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Sami Hyypia wechselte 2009 von Liverpool zu Leverkusen © imago

Trotz Vertragsverlängerung beendet der Finne seine Karriere. Im SPORT1-Interview spricht er über seine Zeit in Deutschland.

Von Martin Volkmar

München/Leverkusen - In seiner Heimat ist er ebenso wie in Liverpool eine Legende: Sami Hyypiä.

Und auch bei Bayer Leverkusen hat der Finne in seinen zwei Jahren einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Doch zuletzt war dem 37-Jährigen das Alter und die 20-jährige Profikarriere deutlich anzumerken, was er auch selber offen zugibt.

Vor seinem Abschied als Spieler spricht Hyypiä im SPORT1-Interview über seine Zeit in Deutschland, die geplante Rückkehr nach Leverkusen und die Perspektiven des Bayer-Teams.

SPORT1: Herr Hyypiä, warum haben Sie sich zum Ende Ihrer erfolgreichen Karriere entschieden, nachdem Sie im Vorjahr bis 2012 verlängert hatten?

Sami Hyypiä: Ich habe mir die Entscheidung reiflich überlegt. Die Fitness war in den letzten Monaten nicht mehr so, wie sie sein sollte, um weiterhin konstant auf hohem Niveau zu agieren. Wir haben die Trainingsintensität kontrolliert, die Einsätze dosiert. Da war es aus meiner Sicht besser aufzuhören.

SPORT1: Die Teilnahme an der Champions League hat Sie also nicht mehr gereizt?

Hyypiä: Wenn ich mich nicht mehr fit genug für die Bundesliga halte, dann gilt das erst recht für die Champions League. Mit Reiz hat das wenig zu tun.

SPORT1: Welche Bilanz ziehen Sie nach Ihren zwei Jahren in der Bundesliga?

Hyypiä: Für mich persönlich waren es zwei tolle Jahre, ein perfektes Ende meiner Karriere. Die Bundesliga hat ein sehr hohes Niveau, es ist eine sportliche Herausforderung, sich in Deutschland durchzusetzen. Und die Infrastruktur ist überragend, wo gibt es sonst noch derartige Stadien, die zumeist bei den Spielen alle auch noch ausverkauft sind? Das ganze Paket ist einfach stimmig.

SPORT1: Warum haben Sie sich entschieden, nach einem Jahr in Finnland wieder als Trainer nach Leverkusen zurückzukehren?

Hyypiä: Weil es für mich die Chance bedeutet, sofort auf hohem Niveau in einem hervorragend aufgestellten Klub zu arbeiten. Außerdem gehe ich ja nicht wirklich weg. Ich werde in Finnland zunächst einmal meine Lizenzen erwerben und dort dem Nationaltrainer assistieren. Aber ich werde weiterhin in Leverkusen sein und dort unter anderem in der Scoutingabteilung arbeiten. Zudem möchte ich bei verschiedenen Klubs hospitieren.

SPORT1: Neben Ihnen verlässt auch Jupp Heynckes den Verein am Saisonende. Ist Bayer trotzdem gut aufgestellt für die Zukunft?

Hyypiä: Ja, die Mannschaft hat eine große Zukunft. Sie hat sich weiterentwickelt, sie ist stabiler, selbstbewusster geworden. Auf dieser Ebene wird sie künftig noch besser werden. Zumal es ja auch noch Zugänge gibt, die nicht allzu schlecht sind.

SPORT1: Michael Ballack hat zuletzt gesagt, man müsse endlich einen Titel holen, um das Negativ-Image loszuwerden. Sehen Sie es genauso?

Hyypiä: In diesem Jahr den Titel zu holen, war nicht ganz einfach. Da gab es diese Mannschaft aus Dortmund...

SPORT1: Bayer war häufig an der Borussia dran, hat aber dann oft den nächsten Schritt nicht gemacht. Woran lag es, dass es nicht für Platz eins gereicht hat?

Hyypiä: Die Dortmunder haben eine überragende Saison gespielt. Das muss man einfach anerkennen. Wir hätten es ihr gerne noch etwas schwerer gemacht, aber Borussia hat den Titel verdient.

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