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Aus nach nur 55 Tagen bei Eintracht Frankfurt: Trainer Christoph Daum © getty

Nach 55 Tagen ist die Ära des Trainers bei Absteiger Frankfurt schon beendet. Dagegen bleibt Boss Bruchhagen im Amt.

Frankfurt - Das erfolglose Intermezzo Christoph Daum ist beim Absteiger Eintracht Frankfurt nach nur 55 Tagen beendet.

Der 57-Jährige hat offiziell bekanntgegeben, dass er den Hessen für die Zweite Liga nicht zur Verfügung steht (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Eintracht Frankfurt sollte den Wiederaufstieg mit einem anderen Trainer angehen. Es gab für mich so keine Perspektive mehr, auch wenn der Verein und die Mannschaft mir sehr am Herzen liegen", sagte Daum bei einer extra einberufenen Pressekonferenz am Montag.

Damit beginnen die Aufräumarbeiten so richtig 404216(DIASHOW: Der 34. Spieltag).

Bruchhagen im Amt bestätigt

Während neben Daum auch der 16-Tore-Stürmer Theofanis Gekas in Frankfurt wohl keine Zukunft mehr hat, bleibt Heribert Bruchhagen trotz des Abstiegs Vorstandsboss und soll die Eintracht gemeinsam mit einem neuen Manager und Coach direkt wieder in die Bundesliga führen.

Der neunköpfige Aufsichtsrat entschied am Montagabend nach einer fünfstündigen Sitzung, den Vertrag von Bruchhagen bis Ende Juni 2012 zu verlängern.

Der bisherige Kontrakt galt nur für die erste Liga. Zudem wird ein Sport-Manager verpflichtet.

Doch die Hessen stehen unter Druck, vor allem in der Trainerfrage (Einwurf: Das Ende des "Magiers").

Eintracht in Eile

"Es muss schnell gehen, das ergibt sich alleine schon daraus, dass wir am 6. oder 7. Juni wieder mit dem Training anfangen. Wir haben einen kompletten Kader mit 18 Spielern unter Vertrag, dazu drei Jugendliche. Und natürlich werden noch welche hinzukommen. Die erste Entscheidung, die jetzt fällt, ist, wer neuer Trainer wird", sagte Bruchhagen.

Als Nachfolger des glücklosen Daum, der in sieben Spielen nur magere drei Punkte holte und erstmals in seiner Karriere abstieg, ist unter anderem Thomas Doll im Gespräch.

Kommen Doll und Schindelmeiser?

Doch Bruchhagen verpflichtet eigentlich keine Trainer, über die bereits in den Medien spekuliert wurde.

Deshalb scheint auch der Schweizer Marcel Koller derzeit keine Option mehr zu sein.

Dagegen gilt Jan Schindelmeiser, ehemaliger Sportvorstand bei 1899 Hoffenheim, neben Dietmar Beiersdorfer als heißester Kandidat für den Managerposten.

Am Montag tagte am ehrwürdigen Riederwald der Eintracht-Aufsichtsrat.

[kaltura id="0_6l0qn5lp" class="full_size" title="Der Messias tritt ab"]

Der nur in Krisenzeiten auftauchende Vizepräsident Axel Hellmann hatte bereits nach der Heimniederlage in Köln mit Blick auf Bruchhagen erklärt: "Ein 'weiter so' kann es nicht geben."

Doch Aufsichtsrats-Boss Wilhelm Bender untermauerte noch einmal, dass Bruchhagen auch in Zukunft die sportlichen Geschicke bei den Hessen leiten darf. Allerdings nicht mehr alleine: "Wir sind uns mit Herrn Bruchhagen einig, die Doppellösung aufzugeben und neben ihm einen Sport-Manager zu installieren", sagte Bender.

England-Angebote für Fährmann

Zunächst muss im neunköpfigen Kontrollgremium aber noch mit 7:2-Stimmen für die Vertragsverlängerung von Bruchhagen gestimmt werden.

Spannend wird auch sein, mit welchen Spielern die Eintracht in die neue Saison geht. Der bisherige Kapitän Patrick Ochs wechselt für drei Millionen Euro zum VfL Wolfsburg. 316092(DIASHOW: Die Bundesliga-Wechselbörse)

Keeper Ralf Fährmann hat Angebote aus England vorliegen, will aber offenbar in Frankfurt bleiben. Caio soll zurück in seine brasilianische Heimat transferiert werden.

Franz wohl von Hertha umgarnt

Innenverteidiger Maik Franz soll unmittelbar vor einem Wechsel zu Hertha BSC Berlin stehen, will aber zunächst am Freitag mit der Eintracht über seine Zukunft sprechen.

"Ich will im Moment nichts überstürzen. Ich bin jetzt fast 30 und das wird mein letzter großer Vertrag. Und es gibt auch Anfragen von dem einen oder anderen Bundesligisten", sagte Franz.

Und weiter: "Aber ich fühle mich in Frankfurt sehr wohl, deshalb ist die Eintracht auch mein erster Ansprechpartner. Das gesamte Paket muss einfach passen. Und es geht mir auch nicht darum, jeden Euro umzudrehen"

Auch Gekas vorm Absprung

Halil Altintop und der Brasilianer Chris, der keine Lust auf die Zweite Liga hat, können ablösefrei gehen.

Und der Grieche Gekas, der nach 14 Treffern in der Hinserie in der Rückrunde nur noch zweimal traf, darf sich für eine festgeschriebene Ablösesumme in unbekannter Höhe einen neuen Klub suchen.

"Dieser Verein ist stark aufgestellt und hat genügend Substanz, um den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen", sagte Bruchhagen, der auch an den direkten Wiederaufsteig 2004 unter Willi Reimann erinnerte: "Da ist uns die Rückkehr mit einer schwächeren Mannschaft gelungen".

Amanatidis fordert: "Ausmisten"

Der Frankfurter Stürmer Ioannis Amanatidis forderte mit Blick auf den aktuellen Kader allerdings: "Wir müssen jetzt ausmisten."

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