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Manuel Neuer (r.) wurde mit dem DFB-Team bei der WM 2010 in Südafrika Dritter © imago

Im Neuer-Poker pocht Bayern-Boss Rummenigge auf die angebliche Handschlag-Vereinbarung. Doch von der will Königsblau nichts wissen.

Von Mathias Frohnapfel

München - Im Grunde genommen schien schon alles fix.

Manuel Neuer sollte nach dem Schalker Pokalfinale 408229(Bilder) eigentlich beim FC Bayern vorgestellt werden, die FCB-Bosse hätten den Nationalkeeper den Fans wie ein schönes Geschenk mit Schleifchen präsentieren können.

Jetzt sind wohl die Chancen gesunken, dass das zeitnah passiert. (ZUR MELDUNG: Neuer-Wirbel: Bleibt er bei Schalke?)

Die Schalker wollen laut "Bild" ihrem Torhüter einen neuen Vertrag bis 2015 bieten, inklusive sieben Millionen Euro Jahresgehalt und einer Ausstiegsklausel für das Jahr 2013. Dann könnte Neuer zu Bayern gehen und Schalke millionenschwer abkassieren. Bislang läuft Neuers Vertrag bis 2012, danach könnte er ablösefrei gehen.

Peters wiegelt Handschlag ab

Und: Die angebliche Handschlag-Vereinbarung mit den Bayern dementierte der Pokalsieger am Dienstagabend.

"Wir hatten wirklich gute Gespräche mit den Bayern und haben auch wirtschaftliche Einigkeit erzielt. Aber wir haben uns noch nicht endgültig entschieden, das Angebot anzunehmen", sagte Finanzvorstand Peter Peters.

Am Ende des Gesprächs sei Bayerns Finanzvorstand Karl Hopfner aufgestanden und habe den Schalkern die Hand gereicht, um den Wechsel zu besiegeln.

"Doch da hat unser Manager Horst Heldt gesagt: 'Nein, das können wir jetzt noch nicht machen'", so Peters weiter.

[kaltura id="0_1g2d9xip" class="full_size" title="Schalke k mpft um Neuer"]

Rummenigge sieht es anders

Dabei sahen sich die Bayern-Bosse zuvor noch bemüßigt, Königsblau an dieses gemeinsame Treffen in Berlin am 10. Mai zu erinnern.

"Ich bin überzeugt, dass sich Schalke 04 an die getroffenen Vereinbarungen, die wir per Handschlag besiegelt haben, halten wird", sagte Rummenigge. "Ich kenne die Vertreter von Schalke 04 nur als Ehrenmänner und seriöse Kaufleute, so wie wir es auch sind."

Ohnehin gingen die Münchner Bosse bisher offenbar klar von Neuers Wechsel in diesem Sommer aus. Entsprechend optimistisch gaben sie sich im Fall des dann teuersten Torwarttransfers in der Bundesliga-Historie.

"Ein offenes Geheimnis"?

Karl-Heinz Rummenigge nannte den Deal sogar schon "ein offenes Geheimnis". 241095(ZUR DIASHOW: Bayerns Planspiele)

Wann eine Entscheidung fällt, ist indes weiter offen.

Der Aufsichtsrat der Schalker um dessen Vorsitzenden Clemens Tönnies, der dem Verkauf des Schlussmanns zustimmen muss, kommt erst am kommenden Montag zusammen. Allerdings scheint ein Treffen in kleinerem Kreis noch in dieser Woche möglich.

Bayern fest von Wechsel überzeugt

Wie auch immer: Vom geplanten Neuer-Geschäft, für das Bayern 18 Millionen Euro plus bis zu sieben Millionen erfolgsabhängiger Nachzahlungen bieten soll, sind die Münchner weiterhin felsenfest überzeugt.

"Gekauft wird bei Bayern München nicht nach Namen, sondern nach Qualität", erklärte Rummenigge in der "Welt".

"Wenn die Qualität zufällig einen Namen hat, bleiben wir mal bei dem Namen Manuel Neuer, da ist beides identisch, Qualität und Name."

Boateng mit "Sympathien" für Bayern

Für die nächste Saison erhofft sich der Bayern-Boss eine wesentlich stabilere Abwehr, dazu könnte auch ManCity-Profi Jerome Boateng beitragen.

"Es ist ja kein Geheimnis, dass der Spieler eine Sympathie für Bayern München hegt. Aber ich bin heute noch nicht soweit, dass ich mich optimistisch über Manchester City und die notwendigen Dinge äußern kann."

"Muss Neuer nicht verkaufen"

Überhaupt dürfte den Rekordmeister im Moment die Königspersonalie Neuer stärker umtreiben.

Zumal vom Pokalsieger S04 forsche Töne zu hören sind. Tönnies ließ die Roten wissen, dass er ihnen Neuer noch "aus dem Rachen reißen" wolle.

Und in der "Bild" verkündete er: "Ich kann Manuel Neuer nicht verkaufen - muss ihn auch nicht verkaufen. Allerdings wollen wir das Thema auch nicht wochenlang köcheln lassen."(ZUR MELDUNG: Ohrfeige für Neuer)

Poker dauert weiter an

Ein möglicher Ansatz: Mit Hilfe von Hauptsponsor Gazprom, der bis 2017 geschätzte 80 Millionen Euro zahlen wird, wollen die Schalker Neuer halten und die Mannschaft weiter verstärken.

Tönnies wird sich noch einmal mit Manager Horst Held über das Thema unterhalten, am kommenden Montag soll zudem eine Sondersitzung des Schalker Aufsichtsrats folgen.

Möglich ist natürlich auch, dass die Schalker im Poker mit Bayern auf einen Preisaufschlag hoffen.

Auf ein schnelles Ende des Neuer-Pokers deutet aber nichts hin.

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