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Mario Gomez (r.) erzielte in dieser Saison 28 Treffer für den FC Bayern © getty

Nach dem Sieg über den VfB haken die Bayern die Saison ab. Uli Hoeneß plaudert über Transfers, Gomez über seinen Titel.

Von Mathias Frohnapfel und Daniel Rathjen

München - Uli Hoeneß brachte es kurz und schmerzhaft auf den Punkt.

"Am besten vergessen wir die Saison schnell und schauen nach vorne", sagte der Präsident des FC Bayern nach dem 2:1-Sieg über den VfB Stuttgart (Bericht).

Die Münchner haben Platz drei erreicht, was Hoeneß unter "Minimalziel" abhakte.

Mehr war nach Leverkusens 1:0-Sieg in Freiburg (Bericht) ohnehin im Endspurt nicht möglich (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Nerlinger: "Champions League kein Selbstläufer"

Um in die Champions League zu kommen, muss der FCB nun die Playoff-Runde im Sommer bestehen.

Dort könnten Gegner wie Manchester City, Lazio Rom und der FC Villarreal warten.

"Das wird sehr gefährlich, kein Selbstläufer", warnte Sportdirektor Christian Nerlinger.

"Weitgehend Einigung mit Schalke erzielt"

Doch Hoeneß will in der nächsten Saison wieder angreifen und gönnte der Konkurrenz einen Blick darauf, mit welchen Spitzenkräften die Bayern Platz eins zurückerobern wollen.

Zuallererst ist da die Königspersonalie Manuel Neuer.

"Ich denke, dass unser Vorstand in den Gesprächen mit Schalke weitgehend Einigung erzielt hat", verkündete Hoeneß auf "sky".

Offiziell ist noch nichts, doch das verwies Hoeneß als "psychologische Frage" an die Schalker, "ob sie es für besser halten, das vorher oder nachher bekannt zu geben".

"Von allen Leiden befreit"

Das bedeutet quasi eine Vollzugsmeldung und entlockte FCB-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer den Spruch: "Na jetzt hat er noch ein Spiel, dann ist er von allen Leiden befreit."

Gemeint ist das Pokalfinale der Schalke gegen den MSV Duisburg am nächsten Samstag.

Und da Hoeneß gerade in Schwung war, ließ er die Bundesliga-Kollegen wissen, dass die Bayern auch einen Blick auf Leverkusens Arturo Vidal geworfen hätten.

Interesse an Vidal bestätigt

"Wir sind an dem Spieler interessiert, man wird sehen, ob das möglich ist oder nicht", sagte er über einen Lieblingsspieler von Noch-Leverkusen- und Bald-Schon-Bayern-Coach Jupp Heynckes.

Mit Heynckes hofft Hoeneß auch Fußball wieder nach seinem Gusto genießen zu können. Der "beste Erfolg", so seine Lehre aus dieser Saison, nütze nichts, wenn "man keinen Spaß hat".

Was den Spaßfaktor anbetrifft, kann sich der 59-Jährige über Andries Jonker nicht beschweren. Der Bayern-Interimscoach legte vier Siege und ein Remis hin, sein Team ballerte sich mit 20 Treffern den Frust von der Seele.

Kompliment für Jonker

"Einen super Job" bescheinigte Hoeneß daher Jonker und gab sich gegenüber der Mannschaft milde, zumal die als bestes Heim- und Rückrundenteam glänzte.

"Es gibt keinen Grund, den Saisonabschluss nicht zu feiern. Die letzten Wochen haben viel Spaß gemacht, aber wir sollten unsere Ansprüche für die neue Saison etwas höher hängen."

Mario Gomez musste der FCB-Präsident zum Feiern nicht eigens auffordern.

Gomez sagt Mitspielern Danke

Mit beiden Händen hatte Gomez die Torjägerkanone gepackt, als er im Bauch der Allianz Arena vor den Reportern stoppte.

"Ich bin stolz in einer Reihe klangvoller Namen zu stehen", sagte Gomez und vergaß auch seine Mitspieler nicht.

"Das ist immerhin ein Titel für die Mannschaft in dieser Saison. Es war auch Verdienst des Teams, 28-mal habe ich fantastisch den Ball bekommen."

Auch gegen seinen Ex-Klub aus Stuttgart servierte ihm Arjen Robben den Ball so, wie ihn ein Torjäger eben gerne haben möchte (404216 DIASHOW: Der 34. Spieltag).

Die Führung von Shinji Okazaki war damit wettgemacht und Bastian Schweinsteiger bescherte Bayern mit seinem Kopfballtreffer noch einen halbwegs versöhnlichen Saisonabschluss.

Labbadia mit Team zufrieden

Die Stuttgarter ärgerten sich über die Niederlage nicht allzu sehr.

"Wir sind hier sehr beherzt aufgetreten, es war spannend zu sehen, wie wir ohne Druck zurechtkommen. Wir haben es versäumt, das zweite Tor zu machen", sagte VfB-Coach Bruno Labbadia kurz.

Die Torjägerkanone hatte der frühere Stürmer schon vorher unter Augenschein genommen.

Immerhin war es Gomez gelungen, sich eine Trophäe zu schnappen, die Labbadia nie mit nach Hause nehmen durfte.

"Dafür kann sich der Verein nichts kaufen"

Hoeneß brachte aber auch Gomez wieder auf den Boden der Tatsache.

"Das ist für Mario eine feine Sache", relativierte er die Bestmarke des Torjägers, "aber dafür kann sich der Verein nichts kaufen".

In der nächsten Saison soll es nach seinen Wünschen wieder echte Titel für den Klub geben.

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