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Thomas Müller hat in dieser Saison zwölf Tore in der Liga erzielt © getty

Thomas Müller will gegen Stuttgart rasch vorlegen, um Bayer unter Druck zu setzen. Auch FCB-Stürmer Gomez sendet Giftfpfeile.

Vom FC Bayern berichten Tobias Wiltschek und Felix Schwadorf

München - Bayern gegen Bayer - am Samstag geht es für beide im Fernduell um Platz zwei.

Und die Trümpfe liegen scheinbar bei Leverkusen. Drei Punkte Vorsprung hat der Werksklub vor dem letzten Spieltag auf die drittplatzierten Bayern (SERVICE: Der SPORT1-Tabellenrechner).

Ein Remis in Freiburg (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) und am Rhein wird in der kommenden Saison auf jeden Fall wieder Champions League gespielt.

Psychologisch aber sehen sich die Münchner im Vorteil.

"Wir haben die Zuversicht, noch Zweiter zu werden", sagt Bayern-Legende Paul Breitner im Gespräch mit SPORT1. "Gottseidank haben wir schon den ersten Schritt Richtung Champions League gemacht."

Breitner von FCB-Anziehungskraft überzeugt

Und der Chefsocut des FC Bayern ist auch optimistisch, dass sein Klub mit prominenten Verstärkungen aus der Bundesliga - wie Schalkes Keeper Manuel Neuer - in die kommende Spielzeit gehen kann.

"Der FC Bayern ist in der Bundesliga das, was Real Madrid im Weltfußball ist", erklärt Breitner. "Nämlich der Verein, zu dem jeder will. Auch wenn es manch ein Spieler nicht zugeben will."

Tordifferenz spricht für Bayern

Für die Bayern geht es nun im Südschlager gegen den VfB Stuttgart darum, ihre Hausaufgabe zu erfüllen und auf einen Patzer von Leverkusen zu hoffen.

Denn die Tordifferenz sprach auch schon vor dem 8:1-Sieg bei St. Pauli eindeutig für den Rekordmeister.

Thomas Müller würde am liebsten so schnell wie möglich mit dem Toreschießen beginnen 241095(DIASHOW: Die Planspiele des FC Bayern).

"Wir müssen gegen Stuttgart vorlegen", sagt der Offensivspieler. "Dann kommen die Leverkusener unter Druck, wenn sie es auf der Anzeigetafel in Freiburg mitbekommen. Und dann kriegen sie vielleicht noch den Flattermann."

[kaltura id="0_nv1uta44" class="full_size" title="Breitner mit viel Optimismus"]

Erinnerungen an ein legendäres Fernduell

Dass Bayer Leverkusen schon einmal im Fernduell mit den Bayern weiche Knie bekommen hat, weiß auch Müller. Selbstverständlich habe er das Leverkusener Spiel in Unterhaching aus dem Jahr 2000 noch in bester Erinnerung.

Als Zehnjähriger verfolgte er die 0:2-Pleite von Bayer und das gleichzeitige 3:1 der Bayern gegen Bremen. Die Meisterschale, die damals schon in Unterhaching aufgestellt war, wurde später doch an die Münchner überreicht.

"Hoffen, dass Leverkusen seinem Ruf gerecht wird"

"Die Vergangenheit hat gezeigt, welche Mannschaften mit Druck umgehen können und welche nicht", stichelt der Nationalspieler in Richtung Leverkusen und fügt schelmisch hinzu: "Wir hoffen, dass Leverkusen seinem Ruf gerecht wird."

Den Gegner psychologisch unter Druck setzen, das können die Bayern.

Auch Gomez stichelt

Auch Mario Gomez, für den es am Samstag gegen seinen Ex-Verein geht, schießt einen verbalen Giftpfeil in Richtung Leverkusen ab. "Sie wissen ja, dass sie nicht verlieren dürfen", sinniert der 25-Järhrige. Und es sei doch "immer so eine Sache, wenn man etwas nicht darf, dann wird es schwierig".

Gegen Stuttgart kann der Stürmer auch persönlich eine herausragende Saison krönen. "Es ist schön, dass es derzeit ganz gut läuft, das war so nicht vorherzusehen", sagt Gomez, der mit bislang 27 Toren beste Chancen hat, sich die Torjägerkanone in dieser Saison zu sichern.

Heynckes bleibt cool

Bei Bayer will man sich indes von den Verbalattacken aus München nicht verrückt machen zu lassen. "Spiele werden auf dem Rasen entschieden und nicht mit Schlagzeilen", gibt sich Trainer Jupp Heynckes im "kicker" betont unbeeindruckt.

Auch Rudi Völler versucht, seinen Spielern den Druck zu nehmen. "Es geht darum, den Jungs zu vermitteln, dass sie eine tolle Saison gespielt haben und die jetzt toll abschließen können", sagt der Sportchef.

Leverkusen unter Zugzwang

Zuspruch haben seine Spieler offenbar dringend nötig.

Schon gegen Hamburg am vergangenen Spieltag hätte Bayer mit einem Sieg die Champions-League-Teilnahme sichern können. Durch das 1:1 aber haben sich die Leverkusener in eine unangenehme Situation gebracht.

Nun muss Heynckes in Freiburg ausgerechnet gegen seinen designierten Nachfolger Robin Dutt höchstwahrscheinlich punkten, um die Saison für Bayer noch zu retten. Auch wenn das zur Folge hätte, dass er als künftiger Bayern-Coach den schweren Gang durch die Qualifikation der Champions League gehen müsste.

Ballack als Pechvogel

Nicht zuletzt geistert auch wegen des jüngsten Heim-Unentschieden das "Gespenst Unterhaching" wieder durch die BayArena. "Ach, das war doch eine völlig andere Spieler-Generation", weist Heynckes Vergleiche mit der Blamage von vor elf Jahren zurück.

Damit hat er allerdings nur teilweise recht. Heute wie damals trägt ein gewisser Michael Ballack das Bayer-Trikot. Er hatte damals die Niederlage mit einem Eigentor in der ersten Halbzeit eingeleitet.

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