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Franck Ribery (l.) und Toni Kroos wurden in der vergangenen Saison mit Bayern Dritter © getty

Während es unter van Gaal eine Stammelf beim FC Bayern gab, will Heynckes rotieren lassen. Fast alle Spieler sind betroffen.

Von Christian Stüwe

München - Übernimmt ein neuer Trainer, werden die Karten innerhalb einer Mannschaft neu gemischt.

Beim FC Bayern München gilt das mehr denn je.

Denn während Ex-Coach Louis van Gaal nur notgedrungen durchtauschte, ist Jupp Heynckes dafür bekannt, das Personal immer wieder kräftig durcheinander zu wirbeln 241095(DIASHOW: Bayerns Planspiele).

"Der Jupp hat da einen anderen Stil", weiß auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. "Bei ihm sind es die besten 16, 17 Spieler. Die werden bei ihm durchrotieren", kündigte er schon mal an.

War vor knapp vier Jahren noch ein Streit zwischen dem damaligen Trainer Ottmar Hitzfeld und Rummenigge über dessen Personal-Rochaden entbrannt, freut sich der Bayern-Boss nun auf die Wechselspiele.

"22 Freunde müsst ihr sein"

"Wir müssen uns von dem Gedanken frei machen: Elf Freunde müsst ihr sein", sagte Rummenigge: "Nein: 17 Freunde müsst ihr sein. Oder sogar 22."

Die Spieler aus der zweiten Reihe, die unter van Gaal wenige bis gar keine Chancen bekamen, werden die Worte Rummenigges gerne hören. (Machen Sie es wie SPORT1 und Bastian Schweinsteiger: Unterstützen Sie München 2018)

"Damit wird neu motiviert, und auch der Mannschaftsgeist wird wieder eine höhere Bedeutung bekommen", sagte Rummenigge der "Welt".

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Neuer Druck auf die Stammkräfte

Gleichzeitig wird der Druck auf die Stammkräfte aber auch deutlich erhöht. Heynckes weilt derzeit schon in München, um den Start in die neue Saison zu planen.

Der Auftakt zur Vorbereitung wurde auf den 27. Juni vorgezogen.

Schon dann werden die Spieler, die nicht mehr für Nationalteams auf Reisen gehen, mit der Schinderei beginnen.

Vier Mittelstürmer - nur ein Platz

Zweitliga-Torschützenkönig Nils Petersen wird dabei sein, genauso wie der genesene Ivica Olic.

Mit dem gesetzten Torschützenkönig Mario Gomez und Miroslav Klose - sollte der DFB-Torjäger denn bleiben - werden sie sich einen harten Kampf um die Position des Mittelstürmers liefern.

Zwar scheint es nicht ausgeschlossen, dass Heynckes auch einmal auf ein 4-4-2 mit zwei Angreifern setzt.

Allerdings dürfte diese taktische Variante nur in Frage kommen, wenn ein Spieler der offensiven Dreier-Reihe im Mittelfeld ausfällt.

Dreier-Offensiv-Reihe gesetzt

Denn Arjen Robben, Franck Ribery und Thomas Müller scheinen praktisch die einzigen Spieler zu sein, die gesetzt sind.

Die Flügelzange mit dem Niederländer, dem Franzosen und dem WM-Torschützenkönig in der Zentrale ist das Prunkstück der Münchner.

Müller überzeugte auch in der schwierigen zweiten Saison voll und ganz.

"Wenn ich mich jetzt und vor zwei Jahren anschauen, bin ich als Spieler schon viel kompletter", sagte der 21-Jährige: "Was nicht heißt, dass ich schon fertig bin. Ich habe sicher schon viel Luft nach oben."

Während sich somit in der Offensive des Rekordmeisters ein relativ klares Bild ergibt, ist dahinter fast alles offen.

Alles offen im defensiven Mittelfeld

Im Gegensatz zu Müller konnte Bastian Schweinsteiger die hervorragenden Eindrücke der WM-Saison nicht bestätigten.

Selbst Schweinsteiger scheint nicht mehr unangreifbar, auch der angeblich von Real Madrid umworbene Nationalspieler könnte durchaus Opfer der Rotation werden.

Schon in der letzten Saison bewies Heynckes in Leverkusen, dass er auf Namen keine Rücksicht nimmt und ließ den jungen Lars Bender spielen, während Michael Ballack auf der Bank saß.

Wer den zweiten Platz im defensiven Mittelfeld einnimmt, ist ohnehin völlig offen.

Spieler wie Anatoliy Tymoshuck, Toni Kroos, oder Luiz Gustavo sind auf mehreren Positionen einsetzbar und damit hervorragend für die Rotation geeignet.

Vielseitig verwendbare Spieler

Zudem wirbt der FC Bayern um Arturo Vidal, Jerome Boateng und Rechtsverteidiger Rafinha.

Gut möglich also, dass die Rotation vor allem im defensiven Mittelfeld und der Abwehr der Bayern zum Tragen kommt.

Boateng könnte rechts wie links verteidigen, Rafinha wäre ein Mann für die rechte Seite.

Sogar Philipp Lahm könnte im Falle der Verpflichtung des Brasilianer auch wieder auf linken Abwehrseite auflaufen.

Wer verteidigt in der Zentrale?

Denn Boateng ist wohl in erster Linie in der Mitte eingeplant 241095(ZUR DIASHOW: Bayerns Planspiele).

Die Innenverteidigung scheint nämlich nach wie vor die Problemzone der Münchner zu sein.

Weder Holger Badstuber noch Daniel van Buyten oder Breno erfüllten die Erwartungen (ZUR MELDUNG: Bayerns Suche nach Stabilität).

Während die Rotation auf den anderen Positionen gewollt ist, könnte sie somit in der Innenverteidigung auch eine Verlegenheitslösung sein.

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