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Thomas Doll (l.) könnte in Frankfurt Nachfolger von Christoph Daum werden © imago

Die Vorbereitungen der Eintracht für den Fall des Abstiegs werden konkret. Neuer Trainer soll angeblich Thomas Doll werden.

Frankfurt/Main - Die Planungen von Eintracht Frankfurt für die drohende Zweitklassigkeit werden offenbar konkreter.

Im Fall des Abstiegs soll Thomas Doll neuer Trainer der Hessen werden.

Das berichtet "Sport Bild" unter Berufung auf die Führungsetage des Vereins.

Ein weiterer Kandidat ist Armin Veh in einer Doppelfunktion als Coach und Manager, während Marcel Koller wohl aus dem Rennen ist.

Der ehemalige Mittelfeldspieler, der in der Bundesliga den Hamburger SV und Borussia Dortmund trainierte, stand zuletzt in der Türkei bei Genclerbirligi Ankara unter Vertrag und soll Christoph Daum ersetzen.

Kaum Chancen auf Daum-Verbleib

Der aktuelle Coach, unter dem die Frankfurter in sechs Spielen nur drei Punkte geholt haben, hatte bei seinem Dienstbeginn einen Gang in die Zweite Liga ausgeschlossen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Mittlerweile ist er zwar zurückgerudert. "Das war ein Fehler. Ich habe das nur gesagt, weil ich felsenfest davon überzeugt war, dass die 2. Liga keine Rolle spielt", sagte Daum.

Zudem zeigte er sich überzeugt von seiner Arbeit: "Ich bin nicht gescheitert." 399291(DIASHOW: Die Tops und Flops des 33. Spieltags)

Doch sollte der Traditionsverein zum vierten Mal nach 1996, 2001 und 2004 absteigen, gilt eine weitere Zusammenarbeit mit Daum als ausgeschlossen.

Schlechtestes Rückrunden-Team

Die Eintracht liegt als Vorletzter einen Zähler hinter Borussia Mönchengladbach und dem VfL Wolfsburg, ist aber das schlechteste Rückrunden-Team.

Und auch im Fall der Rettung drängen zahlreiche Führungsmitglieder auf einen Trainerwechsel.

Zumal Doll in seiner Zeit als Eintracht-Profi von 1993 bis 1996 Publikumsliebling war.

"Im Sommer möchte ich wieder loslegen"

"Im Sommer möchte ich wieder loslegen", sagte der Ex-Nationalspieler: "Ich würde gerne in Deutschland arbeiten bei einem Traditionsverein in der 1. oder 2. Liga."

Das Anforderungsprofil passt zur Eintracht, die vor dem letzten Spiel bei Borussia Dortmund (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) auf dem 17. Platz steht und deshalb den direkten Abstieg befürchten muss.

Neben einem Trainer sucht Frankfurt offenbar auch einen Sportdirektor. Top-Kandidat ist Dietmar Beiersdorfer, der bis April bei Red Bull unter Vertrag stand.

Beiersdorfer erfolgreich mit Doll in Hamburg

Beiersdorfer arbeitete mit Doll bereits beim HSV zusammen, den sie 2006 gemeinsam in die Champions League führten.

"Beiersdorfer hat bei uns einen guten Namen", wird ein Aufsichtsrat zitiert. Das Gremium tritt am kommenden Montag zusammen.

Als weitere Kandidaten gelten Armin Veh und Hoffenheims Ex-Manager Jan Schindelmeiser, dem ein guter Draht zu Bruchhagen nachgesagt wird.

Und mit Veh, bis 13. März Trainer beim HSV, könnte die Eintracht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Veh könnte nach englischem Vorbild als eine Art Teammanager fungieren und den Manager- und Trainer-Posten in Personalunion ausfüllen.

Machtkampf im Aufsichtsrat

Allerdings muss sich der Aufsichtsrat zunächst auf ein gemeinsames Vorgehen einigen, denn dort gibt es derzeit einen Machtkampf.

Auf der einen Seite die Befürworter von Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen, dessen Vertrag bis 2012 nur für die erste Liga gilt, auf der anderen die Kritiker.

"Ich halte sehr viel von Heribert Bruchhagen. Er hat dem Verein eine seriöse Linie gegeben", sagte Aufsichtsratsboss Wilhelm Bender.

Zuvor hatte er allerdings erklärt:

"Es gibt unterschiedliche Auffassungen über die Ausrichtung. Wenn eine Entscheidung fiele, ohne Heribert Bruchhagen weiterzumachen, würden wir uns mit der Situation auseinandersetzen und die Eintracht ganz sicher nicht untergehen lassen."

Der bislang sehr auskunftsfreudige Bruchhagen hat sich einen "Maulkorb" verpasst und äußert sich nicht mehr zu den Spekulationen.

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