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Marko Marin erzielte in 103 Bundesligaspielen elf Tore © getty

Bremens Dribbler Marko Marin spricht mit SPORT1 über Werders verkorkste Saison, einen Wechsel ins Ausland und die Nationalelf.

Von Mathias Frohnapfel

Bremen/München - Werder Bremen hat eine enttäuschende Saison hinter sich.

Als Champions-League-Qualifikant in die Saison gestartet, sanken die Hansestädter immer tiefer und mussten lange um den Klassenerhalt bangen.

Zu wenig für ein Team mit den Ansprüchen von Werder, zu wenig auch für Werders Dribbler Marko Marin.

Der WM-Teilnehmer von 2010 fiel wie seine Mannschaft in ein Leistungsloch und verlor seinen Platz im Team von Joachim Löw.

Ambitionen im DFB-Team

Die Saison hat der Mittelfeldspieler abgehakt - und rechnet fest damit, sich bis zur EM 2012 wieder empfehlen zu können. "Dann werde ich auch wieder dabei sein", gibt sich Marin selbstsicher.

Die Qualitäten des Tempodribblers sind unbestritten, immerhin kommt er trotz Werders Katastrophensaison auf drei Treffer und ist mit neun Assists in den Top-10 der besten Vorbereiter der Liga vertreten (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Daher sind auch die Sammelkarten seines neuen Werbepartners cardinho bei Werders Testspielen nach der Saison äußerst begehrt.

Die Premier League lockt

Zuletzt wurde Marin immer wieder mit englischen Topklubs in Verbindung gebracht, die sich Marins Dienste nur zu gerne sichern würden.

Der Rechtsfuß fühlt sich geehrt von den Offerten der Traditionsklubs wie dem FC Liverpool - doch er sieht keine Eile, der Bundesliga adieu zu sagen.

"Das Ausland würde mich reizen. Aber ich bin 22 Jahre alt und habe auch noch Zeit für diesen Schritt", erklärt Marin.

Im SPORT1-Interview spricht Marin über die abgelaufene Saison, Wechselgerüchte und seine Ambitionen in der DFB-Elf.

SPORT1: Herr Marin, wie fällt Ihre Bilanz nach der enttäuschenden Saison mit Werder Bremen aus?

Marko Marin: Es war keine glückliche und keine gute Saison für uns. Es hat mit der Qualifikation für die Champions League gut angefangen, und wir hatten auch ein paar schöne Spiele dort. Das waren aber auch schon die Highlights. In der Liga sind wir nie richtig in die Spur gekommen. Wir haben uns in der Rückrunde etwas stabilisiert. Mit ein bisschen mehr Glück hätten wir aus den Unentschieden wie beispielsweise gegen Gladbach auch drei Punkte geholt. Dann hätten wir uns eher noch in Richtung eines einstelligen Tabellenplatzes bewegt.

SPORT1: Woran lag es aus Ihrer Sicht, dass für Werder nicht mehr möglich war?

Marin: Es ist sind sicherlich viele Sachen zusammengekommen. Eine kurze Vorbereitung, dann von Beginn an eine sehr hohe Belastung, Verletzungspech? Spieler wie Naldo, Sebastian Boenisch, Claudio Pizarro oder Sebastian Prödl und viele andere sind ganz oder länger ausgefallen. Wir hatten, glaube ich, nie eine identische Startformation. So war es schwierig, eine Beständigkeit zu bekommen.

SPORT1: Wie sehen Sie die Perspektiven der Mannschaft, in der nächsten Saison wieder um die internationalen Plätze mitzuspielen?

Marin: Wir haben dieses Jahr trotz der eben genannten Probleme sehr selten unser wahres Gesicht gezeigt. Wir sind eine Mannschaft, die das Potenzial hat, um die internationalen Plätze mitzuspielen. Das ist Ziel des Vereins und auch mein persönliches.

SPORT1: Sind dafür aus Ihrer Sicht Verstärkungen zwingend nötig?

Marin: Auch wenn wir eine gute Mannschaft haben, denke ich schon, dass wir uns verstärken werden. Der Verein hat bereits einen Umbruch angekündigt und ihn mit dem Abgang von Daniel Jensen, Petri Pasanen und von unserem Kapitän Torsten Frings eingeleitet. Wir hatten in der abgelaufenen Saison immer wieder Probleme, als Leistungsträger ausfielen. Das sollte uns in der neuen Saison nicht wieder passieren.

SPORT1: Ihr Vertrag läuft bis 2013, englische Top-Klubs wie Tottenham Hotspur und FC Liverpool haben ein Auge auf Sie geworfen. Ehrt Sie das?

Marin: Das ehrt einen schon. Schließlich sind es Vereine, die man von klein auf kennt, mit großer Tradition und großen Spielern.

SPORT1: Sie haben sich vor kurzem zu Bremen bekannt und gesagt: "In Bremen kann ich mich weiterentwickeln." Ist damit aus Ihrer Sicht das Thema endgültig geklärt?

Marin: Ich fühle mich in Bremen wohl und es stimmt, hier sind die Voraussetzungen für meine Entwicklung optimal. Über etwas anderes habe ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht. Da die Saison gerade einmal ein paar Tage vorbei ist, ist es auch noch zu früh, darüber nachzudenken.

SPORT1: Würde Sie denn prinzipiell das Ausland als eine Station Ihrer Karriere reizen?

Marin: Ja, es würde mich reizen. Aber ich bin 22 Jahre alt und habe auch noch Zeit für diesen Schritt.

SPORT1: Wie groß ist Ihre Enttäuschung, dass Joachim Löw Sie nicht für die anstehende EM-Qualifikation nominiert hat?

Marin: Man will natürlich immer gern dabei sein. Es ist immer eine Ehre nominiert zu sein, mit der Mannschaft und dem Trainer zu arbeiten und das Trikot der Nationalmannschaft zu tragen. Aber es ist manchmal so, dass es im Verein und damit auch bei einem selbst nicht so gut läuft. Mein persönliches Ziel ist es natürlich, schnell wieder im Team und bei der Europameisterschaft 2012 dabei zu sein. Aber man empfiehlt sich über die eigenen Leistungen im Verein. In den letzten Wochen habe ich mich wieder sehr gut gefühlt, was man in den Spielen gegen den BVB oder Lautern gesehen hat. Daran will ich in der neuen Saison anknüpfen und mich damit weiter für die Nationalmannschaft empfehlen. Dann werde ich auch wieder dabei sein.

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