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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Friedhelm Funkel ist als Trainer bereits fünfmal in die Bundesliga aufgestiegen © getty

VfL-Coach Funkel spricht über die "unsägliche Relegation", das Duell mit den "Fohlen" und wie er Gladbach überraschen will.

Von Christian Stüwe

München - Alles oder nichts. Für den VfL Bochum steht in den Relegationsspielen gegen Borussia Mönchengladbach (Do., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) die Arbeit eines ganzen Jahres auf dem Spiel. (GAMES: Der SPORT1 Tipp-König)

Zuversicht schöpft VfL-Coach Friedhelm Funkel vor allem aus der überragenden Rückrunde seiner Mannschaft: Mit 37 Punkten holte der Tabellendritte der Zweiten Liga sogar einen Punkt mehr als der FC Bayern, der in der Bundesliga die beste Rückrundenelf stellte.

Im Duell mit Mönchengladbach erwartet der Trainer ein Treffen auf Augenhöhe, auch wenn Funkel sein Team in der Außenseiterrolle sieht.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Im SPORT1-Interview spricht Funkel über die "unsägliche Relegation", das Duell mit den "Fohlen" und wie er seine alte Liebe überraschen will.

SPORT1: Herr Funkel, Sie sind der Trainer mit den meisten Aufstiegen, Bochum ist fünfmal direkt wiederaufgestiegen. Kann da überhaupt etwas schiefgehen?

Friedhelm Funkel: Wenn diese unsägliche Relegation nicht wäre, wären Bochum und ich jetzt schon jeweils sechsmal aufgestiegen. Aber da es die Relegation gibt, müssen wir sie annehmen. Wir haben die schwere Aufgabe, uns gegen Gladbach in zwei Spielen durchzusetzen. Das wird schwierig, aber es ist nicht unmöglich.

SPORT1:Sie haben die Relegation schon öfters kritisiert. Freuen Sie sich trotzdem ein wenig auf die Spiele?

Funkel: Ich muss die Situation so annehmen, wie sie ist. Und deshalb freuen wir uns darauf. Ich habe die Relegation nicht jetzt kritisiert, sondern vor drei Jahren, als die Spiele eingeführt wurden. Damals hätte ich überhaupt nicht damit gerechnet, überhaupt noch einmal in eine Relegation zu müssen. Wir waren mit Eintracht Frankfurt damals sicherer Bestandteil der Bundesliga. Von daher hätte ich überhaupt nicht damit gerechnet. Aber jetzt ist die Relegation da, wir müssen sie spielen. Aber man muss sie ja nicht gut finden.

SPORT1: Der Bundesligist wird normalerweise in der Favoritenrolle gesehen. Nehmen Sie die Außenseiterrolle an?

Funkel: Natürlich. Der Verein, der eine Klasse höher spielt, ist immer Favorit. Das ist wie im Pokal. Aber auch im Pokal gibt es immer wieder Überraschungen. Die kann es hier genauso geben. Es wäre eine Überraschung, wenn wir uns durchsetzen. Aber die würde ich nicht ausschließen.

[kaltura id="0_z32voowe" class="full_size" title="Showdown in der Relegation"]

SPORT1: Wie unterscheidet sich die Vorbereitung auf ein solches Spiel von der auf ein Ligaspiel?

Funkel: Wir haben uns einen Tag früher zurückgezogen, in ein herrliches Hotel in Krefeld. Um uns in noch größerer Ruhe auf das Spiel vorzubereiten. Rund um das Spiel ist die Hektik etwas größer. Es gibt mehr Interviewanfragen. Aber wir sind hier wunderbar abgeschottet. Wir können auch ein paar andere Dinge machen und uns noch mehr auf das Spiel konzentrieren.

SPORT1: Setzt sich letztlich das Team durch, das die besseren Nerven hat?

Funkel: Ich glaube, dass beide Mannschaften nervenstark genug sind. Weil beide Spieler haben, die schon sehr häufig in der Bundesliga gespielt haben. Ich glaube, dass am Ende das Quäntchen Glück entweder auf unserer oder Gladbacher Seite sein wird. Ich erwarte auf jeden Fall zwei ganz enge Spiele. Wer sich dabei durchsetzt, hat es auch verdient.

SPORT1: Gladbach kommt mit viel Schwung aus einer starken Rückrunde. Hätten Sie sich einen anderen Gegner gewünscht, zum Beispiel ihren Ex-Klub Eintracht Frankfurt?

Funkel: Wir haben auch viel Schwung. Wir haben eine überragende Rückrunde gespielt. Deswegen treffen zwei Teams aufeinander, die viel Schwung mitbringen. Der Fußball und die Relegation sind kein Wunschkonzert. Man muss sich dem Gegner stellen, der den Platz erreicht hat. Und das ist nun mal Borussia Mönchengladbach.

SPORT1: Sehen Sie es als Vorteil an, zuerst auswärts zu spielen?

Funkel: Nein, das sehe ich nicht als Vorteil an. Es hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass die Mannschaft, die zuerst zu Hause gespielt hat, weitergekommen ist. Das ist weder ein Vor- noch ein Nachteil. Das ist einfach so. Auch das müssen wir so hinnehmen.

SPORT1:Sie waren früher Gladbach-Fan. Gibt es noch Sympathien?

Funkel: Natürlich gibt es da noch Sympathien. Aber nicht in den beiden Spielen, das ist auch ganz klar. Borussia Mönchengladbach war und ist ein großartiger Verein hier am Niederrhein. Früher in den 70er Jahren bin ich zu den großen "Fohlen" gefahren, Netzer, Wimmer, Heynckes, Vogts, Köppel, Müller, Sieloff. Das waren begeisternde Spiele auf dem Bökelberg. Deshalb bin ich natürlich ein Stück weit Fan von Borussia Mönchengladbach. Aber wie gesagt - nicht in den beiden Spielen.

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