Der "Tiger" ist mit seinem Versuch, sich bei Gladbach in den Manager-Job zu putschen, gescheitert. Er hätte es absehen müssen.

Stefan Effenberg hat so eine gewisse Art, seinen Gesprächspartnern seine Ansichten zu vermitteln.

Auf die zuletzt oft gehörte Feststellung seiner "sportlichen Kompetenz" hing er gerne ein "das ist ja, glaube ich, unbestritten" oder ein "da sind wir uns, denke ich, alle einig" an.

Hieraus spricht ein gesundes Selbstbewusstsein, das daran gewachsen ist, dass es Effenberg mit seinen Qualitäten und eben diesem Selbstbewusstsein als Fußballer ganz nach oben, zum Anführer eines Champions-League-Gewinnerteams, gebracht hat.

An diesem Sonntag hat er auf die harte Tour gelernt, dass es mit der erhofften Manager-Karriere schwieriger wird - und dass seine Kompetenz bestrittener ist, als er es annimmt.

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Effenbergs kläglich gescheiterter Versuch, sich mit der "Initiative Borussia" in den Gladbacher Sportdirektoren-Job zu putschen (Bericht), war ein Fest für die Medien.

Aber der Versuch war von vornherein zum Scheitern verurteilt, nicht erst durch den Gladbacher Klassenerhalt - auch wenn der die Heftigkeit der zu erwartenden Abfuhr ins demütigende verstärkt hat.

Für die von der Initiative benötigte Zwei-Drittel-Mehrheit hätte die Lage einfach ganz anders sein müssen.

Es hätte keine umstrittene Klubführung gebraucht, sondern eine hoffnungslos abgewirtschaftete. Und eine glänzend dastehende Opposition mit überzeugendem Programm, keine, die noch umstrittener ist als die Vereinsregierung.

Effenberg stand auf verlorenem Posten und es ist unverständlich, warum er sich trotzdem auf das Himmelfahrtskommando eingelassen, sich spektakulär verbrennen hat lassen und sich ein gewaltiges Stigma für seinen weitere Karriere abgeholt hat.

Hat er nicht gewusst um die Lage der Initiative?

Oder hat er es ? aber geglaubt, dass alles anders wird, wenn ein Idol wie er sich ihr anschließt?

Dass er wie einst auf dem Platz alle Hürden weggrätschen und wegeffen würde? Mit seiner Strahlkraft und ein paar kernigen, volksnahen Ansagen und Heilsversprechen? Dass er es wieder am Ende wieder allen gezeigt haben würde?

In beiden Fällen hat Effenberg nicht das Urteilsvermögen bewiesen, das zur sportlichen Kompetenz eines Managers gehört.

Die Meinung, dass ihm die fehlt, dass er in seinem aktuellen Job als medialer Klartextsprecher besser aufgehoben ist und den Manager-Job den unspannenderen, aber sachlicheren Eberls dieser Welt überlassen sollte, ist außerhalb seines Anhängerkreises weit verbreitet.

Sie ist aber auch unfair, da Effenberg noch keine Chance hatte, dieses Vorurteil zu widerlegen.

Er muss sich beim Versuch, das zu tun, aber besser anstellen als er es mit dem Putschversuch in Gladbach getan hat.

Darüber müssen sich nun wirklich alle einig sein.

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