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Clemens Tönnies (l.) ist seit 2001 Aufsichtsratschef von Schalke 04 © getty

Im Ringen um Manuel Neuer werden die Töne aus Schalke leise. S04-Boss Clemens Tönnies spricht schon von einem schweren Abschied.

Von Mathias Frohnapfel

München - Er ist ein Kämpfertyp und lässt sich von Widerständen nicht so rasch beeindrucken.

Auch deshalb tönte Clemens Tönnies nach dem Pokaltriumph, dass er Manuel Neuer den Bayern noch aus dem "Rachen reißen" wolle.

Auf keinen Fall wollte der Schalker Aufsichtsratsboss "seinen" Manuel nach München ziehen lassen.

Mittlerweile spricht Tönnies über das Thema aber wieder im Ton eines Vereinsfunktionärs und nicht wie der oberste S04-Fan.

"Der Entschluss wird nicht vor unserer turnusmäßigen Aufsichtsratssitzung fallen, das machen wir am Montag", sagte Tönnies der "tz".

"Es fällt schwer, ihn gehen zu lassen"

Und er fügte an: "Ich weiß, wie schwer es Manuel fällt, wegzugehen. Und ich weiß, wie schwer es uns fällt, ihn gehen zu lassen."

Das klingt zumindest nicht so, als ob Tönnies noch mit einem Verbleib des Nationalkeepers rechnen würde. Das wochenlange Gezerre um Neuer dürfte sich damit einem Ende nähern 119404(DIAHSOW: Die nervigsten Transfers).

Allerdings will der S04-Boss, der am Freitag seinen 55. Geburtstag feiert, auch nichts von einer Handschlag-Vereinbarung wissen, auf die die Bayern pochen.

"Den Handschlag-Vertrag gibt es definitiv nicht. Das ist Blödsinn. Es gibt ein Verhandlungsergebnis", erklärte der Fleischfabrikant.

Spitze gegen Bayern

Und er verkniff sich auch eine Spitze in Richtung des Rekordmeisters nicht. "Ich meine, da sollen die Bayern nicht ungeduldig sein. Wir haben doch Zeit." 241095(ZUR DIASHOW: Bayerns Planspiele)

Noch am Samstag nach dem 5:0 über Duisburg im Pokalfinale hatte Tönnies die Arme um Neuer gelegt und bei der großen Schalker Fete den Hit von Marius Müller-Westernhagen geschmettert: "Sexy, ich würde alles für dich tun."

Im Moment sieht es kaum danach aus, als ob er mit dieser Quasi-Liebeserklärung den 25-Jährigen von seinem Entschluss pro Bayern abgebracht hätte.

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"Neuer steht zu seinem Wort"

"Manuel ist charakterfest. Er hat klipp und klar gesagt, dass er seinen Vertrag nicht verlängern wird", sagte Neuers Medienberater Bernhard Schmittenbecher.

"Er steht zu seinem Wort, daran ändern auch neue Summen nichts. Alles andere ist nun Sache der Vereine."

Das heißt, die Königsblauen können nur noch darüber entscheiden, ob sie das in der Summe 25-Millionen-Euro-schwere Paket der Bayern annehmen oder Neuer erst 2012 ablösefrei ziehen lassen.

Höwedes: "Natürlich ist man bedröppelt"

Die Schalker Mitspieler wie Benedikt Höwedes rechnen derweil mit einem Neuer-Wechsel im Sommer.

"Natürlich ist man ein bisschen bedröppelt, weil er der beste Torwart der Welt ist", sagte Höwedes, als sich am Freitag das DFB-Team in Frankfurt traf.

Und er fügte an: "Es sieht so aus, dass er den Verein verlassen wird."

Neuer selbst wich auch zuletzt immer wieder geschickt dem Thema aus. Schmittenbecher erklärte jetzt, wie es seinem Mandanten damit geht.

Keeper will Thema vom Tisch haben

"Es ist doch menschlich verständlich, dass Manuel das möglichst bald geklärt haben möchte. Aber er kann es halt nicht beeinflussen", sagte Schmittenbecher der "Abendzeitung".

Außerdem habe Neuer in den letzten Tagen "abgeschaltet" und "Kraft" für die anstehendend Länderspiele gesammelt.

Dass Schalke noch einmal mit einer neuen Offerte und einem großen Gehaltszuschlag versucht, Neuer zum Bleiben zu bewegen, überrascht Schmittenbecher nicht.

"Am liebsten hätten sie den Pokalerfolg noch getoppt und am Tag darauf einen neuen Vertrag mit Manuel unterzeichnet - da hätten ihn die Fans dann wohl in Gold aufgewogen", meinte Neuers Berater. "Aber das macht diesen Verein ja aus und auch ein Stück weit einzigartig."

Die Münchner hoffen indes, dass sie die Königspersonalie schon in der nächsten Woche in aller Ruhe zum Abschluss bringen können.

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