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Mats Hummels erzielte in dieser Saion in 32 Spielen fünf Tore für den BVB © getty

Der Verteidiger ist dank seiner konstanten Leistungen SPORT1-Spieler der Saison. Im Interview spricht er über seine Meistersaison.

Von Mathias Frohnapfel

München - Es waren wohl die schönsten und aufregendsten Tage von Mats Hummels in Dortmund: Von Samstagnachmittag bis Montag ließ die gesamte Stadt ihren BVB hochleben.

Hunderttausende Anhänger schwelgten nach Dortmunds siebtem Meistertitel in schwarz-gelber Glückseligkeit 404932(DIASHOW: BVB-Meisterparade).

Der Innenverteidiger genoß die große Sause und hat bis zum nächsten Termin mit der Nationalmannschaft nur ein Ziel: "Eine gute Mischung" zu finden "aus fit bleiben und erholen", wie er mit einem Schmunzeln berichtet.

Verdient hat es sich Hummels allemal.

Denn der 22-Jährige ist SPORT1-Spieler der Saison, elfmal schaffte er die Nominierung in die SPORT1-Elf-des-Tages und liegt damit auch vor Teamkollegen Nuri Sahin, der neun Nominierungen vorweisen kann 406081(DIASHOW: SPORT1-Elf der Saison).

Mit einem Notenschnitt von 2,6 aus dem SPORT1- Bundesliga Manager liegen die beiden Youngster übrigens gleichauf (GAMES: SPORT1- Bundesliga Manager).

Auch dank Hummels starken Leistungen war Dortmunds Abwehr für die Gegner kaum zu knacken. Im SPORT1-Interview spricht der Nationalspieler über seine Auszeichnung, einen verpassten Rekord und die Ausrichtung des BVB für die neue Saison.

SPORT1: Herzlichen Glückwunsch, Herr Hummels. Sie sind SPORT1-Spieler der Saison. Ein schönes Gefühl, oder?

Mats Hummels: Das freut mich natürlich. Neben der guten Mannschaftsleistung ist es schön, wenn einzelne Spieler nochmal eine Bestätigung ihrer Leistungen erhalten. Das ist ein schönes Zubrot.

SPORT1: Wie erklären Sie sich persönlich Ihre Konstanz in dieser Saison?

Hummels: Das war nur möglich, weil ich in der Defensive hervorragend unterstützt wurde. Dann fällt es einem auch leichter, gut zu spielen, als wenn man auf verlorenem Posten steht. Ich sehe das also eher als eine Bestätigung für die Defensivarbeit der ganzen Mannschaft.

SPORT1: War es ein Vorteil, dass die Viererkette fast über die gesamte Saison gleich besetzt war?

Hummels: Klar. Bis auf Patrick Owomoyela, der sich zu Saisonbeginn verletzt hat, konnten wir vier fast immer durchspielen. Das war mit ein entscheidender Faktor dafür, dass wir nur 22 Gegentore bekommen haben.

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SPORT1: Um ein Haar hätte die Mannschaft den Rekord von Oliver Kahn gebrochen, der nur 21 Gegentreffer in einer Saison kassiert hat. Wie sehr hat das Team nach dem errungen Meistertitel darauf noch geschaut?

Hummels: Es wäre noch schön gewesen, das zu erreichen. Aber ehrlich gesagt war uns das nicht mehr ganz so wichtig. In Bremen hat man schon gemerkt, dass vielleicht ein paar Prozent zu wenig da waren, um den Rekord zu brechen.

SPORT1: Was haben Sie persönlich in dieser Saison gelernt?

Hummels: Anhand von Mannschaften wie Hannover oder Mainz hat man gesehen, dass der Erfolg nicht immer von den besten Einzelspielern abhängt. Es ist, um das mal in Anführungsstrichen zu sagen, schon sehr "leicht", einzelne Spieler besser zu machen, wenn man sie in ein festes System integriert.

SPORT1:Die Geschlossenheit war auch Dortmunds Stärke in dieser Saison.

Hummels: Genau. Sowohl die taktische als auch die zwischenmenschliche Geschlossenheit war mit ausschlaggebend.

SPORT1: Sind Sie zuversichtlich, dass dieser Teamgeist den BVB auch in der nächsten Saison begleiten wird?

Hummels: Da bin ich sehr zuversichtlich, fast schon sicher.

SPORT1: Sie haben Ihren Vertrag bis 2014 verlängert. Auch mit Blick auf die Champions League?

Hummels: Natürlich. Ich freue mich unglaublich auf das Jahr in der Champions League und hoffe, dass wir es im nächstes Jahr, in dem es ja vier Qualifikationsplätze gibt, wiederschaffen können - auch wenn es sehr, sehr schwer wird. Im nächsten Jahr freue ich mich vor allem auf die Heimspiele. Das werden wieder riesengroße Fußballfeste, da bin ich mir sicher.

SPORT1: Nuri Sahin verlässt den Verein. Glauben Sie, dass jetzt auch andere Spieler über große Angebote nachdenken? (Bericht: Sahin: Holz- oder Königsweg?)

Hummels: Das weiß ich nicht, das muss jeder für sich wissen. Und was die anderen sich denken, ist nichts, was ich kommentieren sollte.

SPORT1: Besteht die Gefahr, dass jeder Spieler nun auf dem Platz versucht herauszustechen und beispielsweise selbst den Abschluss sucht, statt an die Mitspieler zu denken?

Hummels: Es wäre sogar gut, wenn wir noch mehr den Abschluss suchen würden. Wir haben in dieser Saison manchmal noch zu oft den Nebenmann gesucht. Ein bisschen mehr Eigennützigkeit darf noch jeder drauf packen, das wird dann noch zu mehr Chancen und Toren führen.

SPORT1: Angenommen, die Egoismen würden doch zu sehr wachsen. Gäbe es dann auch Spieler, die auf die Bremse treten würden und sagen: "Wir müssen uns wieder auf das besinnen, was uns stark gemacht hat"?

Hummels: Das ist in unserer Mannschaft ausgeschlossen, dass einzelne Spieler anfangen, einen Ego-Trip zu fahren. Darüber müssen wir uns keine Gedanken machen.

SPORT1: Die Belastung für Dortmund wird mit der Champions League größer, dazu will jetzt natürlich jeder in der Bundesliga den Meister schlagen. Glauben Sie, dass es ab Sommer für den BVB viel schwieriger wird?

Hummels: Dem körperlichen Aspekt würde ich widersprechen, wir haben in diesem Jahr mit der Europa League und dem DFB-Pokal 43 Punkte in der Hinrunde geholt. Ohne die Mehrfachbelastung waren wir dann sogar ein bisschen schlechter. Dass die Gegner sich besser auf uns einstellen werden, stimmt. Sie werden unsere Mannschaft noch besser kennen, weil unsere Spieler jetzt im Fokus stehen. Es stimmt auch, dass ein paar Teams zusätzliche Motivation daraus ziehen werden, dass sie die Chance haben, den Meister zu schlagen.

SPORT1: Ist die Titelverteidigung das Ziel für die nächste Saison?

Hummels: Auf keinen Fall. Wenn man sieht, wie Bayern sich verstärken wird, auch Leverkusen wird auf seine Mannschaft noch Andre Schürrle draufpacken. Allein daran sieht man, wie schwer es sein wird, gegen diese beiden Teams bestehen zu können. Und der Rest wird natürlich auch wieder angreifen. Auch die, die in dieser Saison nicht so gut waren: Wolfsburg, Bremen, Stuttgart - die üblichen Verdächtigen.

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