SPORT1-Experte Udo Lattek glaubt, dass VfL-Trainer Magath seinen Spielmacher aufgrund von dessen Klasse schnell begnadigen wird.

Hallo Fußball-Freunde,

Wolfsburgs Diego hat mit seiner Hotelflucht vor dem entscheidenden Spiel in Hoffenheim für einen Eklat gesorgt. (Bericht)

Ich hatte das gleiche Problem auch schon mal mit einem Diego, aber nur eine Ebene höher.

Nämlich mit Diego Maradona beim FC Barcelona.

Er hat zwar nicht die Kabine verlassen, aber er ist zu spät gekommen. Wir hatten gesagt, sieben Uhr ist Abfahrt.

Die ganze Mannschaft war da, wer fehlte war Diego.

Ich bin dann in einer Zwickmühle gewesen: Wenn ich warte, verliere ich bei der Mannschaft, wenn ich fahre bei Diego.

Ich habe mich für die Mannschaft entschieden und gesagt: Abfahrt.

Da bin ich noch nicht sofort entlassen worden. Diego kam mit dem Taxi nach, es war alles ruhig und ich habe nach dem Spiel gesagt: So geht das nicht.

Und Diego hat gesagt: Da hast du recht.

Zwei Wochen später hat der Präsident angerufen, ich solle beim ihm vorbeikommen - und dann war ich auch schon wieder entlassen.

Ich habe auch sonst festgestellt, dass die brillanten Fußballer immer ein leichteres Leben bei ihren Vereinen haben.

Der VfL will Diego bestimmt behalten, er ist schließlich ein überragender Fußballer.

Diese Spieler kommen immer leichter zurück. Bei einem anderen Spieler hätte Felix Magath diese Dinge gar nicht durchgehen lassen.

Wenn Magath jetzt schon wieder mit ihm sprechen will, dann bin ich sicher, dass das Thema schnell vom Tisch ist.

Die Wolfsburger haben den Klassenerhalt trotz Diego geschafft und danach gefeiert wie die Meister.

Doch die einzig wahre Meisterfeier fand an diesem Wochenende in Dortmund statt. Der BVB hat sich den Titel und den Trubel danach redlich verdient.

Ich würde auch nicht ausschließen, dass die Borussia die Schale verteidigen kann.

Ich habe zwei Mal drei Meisterschaften hintereinander geholt. Es ist also nicht so, dass Mannschaften den Titel nicht wiederholen können.

Aber man muss gleich am Anfang höllisch aufpassen. Die Spieler reifen mit jedem Jahr, die Anforderungen werden größer, die Angebote werden mehr.

Es kommt ein gewisser Neid unter den Spielern auf. Dann kommen auch noch die Spielerfrauen dazu, die sagen: Die hat einen Nerz bekommen, die hat das bekommen, und so weiter.

Da wird viel Arbeit auf Jürgen Klopp zukommen, das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Bis nächste Woche!Euer Udo Lattek

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