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Mirko Slomka (r.) übernahm im Januar 2010 den Trainerposten bei Hannover 96 © getty

Hannover feiert nach dem Sieg gegen Nürnberg die beste Saison der Vereingeschichte. Der Coach freut sich auf den neuen Rhythmus.

Hannover - Als die Saison der Rekorde beendet war, mutierte Mirko Slomka zum wilden Party-Löwen.

Freudetrunken schwenkte Hannovers ansonsten immer sachlicher Trainer eine riesengroße 96-Fahne, initiierte La Ola und sang das zurzeit beliebteste Lied der Fans.

"Europapokal, Europapokal", schrie Slomka ins Stadionmikrofon und bedankte sich in einer emotionalen Rede bei den Anhängern und der Mannschaft: "Das ist mein Team! Glückwunsch, Männer! Danke für die super Saison! Feiert die ganze Nacht! Viel Spaß!" 404216(DIASHOW: Der 34. Spieltag)

Hannover stellt Rekorde auf

Zum Feiern gab es jede Menge Gründe.

Durch den 3:1 (1:1)-Sieg im Saisonfinale gegen den 1. FC Nürnberg (Spielbericht) behaupteten die Niedersachsen Platz vier - so gut hat 96 noch nie eine Bundesliga-Saison abgeschlossen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

60 Punkte und zwölf Heimsiege bedeuten ebenfalls Vereinsrekord für das Team, das vor einem Jahr am letzten Spieltag den Abstieg gerade so verhindern konnte.

Aus dem Abstiegskandidaten ist dank harter Arbeit und sensationeller Einkaufspolitik ein Europa-League-Teilnehmer geworden.

Rausch lobt Slomka und Schmadtke

"Ein großes Kompliment gilt Trainer Mirko Slomka und Manager Jörg Schmadtke, die die richtigen Leute geholt und die Spieler verbessert haben", sagte Linksverteidiger Konstantin Rausch.

Wirklich analysieren wollte die beste Saison der Vereinshistorie aber kaum jemand. Stattdessen feierten Spieler, Trainer und Fans ausgelassen wie kleine Kinder eine riesengroße Party, die Vorfreude auf Europapokalabende in der kommenden Saison macht.

Als Bundesligavierter beginnt das Europacup-Abenteuer nach 19 Jahren Abstinenz für die "Roten" in den Playoffs.

"Freue mich auf den zusätzlichen Stress"

Die im Fernduell unterlegenen Mainzer müssen dagegen eine zusätzliche Qualifikation bestreiten.

"Ich freue mich auf den zusätzlichen Stress. Donnerstag und Samstag zu spielen, ist aber nicht einfach. Das muss alles genau geplant werden", sagte Slomka, der beim Interview-Marathon nach dem 50. Spiel als Hannover-Trainer immer wieder von seinen Spielern mit Sektduschen oder Eimern voller Eiswasser begossen wurde.

Sektdusche auch für Hecking

Einen davon bekam auch Club-Trainer Dieter Hecking, der von 2006 bis 2009 auf der Hannover-Bank gesessen hatte und mit 133 Punkten noch immer der Rekordtrainer des Vereins ist, bei der Pressekonferenz ab.

"Daran sieht man, dass das auch meine Spieler sind, die da in den Europapokal eingezogen sind", sagte Hecking.

Keine großen personellen Sprünge

Das Team von 96 soll in der kommenden Saison weitestgehend in der selben personellen Besetzung an den Start gehen.

Millionen-Transfers sind mit der eher kleinen und kaum planbaren Einnahme in der Europa League nicht drin, mit Auftritten auf der europäischen Bühne dürften aber Stars wie der umworbene Top-Torjäger Didier Ya Konan eher zu halten sein.

Ya Konan: Erst Hose verloren, dann Tor

Der Ivorer erzielte gegen Nürnberg vor 49.000 Zuschauern per verwandeltem Foulelfmeter den 3:1-Endstand (78.).

Zu diesem Zeitpunkt hatte der 14-malige Saisontorschütze seine Hose zum Glück wiedergefunden, die er beim Jubel über das 2:1 von Rausch (60.) kurzzeitig verloren hatte.

Zuvor hatte Innenverteidiger Karim Haggui (30.) den sehenswerten Führungstreffer der Gäste durch Bundesliga-Debütant Julian Wießmeier (25.) ausgeglichen.

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