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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Thomas Müller erzielte in dieser Saison zwölf Bundesligatore © getty

In einer Saison ohne Titel konnte sich der FC Bayern immerhin auf seine Angreifer verlassen. Müller formuliert eine Kampfansage.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Sie ist nach wie vor das Prunkstück des FC Bayern: die Offensive.

Mit 81 Toren stellt der Rekordmeister den erfolgreichsten Angriff der Liga.

Zuletzt gelang es einem Bundesligisten vor 23 Jahren, mehr Treffer zu erzielen - damals hieß der Toptorjäger der Münchner Lothar Matthäus (17).

Heute heißt der Super-Ballermann Mario Gomez, der sich mit 28 "Buden" die Torjägerkanone sicherte.

"Dem schlechten Start hinterhergelaufen"

Doch so erfolgreich die Abteilung Attacke mit Arjen Robben, Franck Ribery, Thomas Müller und eben Gomez auch war, die Defizite in der Defensive konnte sie letztlich nicht ausgleichen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Es war eine schwere und kuriose Saison. Dem schlechten Start sind wir die ganze Saison hinterhergelaufen", blickt Müller im Gespräch mit SPORT1 zurück.

Nur acht Punkte standen nach einer kräftezehrenden Weltmeisterschaft in Südafrika und sieben Spielen zu Buche - viel zu wenig für die Ansprüche.

Robben war schwer am Oberschenkel verletzt, Ivica Olic ebenfalls, Müller befand sich im Leistungsloch und fand sich zwischendurch sogar auf der Bank wieder.

Aufholjagd erst nach dem Winter

Der spätere Meister Borussia Dortmund war schon vor Weihnachten weit weg.

Es bedurfte erst der Winterpause, ehe die Bayern durchstarteten und mit 36 Punkten (der BVB holte 32) zur besten Rückrundenmannschaft avancierten.

"Demnach war die Rückrunde okay. Wir sind am Ende froh, dass wir immerhin den dritten Rang fix machen konnten", sagt Müller.

Er fügt an: "Es war ein positiver Abschluss mit dem Sieg gegen Stuttgart. Wir konnten uns nichts vorwerfen, wir haben alles getan, damit wir noch hätten Zweiter werden können."

Champions League in Aussicht

Der dritte Platz war das minimale Saisonziel, so haben die "Roten" immerhin noch die Aussicht auf die Champions League.

Und es herrscht Zuversicht, dass die Qualifikation in der Playoff-Runde geschafft wird. Zumal der größte Kracher Manchester City als Tabellendritter der Premier League nun nicht mehr droht.

Doch ganz gleich, gegen wen die Bayern antreten müssen: Dass das Finale 2012 in der heimischen Allianz Arena stattfindet, dürfte Motivation genug sein.

[kaltura id="0_1g2d9xip" class="full_size" title="Schalke k mpft um Neuer"]

Mit der voraussichtlichen Teilnahme an der "Königsklasse" ist auch der Verbleib von Ribery und Robben gesichert.

Die beiden Superstars definieren sich über Leistungen auf der großen europäischen Bühne. Sie werden sich in den K.o.-Spielen, die am 16./17. und 23./24. August steigen, zerreißen.

"Robbery" brilliert

Dass die beiden zu Außergewöhnlichem in der Lage sind, hat "Robbery" bewiesen.

"König Franck" war mit 17 Assists (zusammen mit Kaiserslauterns Christian Tiffert) der beste Vorbereiter der Liga. Robben drehte nach seiner Verletzung auf und wurde mit zwölf Toren und zehn Vorlagen erfolgreichste Scorer der Rückrunde.

Zuletzt war bei ihnen - und vor allem auch bei Gomez - zu beobachten, dass sie sich auch besser nach hinten bewegen.

Ihre Wege sind weiter, ihr Spiel wirkt trotz berechtigtem Egoismus mannschaftsdienlicher.

Verstärkung der Abwehr unter Heynckes

Ex-Bayern-Coach bemängelte oft, seine Flügelflitzer seien "gedanklich noch zu sehr Stürmer" - das hat sich nun ein wenig gewandelt und lässt für die Zukunft hoffen.

Das Gerüst für hohe Herausforderungen steht - zumindest in der Abteilung Attacke.

Die Bosse legen weiterhin viel Wert auf "Spektakel", unter Trainer Jupp Heynckes soll jedoch auch die Abwehr verstärkt werden, so dass anzunehmen ist, dass das Bayern-Spiel in der kommenden Saison wieder kontrollierter abläuft.

Mit dem dann wieder genesenen Olic kehrt zudem eine wertvolle Alternative zurück.

Zukunft von Klose offen

Was aus Miroslav Klose wird, steht indes noch nicht fest. Der Vertrag des Nationalstürmers endet am 30. Juni (241095AKTUELL: Bayerns Planspiele).

Die Gespräche laufen. Der Verein hat dem 32-Jährigen einen Kontrakt über ein Jahr angeboten. Der Ex-Bremer würde gerne ein Jahr mehr haben.

Nach "kicker"-Informationen soll sich der Vertrag bei einer Mindestanzahl an bestrittenen Pflichtspielen automatisch verlängern. Klose könnte sich also mit Toren eine längere Dienstzeit in München erballern.

Und Klose braucht Einsatzzeit, um seine Ansprüche für die EM 2012 in seinem Geburtsland Polen - und in der Ukraine.

Petersen verstärkt die Offensive nochmals

Die Tendenz geht Richtung Wechsel, denn mit der perfekten Verpflichtung von Cottbus-Ass Nils Petersen wird der Platz nicht größer.

Für den Fall, dass Klose geht, ist eine Verpflichtung eines weiteren Stürmers laut Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge "nicht geplant".

Müller will von all den Spekulationen momentan nichts wissen: "Wir brauchen jetzt viel Ruhe. Im nächsten Jahr werden wir neu angreifen, Vollgas geben und im Kampf um die Meisterschaft sicher wieder ein Wörtchen mitreden", prophezeit er.

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