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Auch Fenin konnte nichts retten: Nach sechs Jahren Bundesliga steigt die Eintracht ab © getty

Nach dem Abstieg wird sich die Eintracht von Coach Daum trennen. Vor der neuen Saison müssen einige Probleme gelöst werden.

Frankfurt - Die Eintracht hat den Absturz in die Zweitklassigkeit nicht verhindern können 404216(DIASHOW: Der 34. Spieltag).

Die bislang schlechteste Rückrunde der Vereinsgeschichte führte geradewegs ins Fußball-Unterhaus (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Kurz nach dem vierten Abstieg haben die Aufräumarbeiten bereits begonnen, die ersten Weichen sind gestellt worden. Heribert Bruchhagen erhält als Vorstandsboss einen Vertrag für die Zweite Liga, neuer Manager soll Jan Schindelmeiser werden.

Die Tage von Coach Christoph Daum im Verein sind dagegen nach nur sieben Spielen gezählt. Schon am Montag soll über einen Nachfolger diskutiert werden.

Nur drei von möglichen 21 Punkten holte Daum, nachdem er seinen in der Rückrunde glücklosen Vorgänger Michael Skibbe abgelöst hatte. Ein mehr als enttäuschender Wert für den "Zampano", der am Samstag zum ersten Mal in seiner Trainer-Karriere abstieg.

"Ich bin enttäuscht darüber, dass ich der Eintracht nicht mehr habe helfen können", meinte Daum, der nach der bitteren 1:3-Pleite bei Meister Borussia Dortmund "den Spielern Mut zugesprochen" hatte (Bericht).

"Haben Sie einen Knacks?"

Die Schuld an der Niederlage suchte er einmal mehr nicht bei sich, sondern legte sich wie schon in der Vorwoche erneut mit einem TV-Reporter an.

"Haben Sie einen Knacks?", fragte Daum den Journalisten, nachdem die Frage aufgeworfen worden war, ob die Laufbahn des 57-Jährigen nach dessen ersten Abstieg als Trainer einen Knacks erhalten habe.

"Das ist eine Unterstellung. Das geht viel zu weit direkt nach dem Spiel. Ich habe in sieben Spielen versucht zu retten, was zu retten war", sagte der Trainer-Guru (Einwurf: Das Ende des "Magiers").

[kaltura id="0_e09r06l8" class="full_size" title="Die gro e Leere"]

Top-Kandidat für seine Nachfolge ist Thomas Doll, der zwischen 1993 und 1996 bereits als Spieler bei der Eintracht aktiv war.

"Wir werden sehen, wer neuer Trainer wird. Ich werde mich erst nach der Sitzung äußern. Ich bin nicht nur enttäuscht, sondern habe auch Konsequenzen im Kopf", sagte Bruchhagen, der den Abstieg der Hessen nach nur acht Punkten in der Rückrunde als "verdient" bezeichnete:

"Nach 34 Spieltagen lügt die Tabelle nicht. Wir haben eine sehr desaströse Rückrunde gespielt und dürfen uns nicht beklagen, dass wir am Ende dann abgestiegen sind."

Unterstützung für Bruchhagen

Aufsichtrats-Boss Wilhelm Bender untermauerte noch einmal, dass Bruchhagen in Zukunft die sportlichen Geschicke bei den Hessen nicht mehr alleine leiten darf:

"Wir sind uns mit Herrn Bruchhagen einig, die Doppellösung aufzugeben und neben ihm einen Sport-Manager zu installieren." Zunächst muss im neunköpfigen Kontrollgremium aber noch mit 7:2-Stimmen für die Vertragsverlängerung von Bruchhagen gestimmt werden.

Derweil wird Bruchhagen dem Aufsichtrat am Montag sein Konzept für die Zweite Liga vorlegen. Der Name Daum wird dabei keine Rolle spielen.

Elf Millionen weniger

Großes Thema werden vielmehr die Finanzen sein. Für den Lizenspielerkader stehen statt 28 Millionen Euro nur noch 17 Millionen Euro zur Verfügung.

18 Profis haben aktuell auch Verträge für die 2. Liga. Trotzdem sollen Spieler wie Maik Franz und der Brasilianer Chris, die keine Verträge für das Unterhaus haben, gehalten werden.

Diskutiert wird noch über Keeper Ralf Fährmann, der auch in Dortmund mit zwei gehaltenen Elfmetern eine gute Leistung zeigte.

Frauen-WM als Problem

Viel Zeit für die Planung des Zweitliga-Kaders bleibt den Frankfurtern nicht. Durch den Abstieg beginnt die nächste Saison für sie schon ungewöhnlich früh. Bereits am 15. Juli steigt der erste Spieltag der kommenden Zweitliga-Saison.

Und wo sich die Spieler auf die angestrebte Rückkehr in die Bundesliga vorbereiten werden, ist auch noch nicht geklärt. Die Arena und das gesamte umliegende Gelände sind Teil einer Bannmeile bei der Frauen-WM. Das Finale wird am 17. Juli in Frankfurt ausgetragen.

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