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Lucien Favre beerbte Michael Frontzeck im Februar als Gladbach-Coach © getty

Der Gladbacher Trainer warnt vor Bochum und fordert seine Mannschaft. Zwei Stars glauben an die Borussia, während Funkel droht.

Mönchengladbach/Krefeld - Für die Mannschaft der Stunde beginnt die Rechnung wieder bei null, und Lucien Favre ist anscheinend nicht ganz wohl dabei.

"Die Chancen stehen 50:50", sagt der Trainer von Borussia Mönchengladbach vor den Endspielen um den Klassenerhalt in der Bundesliga gegen die Aufstiegsexperten des VfL Bochum. (Do., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER)

Vehement versucht der Schweizer dem allgemein vorherrschenden Eindruck entgegenzuwirken, die Relegation gegen den Zweitliga-Dritten könnte für sein Team nach dem geglückten Liga-Endspurt so etwas wie ein Selbstläufer werden.

Die Borussia strotzt vor Selbstvertrauen

Seine Spieler, die mit zehn Punkten in den letzten vier Spielen den direkten Abstieg verhindert haben, strotzen jedenfalls vor Selbstvertrauen.

"Bochum ist keine schlechte Mannschaft, aber wir haben die besseren Einzelspieler und sind gut drauf. Wir wollen beide Spiele gewinnen", sagt Marco Reus.

Der Shootingstar kündigte zudem zur Freude aller Gladbacher Fans am Mittwoch via "Sport Bild" an, selbst im Abstiegsfall weiter für die Borussia spielen zu wollen 316092(DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse)

Gladbach muss das Spiel machen

Mike Hanke ist sich derweil sicher, dass "wir es auf jeden Fall schaffen werden, wenn wir 100 Prozent geben und die Leistungen der letzten Wochen abrufen."

Eine von Favres vorrangigen Aufgaben vor dem Spiel dürfte sein, dass die Spieler seine Warnungen nicht als notwendiges Geschwätz hinnehmen, sondern als Aussagen mit durchaus realistischem Hintergrund verinnerlichen.

Immerhin muss seine Elf im Hinspiel am Donnerstag im ausverkauften Borussia-Park wohl etwas tun, das sie seit Monaten nicht mehr getan hat und das auch nicht unbedingt ihre Stärke ist: das Spiel machen.

Spieler treffen aus dem Nichts

Der VfL Bochum stellt zudem eine unangenehm zu spielende Mannschaft, die nach schwachem Saisonbeginn auf dem Rasen regelmäßig die Kompaktheit zeigt, die Gladbach erst durch Favre nach dessen Amtsübernahme Mitte Februar verliehen bekommen hat.

In dem formstarken Mirkan Aydin, Top-Joker Giovanni Federico oder den allerdings angeschlagenen Mimoun Azaouagh und Chong Tese verfügt der VfL zudem über Spieler, die auch mal aus dem Nichts treffen können.

Bochums Trainer Friedhelm Funkel formuliert es so: "Gladbach sollte sich nicht zu viele Fehler erlauben, denn wir haben Spieler, die diese Fehler ausnutzen können."

Bochum mit starker Rückrunde

Auch dank einer Serie von 15 Spielen in Folge ohne Niederlage sammelten die Westfalen in der Rückrunde der Zweiten Liga mehr Punkte (37) als Gladbach in der kompletten Erstliga-Saison (36).(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Favre reiht deshalb nicht ohne Grund Warnung an Warnung: "Das Selbstvertrauen in meiner Mannschaft ist groß, aber wir müssen eine Top-Leistung bringen, um Bochum zu besiegen."

Bilanz spricht für den VfL

Einhellig ist die Meinung auf beiden Seiten, dass die durchaus bemerkenswerten Statistiken, die rund um die beiden Relegationsspiele kursieren, zur Entscheidung wenig beitragen werden.

Seit 15 Spielen hat Bochum gegen Gladbach nicht mehr verloren.

"Das ist schön zu lesen, aber bringt uns gar nichts", sagt Funkel, und Gladbachs Sportdirektor Max Eberl, einst Profi in Bochum sagt: "Den Angstgegner Bochum gibt es nicht. Es gibt nur zwei Endspiele."

Beeindruckende Aufstiegsserien

Auch die Tatsache, dass Funkel und Bochum unabhängig voneinander die deutschen Aufstiegsexperten schlechthin darstellen, hilft dem VfL wohl kaum weiter.

Funkel stieg als Trainer bislang fünfmal von der zweiten in die erste Liga auf.

Bochum schaffte nach seinen bislang fünf Abstiegen immer den direkten Wiederaufstieg.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Bochum: Luthe - Kopplin, Maltritz, Yahia, Ostrzolek - Dabrowski - Johansson, Toski - Freier, Aydin, Korkmaz

Mönchengladbach: Ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Reus, Arango - Hanke, Idrissou

Schiedsrichter: Günter Perl (München)

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