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Marc-Andre ter Stegen spielt bereits seit 1996 für Borussia Mönchengladbach © getty

Bei SPORT1 spricht Gladbachs junger Keeper ter Stegen über die Relegations-Chancen, besonderen Druck und einen großen Vergleich.

Von Maik Rosner

München - Nicht nur für Experten war vor wenigen Wochen ein Urteil schnell gefällt: Der erste Absteiger aus der Bundesliga heißt Borussia Mönchengladbach.

Doch die "Fohlen" widerlegten diese Einschätzung eindrucksvoll und sprangen mit einem sensationellen Saison-Endspurt und zehn Punkten aus den letzten vier Spielen noch auf den Relegationplatz (DATENCENTER: Abschluss-Tabelle).

Einer der Gründe für den Aufschwung: Marc-Andre ter Stegen. Gladbachs Trainer Lucien Favre warf den Torhüter am 29. Spieltag ins kalte Wasser und machte mit diesem Schachzug alles richtig.

Der 20-Jährige überzeugte mit starken Reflexen und einer Bärenruhe, kassierte in sieben Pflichtspielen nur drei Gegentreffer.

Auch dank ter Stegen ist nach dem 1:0-Hinspiel-Sieg gegen den VfL Bochum (Bericht) nun der Klassenerhalt zum Greifen nah. (DIASHOW: Bilder des Spiels)

Im SPORT1-Interview spricht Gladbachs Keeper vor dem Rückspiel beim VfL (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) über Borussias Ausgangslage, besonderen Druck und den Vergleich mit Deutschlands Nummer eins.

SPORT1: Herr ter Stegen, wie bewerten Sie die Chancen gegen Bochum nach dem 1:0 im Hinspiel?

Marc-Andre ter Stegen: Wir wissen, dass das 1:0 im Hinspiel ein gutes Ergebnis ist, aber wir wissen genauso, dass wir noch überhaupt nichts erreicht haben. Wir haben den ersten Schritt gemacht, aber wir wollen und müssen nachlegen. Wir gehen selbstbewusst in diese Partie, aber nicht nur aufgrund des Hinspiel-Ergebnisses, sondern aufgrund unserer Leistungen in den letzten Wochen.

SPORT1: Wie erwarten Sie die Bochumer nun im Rückspiel im eigenen Stadion?

ter Stegen: Das muss man abwarten, wir sind auf alles eingestellt. Ob Bochum von Beginn an Druck aufbaut, oder eher zurückhaltend spielt, wissen wir natürlich nicht, aber wir sind auf alles vorbereitet.

[kaltura id="0_i8ua7sea" class="full_size" title="Bochum k mpft gegen Gladbach um letzte Chance"]

SPORT1: Wie gehen Sie eigentlich mit dem besonderen Druck in diesem Spiel um, das über Klassenerhalt oder Abstieg entscheidet?

ter Stegen: Ich versuche, auf den Punkt konzentriert zu sein und genauso in diese Partie zu gehen, wie in die anderen Partien bisher auch. Wir standen in den letzten Wochen immer unter Druck und mussten punkten. Diesem Druck haben wir standgehalten und das werden wir auch am Mittwoch. Davon bin ich hundertprozentig überzeugt.

SPORT1: Wie bereiten Sie sich persönlich darauf vor? Haben Sie bestimmte Rituale?

ter Stegen: Vor dem Spiel haben wir als Team, aber auch ich alleine schon einen festen Ablauf. Dies wird auch am Mittwoch wieder so sein. Viele Fußballer haben vor Spielen ihre ganz eigenen Rituale, das ist meistens nichts Großes, sondern eher ein ähnlicher Ablauf. Bei mir ist das ähnlich.

SPORT1: Die Gladbacher Defensive steht seit einigen Wochen sehr sicher. Was sind aus Ihrer Sicht die Gründe für die positive Entwicklung?

ter Stegen: Wir stehen als Team sehr kompakt und arbeiten geschlossen gegen den Ball. Die Aussage, dass Abwehrarbeit vorne anfängt, hat man schon tausendmal gehört, aber so ist es nun einmal.

SPORT1: Max Eberl hat Sie als eines der größten deutschen Torwart-Talente bezeichnet, der "Spiegel" schrieb: "Ein neuer Neuer". Müssen Sie sich manchmal kneifen, um zu glauben und zu verstehen, was in den vergangenen Wochen mit Ihnen passiert ist?

ter Stegen: Zuerst einmal freue ich mich natürlich über derartige Komplimente, so etwas zu hören, tut gut und zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich habe immer betont, dass es eines meiner Ziele ist, Bundesligatorwart zu werden. Das habe ich erreicht und freue mich natürlich sehr darüber. Sie haben völlig Recht, dass es schnell ging, aber ich habe darauf hingearbeitet und war vorbereitet.

SPORT1: Ehren Sie solche Vergleiche oder finden Sie das eher befremdlich?

ter Stegen: Natürlich ehrt mich dass, aber ich weiß so etwas auch einzuschätzen. Ich orientiere mich an manchen Dingen - ich bin und bleibe aber weiter ich selbst.

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