vergrößernverkleinern
Sympathie macht das Verhältnis Hoeneß - Klinsmann damals zweifelsohne nicht aus: Der neue DFB-Team-Lenker erteilt der Bundesliga aus der Ferne Ratschläge - und Hoeneß rät zurück: "Der soll hierherkommen und nicht ständig in Kalifornien rumtanzen und uns hier den Scheiß machen lassen."
Uli Hoeneß (r.) schickt bereits die ersten Giftpfeile in Richtung des Tabellenführers © imago

Uli Hoeneß und die Bayern sticheln vor dem Top-Spiel in Richtung Hoffenheim. Sport1.de analysiert was an ihren Aussagen dran ist.

Von Matthias Becker

München - So langsam wird es heiß vor dem mit Spannung erwarteten Duell zwischen dem FC Bayern und 1899 Hoffenheim am Freitagabend (ab 20 Uhr LIVE).

Schon am Wochenende eröffnete Bayern-Manager Uli Hoeneß seine Lieblingsdisziplin "Psychokrieg" und schickte die ersten Giftpfeile in Richtung des Tabellenführers.

Dort reagiert man relativ gelassen und höchstens verwundert auf die "Misstöne aus München" (Mäzen Dietmar Hopp).

Doch was ist dran an den Aussagen der Bayern? Der zweite Teil des großen Fakten-Checks von Sport1.de.

"Natürlich sind wir besser als Hoffenheim"

Die Bayern haben wettbewerbsübergreifend seit 13 Spielen nicht verloren. Sieben der letzten acht Bundesligaspiele gewann das Team von Jürgen Klinsmann. Zudem haben die Münchner die besseren Einzelspieler. Das zeigt sich alleine in der Tatsache, dass der Bayern-Kader mehr Länderspiele hat, als der Hoffenheimer Kader Bundesligaspiele.

Allerdings hat auch Hoffenheim nur eines der letzten acht Spiele verloren. "Wir fahren dahin, um zu gewinnen", sagt 1899-Kapitän Selim Teber (Spielerporträt).

Coach Rangnick bekräftigt: "Wenn wir couragiert auftreten, können wir auch dort etwas holen."

Fakt ist aber auch, dass Hoffenheim die Duelle mit den Spitzenteams in dieser Saison fast ausnahmslos verloren hat. In Leverkusen gab es ein 2:5, bei den zu diesem Zeitpunkt noch nicht schwächelnden Bremern ein spektakuläres 4:5 und in Berlin ein 0:1. Nur der HSV konnte ? allerdings zuhause - 3:0 geschlagen werden.

? "Wo haben die sich nur die letzten 100 Jahre versteckt?" (Karl-Heinz Rummenigge)

Bei der Bayern-Jahreshauptversammlung spielte der Vorstandsvorsitzende auf die fehlende Tradition der Kraichgauer an, obwohl diese die Jahreszahl 1899 im Vereinsnamen tragen. Die fehlende Tradition ist auch ein Kritikpunkt vieler Fußballanhänger in Deutschland, die den Verein als "Retortenklub" von Dietmar Hopps Gnaden sehen.

Auch diese Attacken sehen sie in Hoffenheim allenfalls mit Verwunderung: "Ich bin erstaunt, dass es die Bayern nötig haben, sich so zu äußern. Erst sagt Karl-Heinz Rummenigge, dass kein Mensch weiß, was Hoffenheim in den letzten 100 Jahren gemacht hat. Jetzt wollen die plötzlich wissen, wie viel bei uns bezahlt wird", sagt Mäzen Hopp.

? Fazit:

Was Erfahrung, Finanzen und die individuelle Klasse der Spieler angeht, ist der FC Bayern (Kader) dem Rivalen aus Hoffenheim sicherlich noch weit voraus. Der Rekordmeister ist deshalb am Freitag auch klarer Favorit.

In der Zukunft könnten sich die Emporkömmlinge aus Nordbaden aber zu einem großen Konkurrenten entwickeln, das weiß auch Jürgen Klinsmann. "Hoffenheim kann langfristig eine Rolle einnehmen, wie es Bayer Leverkusen über Jahre hinweg geschafft hat", sagte er.

Vielleicht ist das im "Psychokrieg" der Bayern sogar die subtilste Attacke: Leverkusen kam über Platz zwei nie hinaus und verlor am letzten Spieltag mit 0:2 gegen die Münchner.

Hier geht's zurück zum ersten Teil! Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel