vergrößernverkleinern
Thomas Müller wechselte im Jahr 2000 vom TSV Pähl in die Jugend des FC Bayern © imago

Thomas Müller blickt bei SPORT1 auf die titellose Saison mit Bayern zurück und spricht über die Zukunft unter Heynckes.

Von Thorsten Mesch

München - Mit dem FC Bayern hat Thomas Müller eine schwierige Saison hinter sich.

Fehlstart in der Bundesliga, Achtelfinal-Aus in der Champions League und durch eine Heimpleite gegen Schalke das Pokalfinale verpasst, dann die Trennung von Trainer Louis van Gaal und der harte Kampf um den dritten Platz.

"Mit dem Saisonverlauf kann man natürlich nicht zufrieden sein. Um Platz drei kämpfen zu müssen, ist nun wirklich nicht mein Anspruch", sagt Müller zu SPORT1.

Nach dem gewonnen Test-Länderspiel gegen Uruguay und den beiden erfolgreichen EM-Qualifikationsspielen steht für Müller zunächst der wohlverdiente Urlaub an. (DFB-TEAM: Kleiner Stamm, große Konkurrenz)

Doch der 21-Jährige kann es kaum erwarten, dass die neue Saison, dann unter Jupp Heynckes als Trainer, beginnt.

Im SPORT1-Interview spricht Thomas Müller über die vergangene Spielzeit beim FC Bayern und die Zukunft unter Heynckes.

SPORT1: Herr Müller, Sie gelten als bodenständiger Mensch. Wie haben Sie die Zeit zwischen dem Ende der Bundesligasaison und den Länderspielen verbracht?

Thomas Müller: Ich war mit meiner Frau zu Hause. Wir haben die Sommertage genutzt, sind mit dem Hund rausgegangen, haben gegrillt, einfach ein bisschen entspannt. Was man halt auch als normaler Mensch so macht.

[kaltura id="0_9fwzw1gs" class="full_size" title="Boateng Mit Bayern einig "]

SPORT1: Fühlen Sie sich denn ab und zu nicht wie ein normaler Mensch?

Müller: Als Fußball-Profi ist man natürlich populär. Viele Leute denken vielleicht, dass man kein normaler Mensch ist oder kein normales Leben führt. Richtig normal ist unser Leben ja auch nicht. Wir reisen viel, wohnen in super Hotels. Aber eben nur für die Zeit, die wir Profis sind. Danach muss man schauen, wie man klarkommt. Ich wollte aber damit eigentlich nur sagen, dass ich ganz normal zu Hause grillen kann. Ich muss nicht immer auf die Malediven fliegen, um Spaß zu haben.

SPORT1: Im vergangenen Jahr ist sehr viel auf Sie eingeprasselt: Meisterschaft, Pokalsieg, Champions-League-Finale, WM-Teilnahme und WM-Torschützenkönig. Haben Sie das jetzt alles verarbeitet, auch dadurch, dass die vergangene Saison mit Bayern sehr schwierig war?

Müller:: Es war schon so, dass im Verein viel Unruhe herrschte. Aber ich habe versucht, mich nicht beeindrucken zu lassen. Für mich persönlich ist es ganz gut gelaufen, ich habe wieder meine Spiele gemacht und eine ganz gute Saison gespielt.

SPORT1: Wie groß war der Druck für Sie persönlich nach Ihrer Super-WM-Saison?

Müller: Der Druck war groß, denn viele haben gesagt, dass ich im zweiten Jahr einbrechen würde. Mit dem Saisonverlauf kann man natürlich nicht zufrieden sein. Um Platz drei kämpfen zu müssen, ist nun wirklich nicht mein Anspruch.

SPORT1: Jupp Heynckes kommt als neuer Bayern-Trainer. Was erwarten Sie?

Müller: Es ist schon ein bisschen Aufbruchsstimmung. Wir hatten eine Saison ohne Titel, den Supercup gegen Schalke zähle ich nicht mit, und jetzt sind alle hungrig. Natürlich will man nach den Länderspielen auch mal abschalten, aber ich freue mich jetzt schon auf die neue Saison. Der positive Weg des FC Bayern wurde zwar durch den dritten Platz etwas gebremst, aber er wird weitergeführt. Das Gerüst dafür steht.

SPORT1: Kommt es Ihnen entgegen, dass mit Heynckes ein Trainer kommt, der sehr gut auf die jungen Spieler eingehen kann?

Müller: Ich bin mit Louis van Gaal auch zurechtgekommen. Ich habe unter ihm viel dazugelernt. Ich habe aber auch bei Heynckes bemerkt, dass er viel hat rotieren lassen, es in der Mannschaft aber wenig Enttäuschte gab. Man muss immer den Mittelweg finden, die Mannschaft entwickeln, aber auch die Rotation nicht vergessen, damit gute Stimmung herrscht. Wir werden sehen, wie das klappt, aber ich bin davon überzeugt, dass Jupp Heynckes mit seiner Erfahrung das richtige Händchen hat.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel