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Stale Solbakken war mit Kopenhagen in sechs Jahren fünf Mal dänischer Meister © getty

Die Verflichtung des norwegischen Trainers drängt Kölns 2:1 über Schalke fast in den Hintergrund. S04 stolpert ins Pokalfinale.

Köln - Dem 1. FC Köln ist ein versöhnlicher Abschluss der Bundesliga-Saison und bei der Trainersuche ein echter Coup gelungen.

Der Norweger Stale Solbakken, der den dänischen Erstligisten FC Kopenhagen ins Champions-League-Achtelfinale geführt hatte, wird ab Sommer mit einem Zweijahresvertrag den brisanten Job am Geißbockheim übernehmen.

"Daran, dass wir in einer Saison mit so viel Unruhe Zehnter geworden sind, erkennt man, welche Qualität da ist", sagte Lukas Podolski nach dem 2:1 (1:0) gegen Schalke 04 (Spielbericht).

"Ich bin sicher, dass in der neuen Saison noch einige Plätze mehr drin sind", ergänzte der Kölner Kapitän, der große Hoffnungen in Solbakken setzt.

Für den versöhnlichen Abschluss sorgte auch Sportdirektor Volker Finke, der trotz aller Anfeindungen nach dem Rücktritt des beliebten Trainers Frank Schaefer neun Punkte aus drei Spielen als Interimscoach holte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Achterbahn-Saison endet auf Platz zehn

Geschäftsführer Claus Horstmann lobte Finke, der sich "auf einen Feuerstuhl" gesetzt habe, "obwohl er genau wusste, wenn es schief gegangen wäre, wäre eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr zielführend möglich gewesen".

Für Köln endete eine chaotische Saison mit unzähligen Hochs und Tiefs trotz unzähliger Protest-Plakate gegen den Vorstand versöhnlich. Nach neun Siegen aus den letzten zehn Heimspielen belegte der FC sogar Rang zehn in der Abschlusstabelle - so erfolgreich war er zuletzt vor zehn Jahren.

Torhüter Michael Rensing hofft schon auf eine erfolgreiche nächste Saison: "Wir haben jetzt eine gute Mannschaft zusammen. Ich hoffe, dass wir die wichtigen Spieler halten und das Team auch stärken können."

Novakovic schießt sich auf Platz drei

Milivoje Novakovic beendete die Spielzeit nach seinem 17. Saisontreffer zum 1:0 (25.) als drittbester Torschütze der Liga.

Den finalen Sieg hatte letztlich Mato Jajalo mit einem 30-Meter-Kracher gesichert (60.), Schalke war nur noch der Anschlusstreffer durch Raul gelungen (87.) 404216(DIASHOW: Der 34. Spieltag).

Schalke schlecht wie lange nicht

Nach der schlechtesten Bundesliga-Saison seit 17 Jahren geht Schalke 04 mit schlotternden Knien ins DFB-Pokal-Finale gegen den Außenseiter MSV Duisburg am 21. Mai.

Sechs Pflichtspiel-Niederlagen in Serie lassen vor dem Endspiel am kommenden Samstag in Berlin die Angst vor der "Krönung" einer chaotischen Saison wachsen - und Sportdirektor Horst Heldt rechnete schonmal kräftig mit seinen Profis ab.

Heldt wettert nach Pleitenserie

"Die Mannschaft hat sich emotionslos aus dieser Saison verabschiedet", stellte Heldt nach der Partie fest und ergänzte mit Blick auf das Duell mit dem Zweitligisten Duisburg: "Ich hoffe, dass sie es hinbekommt, den Schalter umzulegen. Ich habe das als Spieler nie geschafft."

Die vor wenigen Wochen noch sensationell ins Champions-League-Halbfinale gestürmten Schalker präsentierten sich zumindest 70 Minuten lang dermaßen schlecht, dass Heldt Absicht vermutete.

"Dieser Tabellenplatz ist die Wahrheit"

"Offenbar hat die Mannschaft einen Masterplan aufgestellt und sich in den letzten Wochen ausgeruht", sagte er mit beißender Ironie.

14. und damit Fünftletzter - zuletzt war Schalke 1993/94 so schlecht. "Dieser Tabellenplatz ist die Wahrheit", stellte Heldt fest: "Wir sind in keiner Phase der Saison unseren Ansprüchen gerecht geworden."

Die Mannschaft habe die Chance, mit einem Pokalsieg die Saison zu retten. "Mit so einer Leistung wird es aber schwierig", sagte Heldt aber: "Duisburg kann befreit aufspielen, und wir haben alles zu verlieren. Aber wir müssen diesen Pokal einfach holen, denn wir wollen international spielen."

Neuer kommentarlos

Doch in den letzten Wochen geht nichts mehr bei den Königsblauen.

Beinahe wehrlos schenkten sie die letzten Saisonspiele ab, die Demontage beim 0:2 im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Manchester United scheint ein echter Knackpunkt gewesen zu sein.

Kapitän Manuel Neuer verließ das Stadion nach seinem wohl letzten Bundesliga-Spiel im Schalker Trikot kommentarlos, und sogar der so furios gestartete Trainer Ralf Rangnick ist inzwischen ratlos.

Rangnick ratlos

"Ich habe keine Erklärung, warum die Mannschaft in der ersten Halbzeit so schlecht war. Vor dem Spiel habe ich sie noch eingeschworen", sagte der Coach.

Für einen Pokalsieg müsse sein Team "den Hebel umlegen und sich anders präsentieren".

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