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Mönchengladbach gewann das Relegations-Hinspiel gegen Bochum mit 1:0 © getty

Turbulente Tage in Gladbach: Während die Borussia versucht, gegen Bochum die Klasse zu halten, plant Effenberg die Übernahme.

Bochum - Für Borussia Mönchengladbach sind es die turbulentesten fünf Tage in der Vereinsgeschichte, für den VfL Bochum die große Chance zur sechsten Rückkehr in die Bundesliga.

Am Niederrhein steht nach dem Relegations-Rückspiel am Mittwoch (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) beim Zweitliga-Dritten die zukunftweisende Mitgliederversammlung mit dem von einer Oppositionsgruppe um Galionsfigur Stefan Effenberg geplanten Sturz der Führungscrew ins Haus.

Wie aggressiv die Stimmung am Sonntag ausfällt, wird im Wesentlichen vom Ausgang der Relegation abhängen. (DATENCENTER: Abschluss-Tabelle)

Königs gesteht Fehler ein

Vernichtende Analysen und harte Kritik nach einer verkorksten Saison werden Effenberg und der Gladbacher Ex-Profi und -Trainer Horst Köppel, der Präsident Rolf Königs beerben soll, formulieren.

Königs versucht derweil, der Veranstaltung schon im Vorfeld ein wenig Brisanz zu nehmen und gesteht Planungsfehler vor der fast abgelaufenen Saison ein.

"Wir haben vielleicht etwas zu euphorisch auf die Jugend gesetzt", sagte der 69-Jährige in einem Gespräch mit der "Rheinischen Post" und gab zu: "Wir haben vor der Saison keinen Leistungsträger abgegeben, sondern sogar ein 15-Millionen-Angebot für Reus aus Wolfsburg abgelehnt." (316092DIASHOW: Bundesliga-Wechselbörse)

Matmour für Reus?

Reus entpuppte sich besonders in der Endphase der Bundesliga-Spielzeit als wichtiger Torschütze, der dem schon totgesagten fünfmaligen Meister wieder Leben einhauchte und erst die Möglichkeit der Relegation eröffnete.

Der 21-Jährige droht jedoch wegen einer Oberschenkelverletzung aus dem mit 1:0 gewonnenen Hinspiel (Bericht) auszufallen. (DIASHOW: Bilder des Spiels).

[kaltura id="0_p64lrjxr" class="full_size" title="Gladbach bangt um Reus"]

Als Option steht Karim Matmour parat.

Favre warnt

Sportlich steht die Zukunft der Gladbacher, die sich am Montag mit einer "schwarzen Null" in ihrer Bilanz zumindest wirtschaftlich stabil präsentierten, auf der Kippe, auch wenn sie mit einem dünnen Polster von 1:0 nach Bochum fahren.

Trainer Lucien Favre warnte: "Das Ergebnis ist nicht schlecht für uns, aber wir sind noch lange nicht durch. Es ist noch alles möglich."

Argumente für den Putsch

Der dritte Bundesliga-Abstieg würde den Bemühungen von Effenberg mit der "Initiative Borussia" vermutlich zusätzliche Argumente für den Putsch liefern.

Der Ex-Nationalspieler sieht sich ohnehin schon als künftiger Sportmanager und Vorstand der Geschäftsführung, der die Gladbacher zusammen mit seinem Gefolge wieder in höhere Tabellengefilde führen will.

Favre versucht indes, die internen Diskussionen und Wahlkämpfe vor dem wichtigen Spiel von den Profis fernzuhalten.

Zuversicht in Bochum

Fest steht: Am Ende der nächsten 90 oder maximal 120 Minuten, eventuell aber auch erst nach einem Elfmeterschießen, herrscht Klarheit - und bei den Bochumern vor dem allseits erwarteten "Endspiel"-Krimi große Zuversicht.

"Die Chancen stehen 40:60, wie vor dem Hinspiel", sagte VfL-Coach Friedhelm Funkel. Der unglückliche wie ärgerliche Treffer in der Nachspielzeit der Nachspielzeit habe die Ausgangssituation für seine Mannschaft "nicht viel verändert".

"Die Mannschaft ist topfit"

Der einstige Profi, der als Trainer bislang schon fünfmal den Erstliga-Aufstieg feiern konnte, setzt auf den Respekt, den sich seine Mannschaft mit einem couragierten Auftritt im ersten Spiel erkämpfte hat und die Unterstützung im mit 30.748 Zuschauern ausverkauften Bochumer Stadion.

Nicht mit dabei ist allerdings Torjäger Chong Tese. Funkel verzichtete nach den Trainingseindrücken der vergangenen Tage auf den Nordkoreaner und berief Zlatko Dedic in den 18er-Kader.

Auch vor einer möglichen Verlängerung ist dem VfL-Trainer nicht bange: "Die Mannschaft ist topfit."

Nur in einem Punkt ist er sich mit seinem Gladbacher Pendant Favre und den Fans einig: Niemand wünscht sich eine derart sportlich wie finanziell folgenschwere Entscheidung durch ein Elfmeterschießen.

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