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Oliver Kahn gewann mit dem FC Bayern acht deutsche Meisterschaften © imago

Der frühere Bayern-Keeper kritisiert im Audi Star Talk die Münchner Transferpolitik. Schweinsteiger nimmt er sich zur Brust.

München - 14 Jahre stand Oliver Kahn im Tor des deutschen Rekordmeisters.

Da liegt es auf der Hand, dass er die aktuellen Entwicklungen beim FC Bayern München noch immer genaustens beobachtet und sich darüber seine Gedanken macht.

Dabei findet er nicht an allem, was sich an der Säbener Straße tut, Gefallen. Von der Verpflichtung von Jupp Heynckes als neuen Bayern-Coach ist er ebenso nicht restlos überzeugt wie von der Münchner Transferpolitik.

Im Audi Star Talk äußerte sich der frühere Nationaltorhüter außerdem über den potentiellen künftigen FCB-Torhüter Manuel Neuer und sein Verhältnis zu Jens Lehmann.

SPORT1 fasst Kahns wichtigste Aussagen zusammen:

Oliver Kahn über...

den neuen Nayern-Trainer Jupp Heynckes:

"Es ist eine verständliche Entscheidung, nachdem man jetzt mit van Gaal die bekannten Probleme gehabt hat. Jetzt sucht man natürlich auch nach allem anderen als nach weiteren Problemen. Jupp Heynckes kennt den Verein, er war schon zwei, drei Mal da.

Er kennt die Strukturen, das Umfeld, teilweise den einen oder anderen Spieler in der Mannschaft. Das ist die logische Konsequenz.

Aber die Frage ist, ob es wirklich die nachhaltige Lösung ist, dass man wirklich Kontinuität auf der Trainerposition anstrebt, so wie man damals das Glück mit Ottmar Hitzfeld hatte, eine Ära über fünf, sechs, sieben Jahre zu prägen. Kontinuität auf der Trainerposition ist letztlich immer die Basis für Erfolg. Schauen Sie nach Arsenal oder Manchester."

[kaltura id="0_525bl8um" class="full_size" title="Oliver Kahn Mit Neuer macht Bayern nichts verkehrt "]

Bayerns Transferpolitik und die Vereinsphilosophie:

"Was ich vermisse ist - wie auch bei Real Madrid: Wo ist die wirkliche Idee vom Fußball? Wo ist die wirkliche Philosophie? Nach welchen Kriterien werden Spieler zusammengestellt? Wie wird eine Mannschaft zusammengebaut?

Bei Real werden halt immer Namen zusammengekauft. Phasenweise fragt man sich schon immer: Wie passen jetzt die Spieler dann wirklich zusammen?

Es geht nicht immer nur darum, und das zeigt Barcelona sehr schön, dass man immer nur bestimmte Namen kauft, oder die Spieler, die einmal gut gegen Bayern München gespielt haben, kauft.(241095AKTUELL: Bayerns Planspiele) Sondern dass man sich wirklich Gedanken macht: Was kann für die Zukunft wirklich eine strategische, funktionsfähige Lösung für einen Verein darstellen."

das Gegenbeispiel Barca:

"Da ist eben momentan der FC Barcelona sehr gut aufgestellt. Da sieht man einfach, da werden nicht einfach irgendwelche Spieler zusammengekauft. Da werden Spieler schon in den Jugendmannschaften nach ganz speziellen Kriterien ausgebildet. Da werden Spieler nach ganz bestimmten Anforderungsprofilen letztendlich gekauft."

Manuel Neuer:

"Ich bin in einem ähnlichen Alter zum FC Bayern München gewechselt, und würde sagen, dass ich von der Entwicklung noch nicht so weit war, wie es der Manuel heute schon ist. Ich denke,da macht der FC Bayern nichts verkehrt, wenn er diesen Torhüter holt.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle 2010/11)

Neuers jüngste Leistungen:

"Genau in diesem Moment, als er zu einem Über- und Weltklasse-Torhüter gemacht worden ist, genau in diesem Moment haben die Leistungen nachgelassen. Dann hat man gesehen, dass er auch Probleme hat.

Manchmal ist es besser, so einen jungen Torhüter eher ruhig zu behandeln als ihn immer in die höchsten Sphären zu heben. Das schafft er auch so. Aber manchmal ist es aus der Ruhe heraus besser, als immer jemanden so auf einen hohen Sockel zu stellen. Für mich persönlich wäre das mit 23 oder 24 Jahren fatal gewesen."

Bastian Schweinsteiger:

"Du musst dich als Spieler immer selbst fragen, welchen Teil trage ich dazu bei, dass es nicht mehr so rund und nicht mehr so optimal läuft. Jetzt kann er analysieren was nicht optimal war.

Denn er hat in den letzten Wochen und Monaten nicht mehr so gut gespielt. Er muss sehen, dass er in der nächsten Saison wieder eins draufsetzen kann. Ich hoffe, dass er die Analyse im Urlaub angeht. Und nicht nur am Strand liegt."

Jens Lehmann:

"Ich habe jetzt mal nachgedacht - weil wir das (Trainerschein, Anm.d.Red.) ja jetzt schon ein paar Wochen zusammen machen - dass wir ein Super-Team sind. Ich Trainer, der Jens als Co-Trainer (lacht). Aber ich glaube, er will dann lieber Trainer sein und ich Co-Trainer - so wie ich ihn einschätze."

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