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Robin Dutt (r., mit Cisse) wechselt nach der Saison von Freiburg nach Leverkusen © getty

Robin Dutt weist vor dem Duell mit Bayer jeden Interessenkonflikt von sich. Er weiß aber, dass er Gerede nicht verhindern kann.

Von Martin Hoffmann

München - Ömer Toprak hat sich das Problem erspart.

Unfreiwillig und nicht sehr elegant allerdings: Der Freiburger Abwehrmann flog in Mönchengladbach vom Platz (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Weshalb er nicht dabei ist im Duell mit Bayer Leverkusen, seinem künftigen Klub (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER).

Ein Duell, das für Verschwörungsfreunde ein ebenso festlicher Anlass sein wird wie die Kennedy-Ermordung, die Mondlandung und der Tod von Osama bin Laden.

Raum für Konspirationstheorien

Denn wie auch immer das Spiel ausgehen wird, Raum für eine Konspirationstheorie wird es lassen.

Gewinnt Jupp Heynckes mit Leverkusen nicht, hat er es getan, um seinem künftigen Arbeitgeber Bayern zu nützen, der dann Platz zwei und die direkte Champions-League-Qualifikation erobern könnte.

Verliert Robin Dutt mit Freiburg, hat er es getan, um seinem künftigen Arbeitgeber Leverkusen zu nützen, der dann Platz zwei sicher hätte.

Und in beiden Fällen wird womöglich zumindestens Elvis seine Hand im Spiel gehabt haben.

Dutt wünscht Respekt

Robin Dutt wird übellaunig, wenn er vor diesem Spiel der Interessenkonflikte mit derlei Gedanken konfrontiert wird.

Auch schon, wenn das, was vor ihm liegt, überhaupt den Namen Interessenkonflikt bekommt.

[kaltura id="0_hwuubj72" class="full_size" title="Die irren Ausflipper der Stars"]

"Allein die Fragestellung", erklärt er im "kicker", "empfinde ich als respektlos".

Die Sportlerehre siegt kampflos

Es gebe bei ihm keinen Gewissenskonflikt zwischen seiner Sportlerehre und dem Wohl seines künftigen Arbeitgebers: Die Sportlerehre siege kampflos.

"Das ist eine Frage des Charakters", findet Dutt: "Ich will das Spiel gegen Leverkusen gewinnen."(SERVICE: Der SPORT1-Tabellenrechner)

Nach vier "sehr schönen, sehr erfolgreichen Jahren in Freiburg" sei er das allen Beteiligten in Freiburg schuldig - allen voran sich selbst: "Werte sind mir lieber als Siege oder Titel."

Wilde Gerüchte

Trotzdem kamen am vergangenen Samstag, als mit dem Remis der Leverkusener gegen Hamburg die Brisanz der Partie klar wurde, die wildesten Gerüchte auf.

Dass Dutt am letzten Spieltag freigestellt würde, um jeden Anschein von Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden.

Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser - dem ähnliche Gedanken in Sachen Heynckes unterstellt wurden - nahm das Gerücht so ernst, dass er Dutt extra anrief, um sich das Gegenteil versichern zu lassen.

Rückendeckung aus Mannschaft und Management

"Robin Dutt wird sich nach vier Jahren ganz gewiss nicht vor die Mannschaft stellen und sagen: 'Kommt, wir verlieren heute'", zeigt sich Manager Dirk Dufner überzeugt.

"Warum soll er seine herausragende Arbeit hier im letzten Spiel mit Füßen treten?"

Aus der Mannschaft hört man dieselben Töne: "Ich bin mir zu hundert Prozent sicher, dass er am Samstag den maximalen Erfolg für den SC Freiburg will", sagt Julian Schuster.

Und versichert, dass er keine Spur eines Verdachts habe, dass Dutt das Team mit schlechtem oder nur mittelgutem Training subtil manipuliere: "Die Abläufe unter der Woche waren exakt die gleichen."

Denkanstoß für "ein paar wenige Fans"

Dutt weiß aber auch, dass er und alle Umstehenden beim SC sich den Mund fusselig versichern können: Am Ende wird sie doch in der Welt sein, die Theorie vom abgekarteten Spiel.

"Ein paar wenige Fans werden dem Verlierer Charakterschwäche vorwerfen", ahnt der Coach.

Die, findet er, sollten jedoch ihren eigenen Charakter überprüfen.

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