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Knifflige Aufgabe: Hamburgs neuer Sportdirektor Frank Arnesen. © getty

Spieler wurden noch nicht verpflichtet, dafür trat am Montag der neue HSV-Sportchef seinen Dienst an. Und zwar mit hohen Zielen.

Hamburg - Im Gepäck hat er ein schlaues Büchlein und wahrscheinlich schon den ersten Neuzugang.

Frank Arnesen, der Top-Transfer des Hamburger SV, ist in der Hansestadt angekommen.

Seit Montag gibt der 54-jährige Däne als neuer stellvertretender Vorstandsvorsitzender beim HSV die sportliche Richtung vor. Er will den Klub mit Ruhe und Kontinuität wieder zu einer Top-Adresse machen.

"Wichtig ist, dass wir eine Einheit sind. Um gute Resultate zu erzielen, müssen wir stark sein. Nicht nur die Mannschaft, sondern auch das Umfeld", sagte Arnesen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Am Sonntag saß er ein letztes Mal als Sportdirektor des FC Chelsea beim Spiel in Everton (0:1) auf der Tribüne.

Eine Mammutaufgabe

Der Rest der Hamburger Führungsetage hatte an der Elbe die weniger dankbare Aufgabe, bei einer Informationsveranstaltung für Mitglieder knapp fünf Stunden über finanzielle Sorgen, Maulwürfe im Aufsichtsrat und Informationspolitik zu diskutieren.

Dass ihn an der Elbe eine Mammutaufgabe erwartet, weiß der frühere dänische Nationalspieler längst.

Die vergangene Saison hat nicht nur finanzielle Wunden hinterlassen, drei Millionen Euro Miese stehen zu Buche.

"Druck ist toll"

Zahlreiche Personalwechsel von der Führungsebene bis zum Trainerposten haben die Anhänger verunsichert.

Zudem hinken die Hamburger in der Kaderplanung hinterher, die Konkurrenz konnte bereits erste Transfers festmachen.

Beim HSV stehen dagegen bisher nur sieben Abgänge fest, darunter Leistungsträger wie Torwart Frank Rost oder Mittelfeldspieler Ze Roberto.

Große Lasten, die Arnesen schultern muss. "Ich bin es gewohnt, dass viel von mir erwartet wird. Dieser Druck ist eine tolle Aufgabe", sagt er.

"Fußball-Fachmann schlechthin"

Eine Herausforderung, die mit seinem vorigen Job beim FC Chelsea wenig gemein hat.

Stars werden die Hanseaten in naher Zukunft nicht verpflichten können, der Auftrag für den neuen Sportchef heißt also: Wenig ausgeben, viel bewegen.

Dabei könnten dem "Fußball-Fachmann schlechthin", wie HSV-Aufsichtsratschef Otto Rieckhoff Arnesen bezeichnet, seine glänzenden Kontakte zugutekommen.

"Er hat ein Notizbuch, in dem jedes Talent Europas steht", sagte Dänemarks früherer Nationaltrainer Sepp Piontek dem "Hamburger Abendblatt".

Talent Bruma erster Zugang?

Beim Blättern in seinem schlauen Büchlein ist der Skandinavier wohl schon bei C wie Chelsea fündig geworden.

Insbesondere der Name von Innenverteidiger Jeffrey Bruma (19) scheint mit dem Marker dick angestrichen, in dieser Woche wollen die "Rothosen" ihren ersten Neuzugang vorstellen.

Die Kriterien für ein neues, hungriges Team sind klar definiert.

Reinhardt selbstkritisch

"Wir haben eine Entwicklung im Fußball hin zu einem laufintensiveren Spiel verschlafen, in dem Taktik und der Teamgedanke eine viel größere Rollen spielen," sagte der bisherige Sportchef Bastian Reinhardt.

Er wird für Arnesen den Platz räumen und andere Aufgaben übernehmen.

Der frühere dänische Nationalspieler kommt mit jeder Menge Fußballerfahrung in die Hansestadt. Er war erfolgreicher Profi, arbeitete als Trainer und fungiert seit 17 Jahren als sportlicher Leiter.

"Ich möchte Titel gewinnen"

Seine Stationen PSV Eindhoven, Tottenham Hotspur und FC Chelsea stehen für großen europäischen Fußball.

Ambitionen, die der neue Sportchef auch mit dem HSV hat: "Ich möchte auch hier Titel gewinnen."

Ein Anspruch, den die Fans auch haben. Seit 1987 warten sie vergeblich.

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