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Bibiana Steinhaus hat in der Zweiten Bundesliga 29 mal Gelb und ein Mal Rot gezeigt © getty

Der WM-Schiedsrichterin winken nun gar Bundesliga-Einsätze. Oliver Bierhoff nennt einen Vorteil von weiblichen Referees.

Frankfurt/Main - FIFA-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus ist offenbar reif für die Bundesliga: (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die 32-jährige Hannoveranerin darf sich nach der Frauen-WM in Deutschland (26. Juni bis 17. Juli) Hoffnungen auf einen Aufstieg in das Oberhaus machen.

Die bisherige Zweitliga-Schiedsrichterin hat beste Chancen, im Sommer von der Schiedsrichter-Kommission des DFB für die kommende Spielzeit in der Bundesliga nominiert zu werden.

Steffi Jones lobt Steinhaus

"Bibiana Steinhaus hätte den Bundesliga-Aufstieg zu 100 Prozent verdient. Und nach der WM wäre auch der ideale Zeitpunkt, sie erstmals in der Bundesliga einzusetzen", sagt WM-OK-Präsidentin Steffi Jones und ergänzt:

"Ich bin mir sicher, dass sie das schafft. Denn ich muss ganz klar sagen, dass Bibiana das absolute Aushängeschild im Schiedsrichterwesen der Frauen ist."

Nur die Leistung zählt

Die Kommission um DFB-Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel (Kyllburg) wird am Dienstag eine Liste erstellen, welche Schiedsrichter in der kommenden Saison im Oberhaus pfeifen sollen.

"Ob Frau oder Mann, alle Schiedsrichter haben die gleichen Chancen. Es zählen einzig und allein Leistung und Persönlichkeit, wenn es um die Frage geht, wer in die Bundesliga aufsteigt", sagte Fandel.

Seit 2007 in der Zweiten Liga

Steinhaus bestand in der vergangenen Woche bereits die Fitnessprüfung für die Bundesliga.

Steinhaus ist seit 1995 Schiedsrichterin und leitet seit der Spielzeit 2007/2008 Spiele der Zweiten Bundesliga.

[kaltura id="0_l83vcivp" class="full_size" title="Wohnen in der Torfabrik"]

In der gleichen Saison wurde sie erstmals als Vierte Offizielle in der Bundesliga eingesetzt. Am 10. August 2008 pfiff sie als erste Frau ein DFB-Pokalspiel (TSG Neustrelitz - 1860 München).

Von der FIFA wurde die Polizistin zudem erwartungsgemäß für die WM in Deutschland nominiert.

"Wir sind Sportler"

"Wir Schiedsrichter sind Sportler. Und jeder Sportler möchte natürlich in der höchstmöglichen Klasse aktiv sein", sagte Steinhaus zu einer möglichen Zukunft in der Bundesliga.

Allerdings scheint das Thema äußerst sensibel zu sein. DFB-intern heißt es, dass die Entscheidung mit Augenmaß getroffen werden müsse.

Möglicherweise muss Steinhaus deshalb noch ein weiteres Jahr in der Zweiten Liga pfeifen.

Von Seiten der Vereine und der Spieler gibt es dagegen keine Bedenken.

Bierhoff ist optimistisch

Zuletzt hatte sich auch DFB-Teammanager Oliver Bierhoff dafür ausgesprochen, der Marathon-Läuferin eine Chance in der Bundesliga zu geben.

"Sie kann in der Bundesliga pfeifen. Außerdem sollte allein die fachliche Kompetenz zählen, egal ob Mann oder Frau. Ich denke, dass sich die Spieler bei einer Frau vielleicht sogar noch ein bisschen mehr zurückhalten", sagte Bierhoff.

Als Polizistin im Stadion

Das Ende der Karriereleiter hat Steinhaus mit der Teilnahme an der WM also noch längst nicht erreicht.

Auch beruflich steht Steinhaus, die mit 16 Jahren ihre Karriere als Schiedsrichterin begann, ihren Mann.

So leitete die Beamtin im Jahr 2007 als Führungsassistentin drei Hundertschaften beim G8-Gipfel in Heiligendamm. Auch in Fußball-Stadien war sie schon im Polizei-Einsatz.

Ob auf dem Platz oder im Dienst, für Steinhaus gilt stets: "Recht und Ordnung sind mir sehr wichtig."

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