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Diego erzielte in 114 Bundesligaspielen 44 Tore © getty

Der Brasilianer erscheint überraschend zum Training. VfL-Coach Magath lässt dessen Zukunft offen, Beckenbauer rät zum Rauswurf.

Von Martin Volkmar

München/Wolfsburg ? "Skandal-Profi" Diego überschattet weiter die Last-Minute-Rettung des VfL Wolfsburg.

Nach seiner Hotelflucht vor dem letzten Bundesligaspiel in Hoffenheim (Bericht) steht der Brasilianer bei den "Wölfen" vor dem Aus.

Am Sonntag traf Felix Magath erste Konsequenzen und verhängte eine fünfstellige Geldstrafe inklusive Abmahnung.

Auch wenn der Coach angeblich überlegt, Diego aufgrund seines spielerischen Potenzials zu begnadigen: Die Zeichen stehen auf Trennung (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Überraschender Trainingsbesuch

"Ich habe einen Vertrag. Wir müssen uns zusammensetzen und eine Lösung finden", meinte Diego am Sonntag, nachdem er überraschend am halbstündigen Trainingsspielchen teilgenommen hatte.

"Er hat einen Vertrag und anscheinend gemerkt, dass man Pflichten erfüllen muss", meinte Magath dazu.

Diego selber schwieg zu seinem unrühmlichen Abgang am Tag zuvor, als er die Mannschaft aufgrund seiner Nichtberücksichtigung für die Startelf im Stich gelassen hatte.

"Es ist nicht der Moment, darüber zu reden. Das Wichtigste ist, dass wir die Klasse gehalten haben", sagte er nur und verabschiedete sich dann in den Urlaub 404216(DIASHOW: Der 34. Spieltag).

Friedrich zeigt Verständnis

Von Einsicht keine Spur. Daher ist es trotz Vertrags bis 2014 äußerst fraglich, ob der im Vorjahr für eine Ablöse von 15,5 Millionen Euro von Juventus Turin gewechselte Diego nochmal zurückkehrt.

Auch vor den Mitspielern hatte sich Diego nicht mehr geäußert. Entsprechend groß war der Ärger.

[kaltura id="0_3jj19gns" class="full_size" title="Wolfsburg und das Diego Problem"]

"Ich war überrascht, dass er hier ist. Aber im Fußball ist ja bekanntlich alles möglich", berichtete Arne Friedrich und zeigte sogar etwas Verständnis:

"Wir hatten gestern Abend noch SMS-Kontakt, da hat er sich entschuldigt. Einerseits ist das untragbar. Andererseits will er halt immer spielen. Das war nicht richtig, das weiß Diego."

Schäfer: "Nicht zu entschuldigen"

Bei den anderen Teamkollegen ist die Diva dagegen unten durch. "Diese Aktion von Diego vor so einem wichtigen Spiel ist durch nicht zu entschuldigen. Das hat die Mannschaft verletzt", sagte Kapitän Marcel Schäfer.

Auch Magath war noch stocksauer. "Er hat keine Erklärung für sein Verhalten abgegeben. Ich habe aber auch keine eingefordert?, sagte er. "Alles Weitere muss man sehen."

Nachdem er nach dem Spiel noch davon gesprochen hatte, sämtliche rechtlichen Schritte gegen Diego prüfen zu wollen, ließ er sich am Sonntag noch ein Hintertürchen offen.

Magath lässt Diegos Zukunft offen

"Wenn jemand einen Fehler macht, dann interessiert mich das nicht. Ich bin bereit, mit jedem zusammenzuarbeiten, aber es muss erkennbar sein, dass derjenige meinen Weg mitgeht", sagte Magath.

Franz Beckenbauer riet dem Wolfsburger Sportchef allerdings zum Rauswurf. " Ich kann mir nicht vorstellen, dass Diego unter Felix Magath eine Zukunft hat", sagte er bei "Sky".

"Unverschämtheit"

"Ich finde es eine Unverschämtheit, die Mannschaft in einer solchen Situation zu verlassen. Das ist schlechter Charakter", so Beckenbauer weiter.

So hätte das Fehlen des ehemaligen Werder-Stars beinahe zum Abstieg geführt, doch nach dem 0:1 bekamen die "Wölfe" doch noch die Kurve ? und feierten auf der Rückfahrt von Sinsheim im brechend vollen "Samba-Express" mit rund 500 Fans, als wären sie gerade Meister geworden.

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