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Tobias Weis wechselte 2007 vom VfB Stuttgart zu 1899 Hoffenheim © imago

Hoffenheims Mittelfeldwirbler Tobias Weis spricht im Interview über das Duell mit den Bayern und die Ziele des Aufsteigers.

Von Matthias Becker

Mannheim/München - Als Bundestrainer Joachim Löw vor einigen Wochen seine Nominierungen für das Länderspiel gegen England bekannt gab, rieben sich einige verwundert die Augen.

Auf der Liste stand auch der Name von Tobias Weis, 23 Jahre alt und Mittelfeldspieler bei 1899 Hoffenheim.

Der gehört nicht unbedingt zu den Spielern, die man direkt mit dem kometenhaften Aufstieg des Aufsteigers in Verbindung bringt.

Doch das ist ein Fehler, wie Weis auch jüngst wieder beim 3:0-Heimsieg des Tabellenführers gegen Arminia Bielefeld unter Beweis stellte. Im Mittelfeld war der nur 1,70 m große gebürtige Schwabe ständig und nahezu überall präsent.

Er ist also ein ganz entscheidender Faktor dafür, dass 1899-Mäzen Dietmar Hopp vor dem Top-Spiel bei den Bayern (Fr., ab 20 Uhr LIVE) der "Bild" sagen kann: "So wie wir zurzeit spielen, kommt das dem perfekten Fußball, wie ihn sich jeder Fan wünscht, schon sehr nahe."

Auch Weis selbst, der gegen die Bayern wohl die schweierige Aufgabe übernimmt, gegen Franck Ribery zu spielen, kennt die Stärke der Mannschaft und erklärt im Hinblick auf das Duell mit dem Rekordmeister im Gespräch mit Sport1.de: "Wenn sie gerade jemand schlagen kann, dann wir."

Sport1.de: Herr Weis, zwei Spieltage vor der Winterpause stehen Sie immer noch an der Tabellenspitze. Ist das Wort Herbstmeisterschaft tabu, oder spricht die Mannschaft darüber?

Tobias Weis: Das ist von vorneherein tabu. Wir fahren jetzt zu den Bayern, die in Leverkusen 2:0 gewonnen haben. Da wartet ein Spitzenspiel auf uns und darauf freuen wir uns sehr.

Sport1.de: Mit welchen Hoffnungen fahren Sie denn nach München?

Weis: Drei Punkte zu holen.

Sport1.de: Woher kommt der Optimismus?

Weis: Wir verlassen uns auf unsere Stärke. Wir spielen zwar auswärts, aber Bayern ist schlagbar und wenn sie gerade jemand schlagen kann, dann wir.

Sport1.de: Sie haben eine sehr junge Mannschaft. Ist es da etwas Besonderes, in der vollbesetzten Allianz Arena zum Top-Spiel anzutreten?

Weis: Letztes Jahr in der Zweiten Liga haben wir schon gegen 1860 in der Allianz Arena gespielt und haben da 1:0 gewonnen. Das ist zwar schon etwas anderes, aber wir fahren nach München und haben da nichts zu verlieren und werden Gas geben. Ich bin guter Dinge, dass wir da was mitnehmen.

Sport1.de: Vor kurzem waren Sie zum ersten Mal bei der Nationalmannschaft. Das letzte halbe Jahr hätte für Sie ja kaum besser laufen können.

Weis: Ich bin schon sehr zufrieden. Erstmal bin ich froh, dass ich überhaupt gesund bin, das ist das Wichtigste als Fußballer. Den Rest lasse ich auf mich zukommen.

Sport1.de: Gegen Bielefeld musste ihre Mannschaft auch mal drei Stammspieler ersetzen, trotzdem haben Sie dominant gespielt. Ist das der endgültige Beweis, dass auch Ihre Bank einer Spitzenmannschaft würdig ist?

Weis: Auf jeden Fall. Egal, wer bei uns ausfällt: Derjenige der reinkommt, bringt die Leistung des Stammspielers. Daran sieht man, dass es in der Mannschaft stimmt, dass sie intakt ist und dass man sich auf die Bank verlassen kann.

Sport1.de: Hat sich das Team denn inzwischen ein neues Ziel gesetzt? Nach 34 Punkten in 15 Spielen kann man ja kaum noch vom Klassenerhalt reden.

Weis: Unser Saisonziel waren die 40 Punkte, das könnte klappen. Wir schauen von Spiel zu Spiel?

Sport1.de: ?aber freiwillig werden Sie den Platz oben ja sicherlich nicht hergeben.

Weis: Freiwillig nicht, wir werden natürlich alles dafür tun, den Platz zu verteidigen. Aber wir haben kein neues Saisonziel und wären blöd, wenn wir uns selbst dadurch unter Druck setzen würden uns neue Ziele zu stecken. Wir spielen einfach so weiter.

Sport1.de: Es können nicht viele Mannschaften nach München fahren, vor den Bayern stehen und dann auch noch auf einen Sieg hoffen.

Weis: Das kommt nicht so oft vor, aber wir sind jetzt in der Lage und das ist auch unser Vorteil und natürlich super.

Sport1.de: Wenn sie in München gewinnen wollen, müssen sie aber doch auch sagen: "Wir wollen Herbstmeister werden"

Weis: Ob Herbstmeister oder nicht, das spielt keine Rolle. Wir müssen gucken, dass wir auch in der Rückrunde wieder gut starten. Wir wollen einfach nach München fahren und da was holen.

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