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Hertha-Manager Dieter Hoeneß ist verärgert über die Vorwürfe gegen ihn © getty

Die Hertha steht auf Rang drei, doch zwischen Hertha-Präsident Werner Gegenbauer und Manager Dieter Hoeneß gibt es Ärger.

Von Martin Volkmar

München/Berlin - Den dritten Tabellenplatz im Rücken und einen UEFA-Cup-Kracher vor der Brust:

Bei Hertha BSC könnte die Stimmung eigentlich bestens sein.

Doch stattdessen gibt es Ärger zwischen Präsident Werner Gegenbauer und Manager Dieter Hoeneß.

Der Vereinsboss hatte Hoeneß' Aussagen in mehreren Medien in den vergangenen Tagen mit teilweise heftigen Worten kritisiert, was wiederum den Manager erzürnt haben soll.

"Dieter-Hoeneß-Festspiele"

"Der Manager hatte die Chance, öffentlich den Aufschwung von Hertha darzustellen. Aber er hat Dieter-Hoeneß-Festspiele daraus gemacht", lautetet der Vorwurf Gegenbauers in der "Berliner Morgenpost".

"Dass, wenn Hertha erfolgreich ist, manchem das Wort 'wir' schwerer über die Lippen kommt, als das Wort 'ich', darüber schmunzeln wir. Daran wird sich in den anderthalb Jahren auch nichts mehr ändern."

Hoeneß sollen diese Aussagen schwer empört haben, auch wenn er öffentlich nicht mehr nachlegen wollte. "Die Vorwürfe der letzten Tage gegen meiner Person entbehren jeder Grundlage", sagte er nur.

Der Ärger entzündete sich dabei vor allem an Aussagen des Managers, in denen dieser seinen für 2010 angekündigten Rückzug aus dem Amt in Frage gestellt hatte und auch eine weitere Tätigkeit für den Verein nicht ausschließen wollte.

"Mein Entschluss zum Rückzug 2010 steht"

Doch Hoeneß fühlt sich missverstanden. "Das ist falsch interpretiert worden. Der ein oder andere scheint nicht begreifen zu wollen, dass ich aufhöre, wenn es gut läuft", erklärte er im Gespräch mit Sport1.de.

"Also nochmal in aller Klarheit: Mein Entschluss zum Rückzug 2010 steht fest, daran hat sich nichts geändert."

Gleichwohl lasse er sich "alle Optionen" über seine berufliche Zukunft offen. Dazu gehöre auch eine Rückkehr in den Fußball als Berater, Manager oder in anderer Funktion.

"Wenn ich Hertha da ausschließen würde, dann wäre doch erst recht der Teufel los. Und daraus werden dann in den Medien Dinge abgeleitet, mit denen ich mich überhaupt nicht beschäftige", sagte der 55-Jährige.

"Nicht den Grantler vom Berg geben"

Er werde seinen potenziellen Nachfolger Michael Preetz in Ruhe arbeiten lassen "und nicht wie Robert Schwan den Grantler vom Berg geben. Ich werde auch keine Revolution anzetteln und das Präsidium stürzen".

Die Zukunft sei für ihn im Moment ohnehin kein Thema, so Hoeneß weiter: "Mich interessiert definitiv nur eins: Die nächsten eineinhalb Jahren für Hertha BSC soviel zu machen, dass ich das mit einem sehr, sehr guten Gewissen und auch einer gewissen Befriedigung übergeben kann."

Sportlich gesehen ist der Verein dank der Arbeit von Hoeneß, Preetz und von Trainer Lucien Favre momentan auf einem sehr guten Weg. Doch trotz Rang drei bleibt das offizielle Ziel weiterhin "nur" der Einzug in den UEFA-Cup, so Hoeneß:

"An unserer Zielsetzung hat sich nichts geändert, wir streben nach wie vor einen UEFA-Cup-Platz an und wissen auch, dass das schwer genug wird bis zum Saisonende."

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