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Manuel Neuer bestritt bislang 17 Länderspiele für Deutschland © getty

Manuel Neuer will von einer Verunsicherung bei sich und seiner Mannschaft nichts wissen. Den Schalke-Fans gibt er ein Versprechen.

Von Andreas Kloo

München - Noch ist Manuel Neuer Schalker.

Doch nicht nur Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge nennt den Wechsel des Torhüters nach München ein "offenes Geheimnis".

"Wir hatten letzte Woche ein Gespräch mit den Schalker Kollegen in Berlin. Dort haben wir uns grundsätzlich auf einen Preis geeinigt. Im Prinzip ist das Thema durch", stellte Rummenigge bei SPORT1 klar. 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele)

Offiziell verkünden werden die Schalker den Verkauf Neuers wohl am Sonntag - nach dem Pokalsieg am Samstag gegen den MSV Duisburg (ab 19.30 Uhr im LIVE-TICKER). Zumindest stellen sich die Gelsenkirchener das so vor.

Leichte Krise bei Neuer

Doch der Zweitligist könnte diesem Plan einen Strich durch die Rechnung machen - zumal die Schalker nach sechs Pleiten in Folge nicht gerade vor Selbstbewusstsein strotzen (Bericht: Pleite 06: Auf Schalke geht die Angst um).

Auch Keeper Neuer ließ zuletzt leistungsmäßig nach und war an einigen Gegentoren nicht ganz unschuldig. (DATENCENTER: Bundesliga-Ergebnisse und -Tabelle 2010/11)

Kahn verurteilt Überhöhung

Für einen seiner Vorgänger im DFB-Tor, Oliver Kahn, ist die leichte Formkrise des 25-Jährigen keine Überraschung.

"Genau in diesem Moment, als er zu einem Über- und Weltklasse-Torhüter gemacht worden ist, genau in diesem Moment haben die Leistungen nachgelassen. Dann hat man gesehen, dass er auch Probleme hat", analysierte Kahn im Audi Star Talk bei SPORT1. (Kahn-Kritik: Wo ist Bayerns Philosophie?)

"Völliger Blödsinn"

Oder haben Neuer nicht nur die überschwänglichen Schlagzeilen über seine Person, sondern auch die öffentlich diskutierten Transfer-Verhandlungen zwischen Bayern und Schalke verunsichert?

[kaltura id="0_525bl8um" class="full_size" title="Kahn Mit Neuer macht Bayern nichts verkehrt"]

"Das ist völliger Blödsinn", entgegnet Neuer auf diese Vermutung hin energisch. "Wir müssen die Partie hochkonzentriert angehen. Dann kommt am Ende das raus, was wir uns alle wünschen", gibt er als Parole in der "Sport Bild" aus.

Großer Abschied statt Pfiffen

Der Pokalsieg mit Schalke wäre für Neuer der ideale Abschied vom Klub, der ihn groß gemacht hat.

Und könnte auch die Fans milde stimmen, die Neuer seit der Bekanntgabe seines Abgangs als Verräter und Judas brandmarken.

Den Ur-Schalker Neuer schmerzen solche Beschimpfungen, wie er in der "Sport Bild" zugibt: "Pfiffe tun immer weh, weil ich immer alles für diesen Verein gegeben habe".

"Schalke immer im Herzen"

Er zeigt dafür wenig Verständnis und verteidigt sich: "Ich habe niemanden verraten."

Pathetisch verspricht er außerdem: "Ich werde Schalke immer in meinem Herzen tragen."

Im Herzen bleibt der gebürtige Gelsenkirchener also weiterhin Schalker, mit dem Kopf wird er aber wohl schon ab Sonntag bei den Bayern sein.

Lehmann warnt

Mental muss er sich dann auf eine schwierige Eingewöhnungsphase einstellen:

"Bei Bayern kommt er nun an den Punkt. Ist Fußball das Wichtigste für mich? Gebe ich alles, um zu gewinnen?", warnt ihn die frühere deutsche Nummer eins, Jens Lehmann, in der "Bild" schon einmal.

Rummenigge ist sich sicher, dass Neuer diese mentale Anpassung an die Münchner Verhältnisse gelingen wird. Er sieht beim Torhüter das "Sieger-Gen".

Weiter als Kahn

An den sportlichen Qualitäten Neuers haben auch Lehmann und Kahn keine Zweifel.

"Er hat eine starke Physis, ich sehe ihn gerne spielen. Ich glaube, dass er den Sprung ganz nach oben schaffen wird, wenn er konstanter wird", lobt ihn Lehmann.

Kahn sieht bei Neuer gar ein größeres Potential als beim jungen Kahn: "Ich bin in einem ähnlichen Alter zum FC Bayern München gewechselt, und würde sagen, dass ich von der Entwicklung noch nicht so weit war, wie es der Manuel heute schon ist."

Auch einen Titel hatte Kahn noch nicht inne, als er an die Isar wechselte. Auch das könnte ihm Neuer ab Samstagabend voraus haben.

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