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Jupp Heynckes war bereits von 1987 bis 1991 und 2009 Trainer des FC Bayern © getty

Der zukünftige Bayern-Trainer Jupp Heynckes spricht im SPORT1-Interview über seine Zeit in Leverkusen und die Aussichten in München.

Von Martin Volkmar

München - Manche Trainer schaffen den Sprung zum FC Bayern München nie.

Jupp Heynckes dagegen stellt sich der Herausforderung beim Rekormeister nun schon zum dritten Mal. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die erste Amtszeit des 66-Jährigen liegt nun schon 20 Jahre zurück, nach der Entlassung Jürgen Klinsmanns im April 2009 sprang Heynckes als Interimscoach ein und sicherte den Münchnern die Champions-League-Qualifikation. 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele)

Nach der turbulenten letzten Saison unter Louis van Gaal soll Heynckes mit seiner Routine den FC Bayern nun wieder in ruhigere und erfolgreichere Zeiten führen.

Im SPORT1-Interview zieht Heynckes eine Bilanz seiner zwei Jahre bei Bayer Leverkusen, spricht über seinen Nachfolger Robin Dutt und den Erfolgsdruck in München.

SPORT1: Herr Heynckes, nach zwei erfolgreichen Jahren verlassen Sie Leverkusen. Wie fällt Ihre Bilanz aus?

Jupp Heynckes: Wir haben im vergangenen Jahr den Schritt zurück in den europäischen Fußball geschafft und haben nun mit der Teilnahme an der Champions League die höchste Stufe des Vereinsfußballs erreicht. Dies ist das Ergebnis einer überragenden Saison. Wir haben deutlich mehr Punkte als im vergangenen Jahr. Die Mannschaft ist reifer und abgeklärter geworden, sie hat sich weiterentwickelt. Einzelne Spieler sind besser geworden. Borussia Dortmund war in dieser Spielzeit eine Ausnahmeerscheinung. Deshalb können wir hochzufrieden sein mit dem Erreichten.

SPORT1: Sami Hyypiä, der seine Karriere als Spieler gerade beendet hat, sagt der Mannschaft eine glänzende Zukunft voraus. Was kann Bayer aus Ihrer Sicht in den nächsten Jahren erreichen?

Heynckes: Dem kann ich nur zustimmen, die Mannschaft hat eine große Perspektive. Es kommen Spieler wie Andre Schürrle, Karim Bellarabi, Ömer Toprak hinzu; vielleicht noch der eine oder andere mehr. Bayer 04 ist für die Zukunft gewappnet. Davon bin ich überzeugt.

SPORT1: Wie schwer fällt Ihnen der Abschied?

Heynckes: Die Mannschaft ist mir ans Herz gewachsen. Sie macht mir den Abschied nicht leicht, denn das war weit mehr als nur eine berufsbedingte Beziehung. Die Spieler waren in diesen zwei Jahren außergewöhnlich aufnahmebereit und wissbegierig. Das Arbeiten hat unglaublich viel Spaß gemacht. Auch weil ich meine Karriere eigentlich ja schon beendet glaubte. Die Zeit in Leverkusen wird mir unvergesslich bleiben.

SPORT1: Was halten Sie von der Nachfolge-Lösung Robin Dutt und werden Sie ihm Ratschläge mit auf den Weg geben?

Heynckes: Robin Dutt ist ein viel zu guter Trainer, als dass er Ratschläge von mir benötigte. Er wird seinen Weg ganz alleine gehen, und ich erwarte, dass er Erfolg haben wird. Seine Mannschaft ist noch entwicklungsfähig, sie ist längst noch nicht am Ende der Fahnenstange angelangt.

SPORT1: Wie haben Sie es geschafft, angesichts der höchst sonderbaren Ausgangslage vor dem letzten Spieltag nicht an die Konsequenzen für den FC Bayern zu denken?

Heynckes: Diese, wie Sie sagen, sonderbare Ausgangslage war vielleicht interessant für die Medien. Aber Robin Dutt und ich haben uns damit nicht befasst. Wichtig war für mich einzig und allein das Erreichen des Saisonzieles mit Bayer 04 Leverkusen. Wir wollten in Freiburg gewinnen und uns direkt für die Champions League qualifizieren. Das haben wir getan. Konsequenzen für den FC Bayern München waren nicht unser Thema.

SPORT1: Haben Sie jetzt überhaupt Urlaub oder müssen Sie ab sofort alle Energie in den Aufbau der "neuen" Bayern-Mannschaft stecken?

Heynckes: Natürlich werden jetzt die Weichen für die kommende Saison gestellt. Aber wie die Spieler brauchen auch Trainer Zeit zur Regeneration. Eine Saison ist lang und kräftezehrend.

SPORT1: Warum hat Sie der Dauer-Erfolgsdruck in München nicht von diesem dritten Engagement abgehalten?

Heynckes: In der Bundesliga hat man überall Erfolgsdruck, nicht nur in München. Mit dem Anspruch des Erfolgs tritt man an. Sonst könnte man es ja gleich lassen.

SPORT1: Was sagen Sie zu den Vorgaben der Bayern-Führung, die Meisterschaft zu holen?

Heynckes: Das ist nun wirklich nichts Außergewöhnliches. Diese Vorgabe ist in München Usus.

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