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Felix Magath ist seit Juli 2007 Trainer beim VfL Wolfsburg © getty

Der VfL Wolfsburg hat erstmals wieder den UEFA-Cup erreicht und weltmeisterlich aufgerüstet. Die Liga-Konkurrenten sind aufgeschreckt, doch Erfolgstrainer Felix Magath warnt. Die Sport1-Vorschau.

Von Michael Schulz

München - Der Beginn der Bundesliga-Saison 2008/2009 rückt näher. Sport1.de stellt alle 18 Teams vor. Dieses Mal: VfL Wolfsburg.

Als drittbeste Rückrundenmannschaft beendeten die "Wölfe" die Saison. Als zusätzlichen Lohn der Mühen lösten die Schützlinge von Trainer Felix Magath als Fünfter das Ticket für den Uefa-Cup.

Dabei hatte selbst Magath - Manager, Trainer und Geschäftsführer in Personalunion - nach dem radikalen Kaderumbau mit 14 Neuzugängen zum Ligastart 2007 gewarnt:

"Wir brauchen ein Jahr, um uns zu finden und greifen nächste Saison an."

Das beste Ergebnis der Klubgeschiche (54 Punkten) und die drittbeste Offensive der Liga (58 Treffer) sind jedoch eine respektable Zwischenbilanz.

"Noch steigern"

Nun ist der VfL auch noch früher als geplant (2010) in einem internationalen Wettbewerb vertreten. Dennoch schraubt der 55-Jährige erneut die Erwartungen zurück.

"Wir müssen uns in etlichen Bereichen noch steigern", sagte der 55-Jährige bei Sport1.de: "Andere Vereine wie Leverkusen oder Stuttgart sind uns um etliche Jahre voraus und spielen eher um den Titel mit."

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Wer ist neu?

Unterschätzen wird die Wolfsburger in dieser Saison keiner mehr, denn mit den italienischen Nationalverteidigern Andrea Barzagli (13,9 Millionen Euro) und Cristian Zaccardo (7 Millionen) kamen zwei Weltmeister von US Palermo zum VfL.

Eine weitere Alternative in der Defensive ist Rodrigo Alvim von Belenenses Lissabon (120.000). Damit möchte Magath die Abwehr stabilisieren.

Marcelinho vor dem Sprung

Mit Zvjezdan Misimovic vom 1. FC Nürnberg (3,9 Millionen) steht ein neuer Spielmacher für Ex-Kapitän Marcelinho im Aufgebot. Den Brasilianer soll es entweder in seine Heimat zu Flamengo Rio de Janeiro oder zum Klub von Winnie Schäfer, Al-Ain (Abu Dhabi), ziehen.

Spieler mit Perspektiven sind die Neuen Kevin Wolze (Bolton Wanderers), Mahir Saglik (Wuppertaler SV/150.000), Daniel Adlung (Greuther Fürth) und Lauterns Alexander Esswein.

Hartes Aussieben

Im Gegenzug sortierte Magath etliche Spieler aus, die seinen Ansprüchen nicht mehr genügen. Prominenteste Opfer sind bisherige Leistungsträger wie Daniel Baier und Alexander Madlung.

Für letzteren ist der englische Premier-League-Klub West Bromwich bereit, sechs Millionen Euro zu zahlen. Zudem wurde Sergiu Radu an den Heim-Auftaktgegner 1. FC Köln ausgeliehen.

Wer ist der Hoffnungsträger?

Barzagli und Zaccardo sollen nicht nur ihre Landsleute ins Stadion locken, sondern gemeinsam mit Benaglio für Stabilität in der Hintermannschaft sorgen.

Im Sturm haben Grafite (11 Tore/6 Vorlagen) und Edin Dzeko (8/7) letzte Saison ihre Gefährlichkeit unter Beweis gestellt - Fortsetzung erwünscht.

Den erfolgreichen Weg soll auch Magath fortsetzen, denn in einem europäischen Wettbewerb möchte der Verein auch die nächsten Jahre mitspielen.

Wie ist die Stimmung?

Anders als im Vorjahr sind diesmal alle Neuzugänge schon in der Vorbereitung im Team und von Verletzungen wurde der VfL ebenfalls verschont.

"Ich bin optimistisch, dass wir nicht erst in der Rückrunde überzeugen", sagt Magath über die aktuelle Leistungstärke seines neuen Teams.

Gespannt ist auch das Umfeld. Magath hat Begehrlichkeiten geweckt, für die der VW-Konzern gerne bereit ist, Geld locker zu machen. Doch egal wie die Saison verläuft: Der VfL-Coach hat ein ruhiges Arbeitsumfeld.

Was sind die Ziele?

"Unser Ziel ist besser abzuschneiden als letzte Saison. Das heißt Platz 5 und besser", sagte Magath bei Sport1.de. Doch er weiß: "Diese Saison wird für uns viel schwerer, weil die Ausgangslage eine andere ist."

Langfristig soll der Ex-Meistercoach des FC Bayern mit Wolfsburg national um den Titel mitspielen und international eine feste Größe werden. Doch der Verein hat Weitblick bewiesen und mit dem Wintertransfer von Makoto Hasebe einen wichtigen Zunkunftsmarkt erschlossen: Asien.

Als Meisterschaftsanwärter will sich Magath aber noch bezeichen. "Es ist schön, dass wir in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden und man uns als Kandidat für die Meisterschaft nennt", sagte der gebürtige Aschaffenburger:

"Doch Vereine wie Leverkusen oder Stuttgart spielen eher um den Titel mit."

Sport1-Prognose:

Anders als letzte Saison tanzt Wolfsburg auf drei Hochzeiten (Liga, Pokal und UEFA-Cup). Anders als in der vergangenen Runde wird die Konkurrenz die "Wölfe" aber nicht unterschätzen.

Ob die Platzierung nach 34 Spielen auch anders sein wird, hängt davon ab, wie die Spieler die neue Situation verarbeiten. Um in den Titelkampf einzugreifen, ist es für Wolfsburg noch zu früh. Aber um die internationale Plätze werden die Niedersachsen bis zum Schluss mitkämpfen.

Und am Ende wieder in den UEFA-Cup einziehen.

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