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Oliver Kahn (l.) und Stefan Effenberg gewannen zusammen die Champions League © imago

Der Torwart-Titan zeigt Respekt vor dem Überraschungsteam, glaubt aber an einen Bayern-Sieg. Effenberg sieht das anders.

München - Während Oliver Kahn mit einem Ende des Höhenflugs von 1899 Hoffenheim rechnet, traut sein einstiger Bayern-Teamkollege Stefan Effenberg dem Überraschungs-Spitzenreiter den Titelgewinn zu.

Auf die Frage, ob der Aufsteiger am Ende der Saison vorne stehen könne, bezog Effenberg vor dem Gipfel gegen Bayern München am Freitag (ab 20 Uhr LIVE) in der "Welt" ganz klar Stellung.

"Das ist ja kein Zufall, was da passiert. Da steckt ein klares System dahinter und das hat auch nichts mehr mit Glück zu tun."

Der langjährige FCB-Kapitän betonte, dass sich an der Tabellenspitze allmählich der Kreis derer schließe, die wirklich Meister werden können.

"Hoffenheim zählt dazu"

"Hoffenheim zählt dazu. Weil sie wissen, wie man große Teams ärgern und diese, ich sag mal fiesen, Spiele wie etwa gegen Frankfurt oder Bielefeld siegreich gestalten kann", sagte Effenberg.

Letzteres sei der Schlüssel zum Titelgewinn.

Der Fußball-Pensionär, der 2001 mit Bayern die Champions League gewann, hält es für "unabdingbar, Hoffenheim auf der Rechnung zu haben. Sie zu unterschätzen, wäre der größte Fehler. Denn sonst wird es am Ende der Saison nämlich wirklich so sein, dass sie die Schale bekommen".

Kahn: Bayern deutlich im Vorteil

Sein alter Weggefährte Oliver Kahn sieht die Bayern München vor dem Spitzenspiel, das in 168 Länder übertragen wird, dagegen deutlich im Vorteil.

"Aus all meiner Erfahrung sage ich: Der FC Bayern wird wohl ziemlich klar gewinnen", sagte der Ex-Nationaltorhüter der "Bild".

Der Deutsche Meister habe die bessere Mentalität.

Kahn hält zum FCB

"Dazu kommt der interne Druck auf die Mannschaft. Denn - ich sage es mal so - es wird ungern gesehen, dass da quasi ein Emporkömmling vor dem FC Bayern steht. Und deshalb ist es schon richtig, wenn auch in München vom wichtigsten Spiel des Jahres gesprochen wird", meinte der frühere Bayern-Keeper.

Der Rekordmeister sei es "seit gut 30 Jahren gewohnt, zu jagen oder gejagt zu werden. Wäre der Stotterstart nicht gewesen, stünden sie ohnehin schon auf Rang eins".

Dass es vor dem Duell einige verbale Attacken von Seiten der Münchner gab, ist für Kahn "normal. Komisch ist allerdings schon, dass früher Bremen, Schalke oder Dortmund die Ziele waren. Und plötzlich heißt der Rivale Hoffenheim."

"Professionelle Strukturen"

Der 39-Jährige lobte die "professionellen Strukturen" in Hoffenheim und zeigte "Respekt, was sie zustande gebracht haben".

Kahn äußerte aber auch Zweifel, "ob das nachhaltig über die ganze Saison geht. Da liegen noch viele Stolpersteine auf diesem Weg."

Überwintere Hoffenheim an der Spitze, fange der Druck erst richtig an: "Mal angenommen, die werden Herbstmeister. Dann beginnt das Nachdenken. Dann steigen die Erwartungen. Der Nimbus des Überraschungsteams ist weg. Und dann erst wird sich zeigen, wie sie mit diesem Druck umgehen können."

Doch Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick geht voller Zuversicht ins Gipfeltreffen. "Wenn wir verlieren, ist es normal. Wenn Bayern verliert, wäre es ein Erdrutsch", sagte er.

"Wir werden versuchen, die drei Punkte zu holen."

Tipps von Allofs und Koller

Tipps bekommt der Tabellenführer von Klubs, die in dieser Saison schon einen oder mehrere Zähler aus der Allianz-Arena entführen konnten.

Werder-Manager Klaus Allofs, dessen Bremer die Bayern in deren Stadion mit 5:2 blamierten, empfiehlt der TSG eine selbstbewusste Spielweise.

"Ich fand schon beeindruckend, welchen Mut Hoffenheim bei uns bewiesen hat. Das erwarte ich von der Rangnick-Elf auch in München", sagte er dem "kicker".

Bochums Trainer Marcel Koller, dessen Team durch einen fulminanten Schluss-Spurt in München aus einem 1:3 ein 3:3 machte, rät vor allem eins: "Frech und offensiv spielen."

Das würden die Hoffenheimer auch sicherlich tun. "Sie werden bestimmt nicht von ihrer Mentalität weggehen."

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