Siebter werden. Weil das ein toller Abschluss von vier wunderbaren Jahren in Freiburg wäre", sagte der 46-Jährige der "Bild".

"Hier ist etwas gewachsen, hier sind Menschen, die mit mir durch dick und dünn gegangen sind. Vom ersten Tag in Freiburg, über den Aufstieg in die Bundesliga bis heute - es war eine wunderbare Zeit. Deshalb ist es mein Wunsch, dass es ein positiver Abschied wird."

"Nicht im Traum" an Entlassung gedacht

Auch Dufner untermauerte, dass es nie Gedankenspiele gegeben habe, den scheidenden Trainer Dutt schon vor dem abschließenden Saisonspiel freizustellen.

"Darüber haben wir im Traum nicht nachgedacht. Robin wäre zu Recht stinksauer gewesen, wenn wir ihn gefragt hätten, ob wir ihn da rausnehmen sollen", sagte der Sportchef:

"Er ist Profi und will sich mit einem Sieg aus Freiburg verabschieden."

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