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Angeschlagene Schlüsselspieler: Bochums Azaouagh (l.) und Gladbachs Reus © getty

Vor dem Relegations-Rückspiel macht man beim VfL Bochum auf Zuversicht - obwohl Trainer Funkel am Mittwoch improvisieren muss.

Von Maik Rosner

München - Friedhelm Funkels Zorn ist noch nicht ganz verraucht.

Der späte Gegentreffer nach Ablauf der regulären Nachspielzeit treibt den Trainer des VfL Bochum auch mehrere Tage nach dem 0:1 im Hinspiel um (Bericht).

Doch beim Zweitligisten bemüht man sich vor dem Rückspiel in der Relegation gegen Bundesligist Borussia Mönchengladbach um Zuversicht.

Denn am Mittwoch (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) muss ein Sieg her, wenn es etwas werden soll mit dem direkten Wiederaufstieg. Und Funkel schürt die Hoffnung.

"Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir am Mittwoch eine Stimmung haben werden, wie sie hier noch niemals war", sagte der 57-Jährige: "Fans und Team sind eine Einheit und das wird Gladbach am Mittwoch spüren."

Chancen 40:60

Funkels Kalkül: Das Stadion an der Castroper Straße soll einem Hexenkessel gleichen.

"40:60" stünden die Chancen nach wie vor, meint der aufstiegserfahrene Coach.

Eine weitere Leistungssteigerung wird wohl nötig sein, obwohl die Mannschaft seiner Meinung nach am vergangenen Donnerstag "uneingeschränkt das beste Spiel in dieser Saison" gemacht hat (DIASHOW: Bilder des Spiels).

Mit den Anhängern im Rücken sollen nun die nötigen zusätzlichen Prozentpunkte herausgekitzelt werden, um die Borussia zu besiegen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Freier statt Kopplin

Das ist die Hoffnung. Und die ist auch nötig, denn Bochum muss in mehrfacher Hinsicht bangen. Den Dritten der Zweiten Liga plagen vor dem Rückspiel Personalsorgen.

Neben den Langzeitverletzten Matias Concha, Patrick Fabian und Kevin Vogt wird auch Björn Kopplin gesperrt fehlen. Slawo Freier soll ihn auf der ungewohnten Position des Rechtsverteidigers vertreten.

[kaltura id="0_p64lrjxr" class="full_size" title="Gladbach bangt um Reus"]

Wie im Trainingslager

"Das hat er schon im Trainingslager im Januar gegen türkische Mannschaften ganz gut gemacht", sagte Funkel dem "Reviersport".

"Natürlich ist das jetzt ein wesentlich stärkerer Gegner und das Spiel hat eine ganz andere Bedeutung. Aber Slawo ist einer meiner erfahrensten Spieler, er wird diese ungewohnte Position zu aller Zufriedenheit ausfüllen."

Azaouagh will beißen

Zweckoptimismus, wie auch im Fall Mimoun Azaouagh. Der verspricht zwar: "Bis Mittwoch bin ich fit, zu 100 Prozent einsatzbereit. Das ist das Spiel der Spiele, da muss ich auf die Zähne beißen."

Doch die Schmerzen an den Sprunggelenken sind noch immer heftig.

Funkel will deshalb abwarten, ob der 28-Jährige bis Mittwoch wirklich voll belastbar ist. Eine seriöse Prognose könne er nicht abgeben, sagte Funkel.

Aydin stürmt

Immerhin sollen die zuletzt angeschlagenen Ümit Korkmaz und Anthar Yahia auf jeden Fall einsatzbereit sein.

Damit wird auch bei Mirkan Aydin gerechnet, der nach seinen Magen-Darm-Beschwerden von Beginn an stürmen soll.

Die Hauptsorgen gelten also Azaouagh, der für Freier auf dem rechten Flügel eingeplant ist.

Sollte es für den kleinen Techniker jedoch nicht reichen, kämen Giovanni Federico, Mahir Saglik und Zlatko Dedic als Alternative in Frage.

Reus: Sechs Stunden Behandlung

Funkel weiß, dass die Personalsorgen den angestrebten Sieg zusätzlich erschweren. Zumal Gladbach seit elf Pflichtspielen nie mehr als ein Gegentor kassiert hat.

Ein 2:0 ist aber nötig, wenn der VfL ein Elfmeterschießen umgehen will. "Sehr, sehr schwierig", sei die Ausgangslage, räumt Funkel ein, aber eben nicht aussichtslos.

Als "hervorragende Auswärtsmannschaft" stuft er das Team von Trainer Lucien Favre ein.

Daran ändert auch wenig, dass der Schweizer möglicherweise auf Marco Reus verzichten muss, der wegen Flüssigkeit und einer Verhärtung im Adduktorenbereich täglich sechs Stunden behandelt wird.

"Kontrolliertes Vollgas"

Doch ganz gleich, ob die Borussia mit oder ohne Reus aufläuft: Funkel verspricht einen großen Kampf.

"Vollgas bei kontrollierter Offensive", kündigt der Trainer an: "Alles, was wir noch an Kräften in uns haben, werden wir in das Spiel legen. Notfalls auch 120 Minuten oder bis ins Elfmeterschießen."

Die Fans sollen mithelfen.

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