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Lucien Favre wurde in der Vorsaison bei Hertha BSC von Friedhelm Funkel abgelöst © getty

Vor der Relegation versuchen Gladbachs Trainer Favre und Bochums Funkel sich gegenseitig die Favoritenrolle zuzuspielen.

Von Christian Stüwe

München - Eigentlich gibt es sowohl bei Borussia Mönchengladbach als auch beim VfL Bochum jede Menge Gründe dafür, Optimismus zu verbreiten.

Beide Teams erwischten keinen guten Start in die Saison.

Doch die Gladbacher retteten sich nach einer beeindruckenden Aufholjagd in die Relegation. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Bochum qualifizierte sich nach einer starken Rückrunde in der Zweiten Liga als Herausforderer des Bundesligisten.

Favre sieht sein Team als Außenseiter

Doch vor dem Hinspiel im Borussia-Park am Donnerstag (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) reden beide Trainer die Chancen ihrer Mannschaft klein.

"Favorit sind wir nicht", erklärte Gladbachs Trainer Lucien Favre: "Bochum ist ein schwerer Gegner."

Da dem Bundesligisten stets die Favoritenrolle zugeschrieben werde, sei der Druck für seine Mannschaft extrem hoch, teilte der Schweizer mit.

Bochums Trainer Friedhelm Funkel schätzte die Situation offenbar ähnlich ein und war darauf bedacht, mit viel Understatement den Druck auf Gladbach noch zu erhöhen.

Gelingt Funkel der sechste Aufstieg?

"Wir sind der Außenseiter", sagte Funkel: "Gladbach ist ein Top-Klub, mit einem tollen Team und einem tollen Trainer."

Dabei sprechen zumindest die Statistiken für die Bochumer.

Funkel ist der absolute Aufstiegsexperte im deutschen Fußball. Gleich fünfmal führte er Teams aus der Zweiten Liga in die Bundesliga.

Der VfL ist zudem ein echter Experte in Sachen direkter Wiederaufstieg. Ebenfalls fünfmal gelang den Bochumern dieses Kunststück.

VfL: Zwölf Jahre ungeschlagen gegen Gladbach

Dazu kommt eine tolle Serie des VfL gegen Gladbach. Seit über zwölf Jahren sind die Bochumer gegen die Borussia unbesiegt.

"Ich bin jetzt im siebten Jahr beim VfL", sagte Marcel Maltritz im "Reviersport": "Gegen Mönchengladbach habe ich noch nie verloren."

Generell präsentierte sich die Mannschaft offensiver als der Trainer.

"Wir können es packen", glaubt Stürmer Mirkan Aydin.

Reus nimmt Favoritenrolle an

Doch auch die Gladbacher Spieler lehnten sich weiter aus dem Fenster als ihr Trainer.

"Als Erstligist sind wir der Favorit, und so wollen wir auch beide Spiele angehen", sagte der zuletzt stark aufspielende Marco Reus.

Denn auch für die "Fohlen" gibt es einen statistischen Mutmacher.

Zwischen 1982 und 1991 und seit 2009 wurde der letzte Bundesliga-Teilnehmer zwölfmal in der Relegation ermittelt, dabei setzte sich achtmal das klassenhöhere Team durch.

Großer Fan-Andrang

Fest steht auf jeden Fall schon jetzt, dass beide Mannschaften sich auf die volle Unterstützung ihrer Fans verlassen können.

Lange Schlangen bildeten sich am Montag am Borussia Park, die frei verkäuflichen Tickets für das Hinspiel in Gladbach waren innerhalb einer Stunde ausverkauft.

In Bochum ähnelten sich die Bilder. Auch dort sind nur noch wenige Karten für das Rückspiel übrig.

"Dass das Spiel so schnell ausverkauft ist, unterstreicht die fantastische Unterstützung, die die Mannschaft in diesen Wochen von unseren Fans bekommt", sagte Gladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers.

Und so wird das Relegations-Hinspiel am Donnerstag vor 54.057 gespannten Zuschauern angepfiffen.

Spätestens dann werden auch Favre und Funkel ihre Zurückhaltung ablegen.

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