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Mario Gomez (r. mit Miroslav Klose) erzielte auch gegen den VfB ein Tor © getty

Der Rekordmeister schlägt Stuttgart, beendet die Saison aber trotzdem nur als Dritter. Immerhin sorgt der Torjäger für Jubel.

Aus der Allianz Arena berichtet Daniel Rathjen

München - Es ist das Miniminimini-Saisonziel.

Der FC Bayern siegte zwar gegen den VfB Stuttgart mit 2:1 (1:1), beendet die Spielserie 2010/11 aber trotzdem auf Platz drei.

Somit muss der Rekordmeister eine Qualifikationsrunde überstehen, um in die Champions League einzuziehen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Der Tabellenzweite Bayer Leverkusen behielt im Fernduell die Nerven, siegt in Freiburg 1:0 (Bericht) und kommt direkt in die "Königsklasse".

Gomez holt Torjägerkanone

Insgesamt war es eine enttäuschende Saison für die erfolgsgewohnten Münchner, mischten sie doch zu keinem Zeitpunkt in der Meisterschaft mit, schieden im DFB-Pokal-Halbfinale aus und scheiterten an Inter Mailand im Champions-League-Achtelfinale.

Richtige Euphorie wollte nicht aufkommen in der mit 69.000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena (404216 DIASHOW: Der 34. Spieltag).

Einen Titel gab es immerhin: Mario Gomez traf erneut und schnappte sich mit 28 Toren die Torjägerkanone.

Zudem weist der FCB mit insgesamt 81 Treffern die beste Offensive der Liga auf.

Altintop, Kraft und Ottl verabschiedet

Vor dem Anpfiff gab es zunächst Blumen für die Spieler, die den FC Bayern im Sommer verlassen werden.

Hamit Altintop (sein Wechsel zu Real Madrid wird wohl am Montag bekanntgegeben), Thomas Kraft (zu Hertha BSC) und Andreas Ottl (Tendenz geht ebenfalls zur Hertha) wurden mit Danksagungen verabschiedet.

Auf dem Platz ging es danach ruppiger zur Sache. Erstmals in den neuen rot-goldenen Trikots wollten die Bayern ein frühes Tor, um Leverkusen zu verunsichern.

"Wir haben noch etwas vor", hatte Münchens Interimstrainer Andries Jonker im Vorfeld schließlich angekündigt.

Stuttgart engagiert

Die Gäste wehrten sich allerdings vehement, Zdravko Kusmanovic gab erste Warnschüsse aus der Distanz ab (4., 11.).

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Optisch überlegen waren die Münchner immerhin. Ohne den gesperrten Franck Ribery, dafür mit Miroslav Klose anstelle von Toni Kroos auf der Zehner-Position versuchten sie Druck aufzubauen.

Vor allem über Arjen Robben auf der rechten Seite gelang das einige Male. Der Niederländer war es auch, der in der zwölften Minute Klose mustergültig bediente.

Klose vergibt Riesenchance

Der Nationalspieler hätte aus einem Meter frei vor dem Tor nur noch einzuschieben brauchen, doch er brachte es fertig, den Ball über das Gehäuse zu dreschen! Eine unglaubliche Szene, die mit Sicherheit Platz in jedem Saisonrückblick findet.

"Und ihr wollt in die Champions League?!", schallte es höhnisch aus dem VfB-Block auf den Rasen herunter.

Okazaki trifft für den VfB

Die vergebene Chance brachte die Bayern etwas aus dem Konzept. Die Kombinationen waren nicht mehr flüssig - Shinji Okazaki bestrafte es mit dem Führungstreffer für die Stuttgarter auf dem Fuße (25.).

Martin Harnik hatte mit einer präzisen Flanke die Vorarbeit geliefert, zuvor war er sämtlichen Gegenspielern clever entwischt.

Christian Träsch hätte nach einem Konter in der 27. Minute eine Vorentscheidung erzielen können. Aber Bayern-Keeper Jörg Butt war zur Stelle und hielt glänzend.

Jonker hielt es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr auf dem Sitz. Sein Team fing sich wieder, wurde wieder mutiger und konnte sich einmal mehr auf Robben verlassen.

Der Ausnahmedribbler setzte sich im Gewühl am Strafraum gekonnt durch und steckte genial auf Mario Gomez durch. Mit seinem 28. Saisontor markierte der Ex-Stuttgarter den Ausgleich (37.).

Schweinsteiger entscheidet die Partie

Nach der Pause verlor die Partie an Würze. Klare Chancen waren selten, die Teams egalisierten sich im Mittelfeld.

Mit der Einwechslung von Kroos und Ottl wollte Jonker frische Akzente setzen und lag damit richtig.

Kroos lieferte per Freistoß aus dem linken Halbfeld die perfekte Vorlage für eines der rar gesäten Kopfballtore Bastian Schweinsteigers (71.).

Neun Minuten später hätte Gomez beinahe noch seinen 29. Saisontreffer gelandet, er traf nach einer Hereingabe von Philipp Lahm aber nur die Unterkante der Latte.

In der 88. Minute wurde der Angreifer schließlich ausgewechselt und holte sich den verdienten Applaus für eine herausragende Leistung ab.

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