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Der neue und der alte Bomber: Vedad Ibisevic (l.) und Gerd Müller © getty

Sein Rekord ist in Gefahr: Vor dem Topspiel gegen Hoffenheim warnt Gerd Müller den FC Bayern eindringlich vor Vedad Ibisevic.

Über den FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Kurzzeitig erstrahlten sie im Glanz früherer Tage.

Gerd Müller, Co-Trainer der Reserve des FC Bayern, war gerade dabei, Bälle in den Bauch des wartenden Mannschaftsbusses zu räumen, als Präsident Franz Beckenbauer ihn freudig begrüßte.

Beim Plausch im Licht der Wintersonne war das Duo, das sich in den Siebzigern scheinbar blind verstand, wieder vereint.

Ein Hauch von Nostalgie schwebte über der Säbener Straße. Doch auch die beiden Weltmeister kennen derzeit nur ein Thema.

Am Freitag (ab 20 Uhr LIVE) sind sie Zeuge des Duells ihrer Mannschaft gegen 1899 Hoffenheim - des absoluten Topspiels der laufenden Saison.

Rekord des Bombers bröckelt

Müller, der "Bomber der Nation", schaut dabei ganz genau hin. Denn sein Rekord bröckelt.

In der Saison 1971/72 erzielte er 40 Tore, Hoffenheims Vedad Ibisevic (das Porträt) hat an den zurückliegenden 15 Spieltagen bereits 17 Treffer erzielt.

Bei der Hochrechnung seiner bisherigen Torqoute (1,13 Treffer pro Spiel) würde er am Saisonende statistisch betrachtet auf 38,5 Tore kommen.

"Ibisevic kann es schaffen"

Müller zu Sport1.de: "Vedad Ibisevic kann es schaffen. Er spielt in einer sehr guten Mannschaft, da ist alles möglich."

Der Bosnier, den er vor der Saison gar nicht gekannt habe, erinnere ihn allerdings nicht an sich zu besten Zeiten - sondern an seinen damaligen Teamkollegen und heutigen Bayern-Manager Uli Hoeneß. "Der hat auch so einen Zug zum Tor gehabt", so der Rekord-Torjäger.

Ibisevic nimmt das Lob ehrfürchtig zur Kenntnis. "Es macht mich stolz, wenn ein so großer Spieler wie Gerd Müller so etwas sagt", erklärt er (Die Bomber der Nation im Video-Porträt).

"Aber ich denke nie im Leben daran, seinen Torrekord zu übertreffen. Seine Quote ist für mich erschreckend."

Auch Hopp voll des Lobes

Auch Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp hält die Einstellung des Müller-Rekords für schwierig. "Zu den Zeiten hatte man viel mehr Platz", sagte er der "Bild".

Gleichwohl hält er aber große Stücke auf Ibisevic: "Er kann die Torjägerkanone holen. Wenn er 30 Tore oder mehr schießt, ist das aber bereits eine überragende Leistung."

Den Fußball, den der Überraschungs-Tabellenführer zelebriert, komme "dem perfekten Fußball, wie ihn sich jeder Fan wünscht" schon sehr nahe, meint Hopp.

Auch Müller warnt FCB-Coach Jürgen Klinsmann eindringlich vor dem spielstarken Spitzenreiter: "Die sind verdammt schnell - die Bayern müssen aufpassen, dass sie ihnen nicht davonlaufen!"

Selbstbewusst nach München

Die Gäste gegen in jedem Fall selbstbewusst in das Duell in der ausverkauften Allianz-Arena.

"Ich habe mit Aachen dreimal gegen die Bayern gespielt. Sie sind groß, aber schlagbar", erklärt Ibisevic.

"Wir fahren nicht dort hin, um uns nur das Stadion anzugucken. Wir wollen dort gewinnen."

An einen Wechsel nach München (Teamseite) verschwendet der 24-Jährige ebenso wenig einen Gedanken wie in die Premier League, wo es gleichfalls Interesse gibt.

"Die Anfragen anderer Klubs machen mich ein bisschen stolz. Aber ich bleibe nächste Saison definitiv in Hoffenheim", hatte Ibisevic betont.

Klose bleibt cool

In München lässt die Personalie Ibisevic die Akteure ziemlich kalt. "Ich bin schon seit zehn Jahren dabei, ich habe schon viele gesehen", erinnert sich Bayern-Stürmer Miroslav Klose.

"Es gab da beispielsweise schon mal einen Vahid Hashemian oder andere - die hatten auch einen Lauf. Es kommt darauf an, sich langfristig durchzusetzen", bemerkt er.

Denn auch die wiedererstarkten Bayern strotzen vor Selbstvertrauen.

"Wir wollen unser Spiel spielen, den Gegner dominieren. Wir wollen zeigen, wer in Deutschland ganz oben stehen muss", schickt Philipp Lahm eine Kampfansage nach Hoffenheim.

Der Verteidiger fügt an: "Wir haben uns stark verbessert. Unser Anspruch ist es, in der Rückrunde noch besser zu spielen, wenn wir das machen, wird es keinen anderen Meister geben als den FC Bayern."

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