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Andre Schürrle erzielte 15 Saisontreffer für den FSV Mainz 05 © getty

Für Mainz beginnt mit dem Abgang von Lewis Holtby und Andre Schürrle der große Umbruch. Auch St. Pauli beklagt zwei Abschiede.

Mainz - Als Lewis Holtby im Kabinengang stand, kam eine Menge Wehmut auf.

"Das ist so emotional hier, Wahnsinn", sagte der 20-Jährige nach dem 2:1 gegen St. Pauli (Spielbericht), seinem letzten Spiel für den FSV Mainz 05: "Einfach alles in diesem Verein hat mich überzeugt - es war eine absolut geile Zeit!"

Doch die Party ist nun vorbei, es folgt eine Zeit des Umbruchs. Die berüchtigte Mainzer Boygroup wird sich auflösen, denn neben Holtby wird auch Nationalspieler Andre Schürrle den Verein verlassen, und im Stadion am Bruchweg wird nie wieder gespielt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nach minutenlangen Standing Ovations der Fans stellte Trainer Thomas Tuchel unmissverständlich klar, was sich in Mainz künftig ändern muss: "Die Spieler sollen keine Lobeshymnen singen - die Jungs sollen bleiben!" 404216(DIASHOW: Der 34. Spieltag)

Mainz feiert die Europa League

Doch soweit ist es eben in Mainz noch nicht; wer dort aufsteigt wie eine Rakete, greift woanders nach den Sternen.

Dennoch wurden Mannschaft, Trainer und Fans lange gefeiert - für die überragende Saison, den Einzug in die Europa League, und überhaupt für alles.

"Vor ein paar Jahren wäre so eine Saison noch unmöglich gewesen", sagte Torhüter Christian Wetklo stolz: "Ich werde noch ein paar Tage brauchen, um das zu realisieren."

Schürrle wird melancholisch

Auch Schürrle, der im kommenden Jahr mit Bayer Leverkusen sogar in der Champions League spielen wird, wurde melancholisch. "Alles was ich kann, habe ich hier gelernt", sagte er: "Ich bin vor allem dem Trainer dankbar - er hat aus mir gemacht, was ich heute bin."

Unter Tuchel hat sich Andre Schürrle ungemein entwickelt, genau wie Lewis Holtby, der zu Schalke 04 zurückkehrt. "Dass die beiden gehen, ist ein großer sportlicher Verlust", sagte Tuchel.

Zumindest für eine Feier werden sowohl Schürrle als auch Holtby noch bleiben: Einmal noch spielen die "Bruchweg Boys" groß auf.

"Ein letztes Konzert"

"Wir werden ein letztes Konzert geben, mit der Mannschaft als Backgroundtänzer", sagte Holtby. Der Boygroup-Torjubel der Jungstars war ein Markenzeichen der Mainzer geworden - auch das werden sie vermissen.

Den Abschied von seinem Stadion wird der Klub indes schneller verkraften können als die Abgänge.

Das Spiel gegen St. Pauli war das letzte im Stadion am Bruchweg, dem "Schmuckkästchen". Zur neuen Saison zieht der Verein um, er wird die internationalen Gäste in seiner neuen Arena empfangen.

"Ich verlasse das Stadion schon mit ein bisschen Wehmut. Aber ich freue mich auch schon auf das neue", sagte Präsident Harald Strutz.

Doppelter Abschied für St. Pauli

Abschied nehmen musste auch der FC St. Pauli, von der Bundesliga und von Trainer Holger Stanislawski. Der Absteiger wurde vom fairen Mainzer Publikum ebenfalls mit warmem Applaus verabschiedet.

Es war Balsam auf die Seelen der Spieler, die bei ihrem vorerst letzten Erstliga-Heimauftritt von Bayern München in der Vorwoche 1:8 zerlegt worden waren.

"Das war heute ein anderes St. Pauli als letzte Woche", sagte Mittelfeldspieler Matthias Lehmann: "Wir haben gezeigt, dass wir Fußball spielen können."

Demnächst in der Zweiten Liga.

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