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Philipp Lahms Vertrag bei Bayern läuft noch bis ins Jahr 2016 © imago

Philipp Lahm ist von der Saison enttäuscht. Bei SPORT1 zieht der Bayern-Kapitän Bilanz und richtet den Blick nach vorne.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Er spielte auf seiner Lieblingsposition.

Ob Liga, DFB-Pokal oder Champions League: Als rechter Verteidiger stand Philipp Lahm in allen 47 Pflichtspielen auf dem Feld (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Zufrieden ist der Kapitän des FC Bayern trotz dieser bemerkenswerten Leistung nicht. Mit dem Erreichen des dritten Platzes blieben die Münchner unter den eigenen Erwartungen.

Für den Ur-Bayer Lahm, der das Erfolgsgen schon in der Jugend implantiert bekommen hat, ist das enttäuschend.

Drei Saisontore (davon zwei Elfmeter) sowie fünf Scorer-Punkte stehen für ihn zu Buche. Die Statistik zeigt: Ausflüge nach vorne konnte sich Lahm nur selten leisten, zu sehr standen er und seine Abwehrkollegen unter Druck.

"Wir haben zu viele Gegentore kassiert", macht Lahm im Gespräch mit SPORT1 denn auch als Grundproblem der schwierigen Runde aus.

Bessere Zukunft?

Im Interview zieht der 27-Jährige eine durchwachsene Bilanz, prophezeit aber eine bessere Zukunft (241095Bayerns Planspiele).

SPORT1: Herr Lahm, für den FC Bayern endet eine kuriose, eine anstrengende Saison. Wie fällt Ihre Bilanz aus?

Philipp Lahm: Wenn man nicht bis zum Schluss um den Titel mitgespielt hat, ist es beim FC Bayern immer eine enttäuschende Saison. Da wir vor ein paar Wochen noch Vierter waren, kann man jetzt auch damit zufrieden sein, dass wir noch Dritter geworden sind.

SPORT1: Welche Lehren haben Sie gezogen?

Lahm: Man nimmt immer etwas mit. Allein schon die Erfahrung, wenn es mal nicht so läuft.

SPORT1: Wo gilt es nun anzusetzen, gerade auch im Hinblick auf die neue Saison?

Lahm: In der Defensive müssen wir viel verbessern. Wir haben in diesem Jahr zu viele Gegentore bekommen. So kann man nicht um die Meisterschaft mitspielen. Wir müssen unsere Abwehr stabilisieren. Das wird Jupp Heynckes mit Sicherheit machen.

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SPORT1: Was waren die Knackpunkte der Saison?

Lahm: Da gab es einige. Schon allein der Start mit sieben Punkten aus acht Spielen. Das ist viel zu wenig, um ganz vorne mitzuspielen. Dadurch sind wir unter Druck geraten.

SPORT1: Wie viel Schuld trägt Louis van Gaal?

Lahm: Ich werde sicher nicht nachtreten. Wie gesagt, die vielen Gegentore waren der Hauptgrund.

SPORT1: Immerhin hat Bayern die beste Offensive der Liga?

Lahm: Sicher, das ist etwas Schönes. Auch, dass Mario Torschützenkönig geworden ist. Aber ein paar Plätze weiter oben wären uns lieber gewesen.

SPORT1: Ganz oben stand am Ende der BVB. Erfolgt in der kommenden Saison der große Gegenschlag?

Lahm: Keine Frage, für uns geht es nächstes Jahr wieder um den Titel. Wir werden uns nicht hinstellen und sagen, wir wollen die Champions-League-Qualifikation, sondern wir werden sagen, dass wir die Deutsche Meisterschaft holen, das ist meine feste Überzeugung.

SPORT1: Zunächst gilt es allerdings auch, die Qualifikation für die Champions League holen. Wie schwer wird das?

Lahm: Klar wird das schwer. Aber wir sind der FC Bayern. Jeder, der auf uns trifft, wird sagen: Das ist das härteste Los.

SPORT1: Inwiefern ist es mental belastend, dass diese Playoff-Runde noch gespielt werden muss?

Lahm: Klar wird die Qualifikation das Thema sein in der Mannschaft. Wir haben mit Platz drei den ersten Schritt gemacht. Eine perfekte Vorbereitung mit der Qualifikation bereits in der Tasche wäre natürlich besser, das steht außer Frage.

SPORT1: Letztes Jahr stand Bayern im Champions-League-Finale, jetzt steht die Quali auf dem Spiel. Ist die Entwicklung der Mannschaft unterbrochen?

Lahm: Ich bin sehr zuversichtlich, was die Zukunft angeht. Ich glaube immer noch, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Man muss das, auch als Spieler, einfach mal akzeptieren, dass mal eine schwierige Saison kommt. Wichtig ist jetzt, dass wir uns für die Champions League qualifizieren. Und dann haben wir auch wieder Möglichkeiten, um den Titel mitzuspielen.

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