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Ralf Rangnick trainiert Hoffenheim seit 2006 und stieg zweimal in Folge auf © getty

Vor dem Spitzenspiel am Freitag beim FC Bayern bläst nun auch Ralf Rangnick zum Angriff und kontert die Münchner Aussagen.

Von Martin Volkmar

München - Vor dem Spitzenspiel am Freitag beim FC Bayern bläst nun auch Ralf Rangnick zum Angriff.

Mit ungewohnt markigen Sprüchen stieg Hoffenheims Trainer am Mittwoch ins Verbalduell mit den Münchnern ein.

"Wenn sie flotte Sprüche hören wollen, dann müssen sie nach München gehen. Wenn sie flotten Fußball sehen wollen, dann sind sie bei uns genau richtig", konterte er die Giftpfeile des Rekordmeisters.

Um dann aber selber einen flotten Spruch nachzulegen: "Wir wollen nicht ihre Trikots haben, sondern - um es flapsig zu formulieren - ihren Skalp", sagte der 50-Jährige.

"Wir wollen dafür sorgen, dass die Geschichte etwa so ausgeht wie in den Asterix-Heften."

Locker trotz Rekord-Medienkulisse

Rangnick präsentierte sich bei der abschließenden Pressekonferenz vor der Rekord-Medienkulisse von rund 50 Journalisten und einem Dutzend Kamerateams locker und zuversichtlich.

Daran haben auch die Attacken aus München nichts geändert, ganz im Gegenteil.

"Das zeigt doch die wahre Gemütslage der Bayern. Offensichtlich werden wir von ihnen brutal ernst genommen", erklärte der Coach des Überraschungs-Tabellenführers.

"Riberys Ablöse reicht zwei, drei Jahre für den ganzen Kader"

Zudem widersprach er den Aussagen von Uli Hoeneß, wonach bei 1899 Hoffenheim wesentlich mehr bezahlt werde als bislang bekannt.

"Was Ribery an Ablöse gekostet hat und an Gehalt kostet - das würde bei uns für zwei, drei Jahre für den ganzen Kader reichen."

Auch Mäzen Dietmar Hopp kritisierte den Münchner Manager. "Diese Aussagen kann ich überhaupt nicht verstehen", sagte er der "Bild". "Ich würde nie im Leben solche Mutmaßungen in die Welt setzen."

Seinen Unmut äußerte er zudem über das Angebot der Bayern für Freistoß-Spezialist Sejad Salihovic: "Wenn es stimmt, halte ich es für taktlos in einer Phase, in der wir uns schon vertragseinig waren, noch dazwischen zu grätschen."

Doch der Bosnier entschied sich dennoch für einen Verbleib bei den Kraichgauern und meint jetzt: "Natürlich ist man geschmeichelt, wenn die Bayern anfragen. Aber warum sollte ich weggehen? Wir stehen auf dem ersten Platz."

Auch Ibisevic will trotz lukrativer Anfragen bleiben

Sein Landsmann Vedad Ibisevic denkt trotz zahlreicher Anfragen aus England und der Bundesliag sowie dem öffentlichen Interesse von Bayern-Präsident Franz Beckenbauer ebenfalls nicht an einen Wechsel.

"Die Anfragen anderer Klubs machen mich ein bisschen stolz. Aber ich bleibe nächste Saison definitiv in Hoffenheim", sagte der Torjäger, der bislang in 15 Spielen bereits 17-mal getroffen hat.

Der 24-Jährige, der noch bis 2010 in Hoffenheim Vertrag hat, soll unter anderem Anfragen von Arsenal London und Tottenham Hotspur vorliegen haben.

Doch Ibisevics ganze Konzantration gilt dem Spitzenspiel. "Ich habe mit Aachen dreimal gegen die Bayern gespielt, zweimal in der Bundesliga, einmal im Pokal. Ein Spiel haben wir verloren, zwei gewonnen", sagte er der "Welt".

"Die Bayern sind schlagbar"

"Die Bayern sind groß, aber schlagbar. Wir fahren nicht nach München, um uns nur das Stadion anzugucken. Wir wollen dort gewinnen."

Diese Marschroute gibt inzwischen sogar Rangnick seinem Team vor. "Unser Anspruch ist, dass wir überall gewinnen. In München brauchen wir dazu eine Topleistung, wir müssen am Limit spielen."

Als Schwachpunkt nannte er die Viererkette des FC Bayern, die bereits jetzt so viele Gegentore wie in der gesamten vergangenen Bundesliga-Saison kassiert hat.

Rangnick zeigte aber auch Anerkennung für die jüngste Erfolgsserie des Tabellenzweiten:

"Bayern ist derzeit natürlich besser drauf als vor ein paar Wochen. Vor zwei Monaten wäre es sicher leichter gewesen, dort zu gewinnen. Aber das macht es noch reizvoller für uns."

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