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Diego erzielte in 114 Bundesligaspielen für Werder und Wolfsburg 44 Tore © imago

Magath widerspricht einer Meldung nur halbherzig, wonach die Diva für Wolfsburg nie wieder in der Bundesliga auflaufen wird.

Von Christian Paschwitz

München - Die Sache ist trotzdem noch nicht ausgestanden - und Diegos Rauswurf beim VfL Wolfsburg nach wie vor akut:

Trainer Felix Magath dementierte am Mittwochmittag zwar einen Medienbericht, wonach der exzentrische Brasilianer nicht mehr für den Deutschen Meister von 2009 in der Bundesliga auflaufen werde. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Es gibt keinen neuen Stand. Bis zum Beginn der Saisonvorbereitung ist noch genügend Zeit, ein Gespräch mit Diego zu führen", sagte der Trainer dazu.

Neben seinem wachsweichen Dementi erklärte Magath aber auch: "Es ist auch noch keine Entscheidung getroffen worden - weder in die eine noch in die andere Richtung."

Verkauf oder Vierte Liga?

Was tief blicken und Diegos Zukunft beim VfL alles andere als sicher erscheinen lässt.

Zuvor hatte die "Bild" berichtet, dass Magath und VfL-Aufsichtsratschef Javier Garcia bei einem Treffen am Montagabend beschlossen hätten, Diego entweder zu verkaufen oder in die Regionalligamannschaft des VfL abzuschieben.

Und weiter: Bei einem Angebot von zehn Millionen dürfe der Spielmacher den Verein verlassen, ansonsten drohe ihm die Vierte Liga.

Magath hat freie Hand

Wie die Entscheidung Magaths auch ausfallen wird: Der "Leitwolf" hat sich bei dem Treffen mit Garcia in der Causa Diego jedenfalls freie Hand geben lassen.

"Mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Garcia ist besprochen, dass jede meiner Entscheidungen akzeptiert wird", so Magath weiter.

Intern hat Diego jedenfalls kaum noch ein Standing, nachdem er vor dem Abstiegsfinale bei 1899 Hoffenheim (Nachbericht) aus der Teambesprechung geflüchtet war, nachdem er erfahren hatte, nicht zur Startelf zu gehören. 405323(DIASHOW: Tops und Flops des 34. Spieltags)

Noch immer keine Entschuldigung

Der 26-Jährige soll sich für sein Verhalten bisher noch nicht einmal bei der Mannschaft entschuldigt haben.

Inzwischen hat sich auch der Chef des Wolfsburger Hauptsponsors VW in die Debatte eingeschaltet, wie mit Diego weiterzuverfahren sei.

"Das Verhalten kann man nicht tolerieren", sagte Martin Winterkorn in der "Sport Bild".

[kaltura id="0_3jj19gns" class="full_size" title="Wolfsburg und das Diego Problem"]

(Vorerst) keine Kündigung

Keineswegs scheinen die Wolfsburger (vorerst) dazu bereit, Diego wegen dessen Eklats zu kündigen. (HINTERGRUND: Ego-Diego: "Wölfe" in der Zwickmühle)

Dann nämlich könnte die Spieler-Diva, für die die Niedersachsen erst vor einem Jahr noch 15,5 Millionen Euro an Juventus Turin überwiesen, ablösefrei wechseln.

Was bedeutet: Um einen finanziellen Schaden zu vermeiden, wird der VfL den Mittelfeld-Exzentriker nach aktuellem Stand offenbar nur abschieben, sofern sich für ihn auch ein Abnehmer findet.

Wohl nur Interesse aus Brasilien

Auch wenn so ein wochenlanges Sommertheater um den Brasilianer droht: Die frühzeitige Bekanntgabe einer Verbannung würde den Verkaufspreis drücken.

Über einen Kauf denken momentan angeblich allerdings ohnehin nur die brasilianischen Klubs Botafogo und FC Santos nach. Offziell gibt es jedoch keine Anfrage - und damit auch keine Bereitschaft, rund zehn Millionen Euro Ablöse hinzublättern.

"Wenn ein Verein Diego verpflichten möchte, muss er sich bei uns melden", betont Magath. Und weiter: "Es gibt dazu keine Neuigkeiten. Ich kann mich auch nicht den ganzen Tag mit dem Thema Diego beschäftigen."

Magath fordert Sperre

Wenn es nach Magath geht, sollte Diego gar weltweit für einen bestimmten Zeitraum gesperrt werden:

"Deshalb ist es ja auch unser Ansatz, mit der UEFA und der FIFA ins Gespräch zu kommen. Denn es kann ja nicht sein, dass so ein Verhalten den Verein noch zusätzlich schädigt."

Konkret: Weil es gemäß FIFA-Reglement Möglichkeiten gibt, bei Vertragsbruch Sanktionen zu verhängen, sollen die Wolfsburg laut "Sport Bild" dabei sein, eine "Akte Diego" zu erstellen, in der die exakte Chronologie seines Vergehens dokumentiert wird.

Meuselwitz statt Bayern und Co.

Dass Diego im Fall der Fälle tatsächlich in der Vierten Liga bei den Amateuren unter Trainer Lorenz-Günther Köstner seinem Job nachgeht, scheint ausgeschlossen:

Dort ginge es für den immerhin 15-fachen brasilianischen Nationalspieler, einst Weltpokal-Sieger mit dem FC Porto und in Diensten von Werder Bremen DFB-Pokal-Sieger, gegen den ZFC Meuselwitz, VFC Plauen oder Hallescher FC.

Kaum zu glauben, dass Diego, der in seiner Heimat gerade Urlaub macht und zum Vorbereitungsstart am 23. Juni nach Deutschland zurückkehrt, sich diese Degradierung antun wird. (PORTRÄT: Systemcrash eines Kontroll-Freaks)

Nachfolger-Suche läuft schon

Hinter den Kulissen läuft sowieso schon längst die Suche nach einem Nachfolger.

Gehandelt werden unter anderem der Slowene Josip Ilicic von US Palermo, der Brasilianer Julio Baptista (FC Malaga), der Chilene Luis Jimenez (AC Cesena) sowie der Niederländer Jonathan de Guzman (RCD Mallorca).

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