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Armin Veh trainerte in der Bundesliga Rostock, Stuttgart, Wolfsburg und den HSV © getty

Der neue Eintracht-Coach gibt sich bei seiner Vorstellung hochmotiviert. Manager Hübner bezeichnet ihn als seinen Wunschkandidaten.

Aus Frankfurt berichtet Thorsten Mesch

Frankfurt/Main - Als Armin Veh zusammen mit Heribert Bruchhagen und Manager Bruno Hübner um 10.56 Uhr am Dienstagvormittag das Eintracht-Museum in der Frankfurter Arena betrat, wirkte er tiefenentspannt wie auf Urlaubsreise.

Lächelnd begrüßte der neue Frankfurter Trainer die aufgeregte Fotografenhorde.

Dann schlenderte er lässig in cooler blauer Nieten-Jeans, schwarzen Wildlederschuhen, offenem weißen Hemd und Silberkette zu seinem Platz, um von seinen Plänen mit den Hessen zu erzählen.

Ziel sofortiger Wiederaufstieg

Vehs Motivation ist hoch: "Es reizt mich an der 2. Liga, dass ich aufsteigen kann. In die Bundesliga aufzusteigen, habe ich noch nicht geschafft", erklärte er.

"Unser Ziel kann nur lauten, dass wir die Eintracht zurück in die Bundesliga führen", sagte der 50-Jährige, der einen Einjahresvertrag erhält. "Wenn wir es nicht schaffen, dann macht es auch keinen Sinn, ein zweites Jahr zu machen", betonte der Coach.

Modell Funkel als Vorbild

"Wir haben in den letzten acht Jahren immer Einjahresverträge gemacht und sind damit gut gefahren", begründete Heribert Bruchhagen die Vertragslaufzeit.

"Herr Funkel (Friedhelm Funkel, Anm. d. R.) hat bei uns fünf Mal verlängert", verwies der Eintracht-Boss auf die guten Erfahrungen, die man in Frankfurt in der jüngeren Vergangenheit mit kurzzeitigen Kontrakten gemacht habe.

Veh als Wunschkandidat

"Ich darf verraten, dass wir Herrn Veh als einzigen Kandidaten angesprochen haben", erklärte der 62-Jährige, der schon am Montag gegenüber SPORT1 die Übereinkunft mit Veh bestätigt hatte. /Bericht: Veh neuer Eintracht-Coach)

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Damit hat die Eintracht nach der Verpflichtung von Bruno Hübner als Sportdirektor die zweite wichtige Personalentscheidung innerhalb einer Woche unter Dach und Fach gebracht.

Hübner Feuer und Flamme

Hübner hatte Veh vorgeschlagen und sofort nach seinem Dienstantritt Kontakt zum ehemaligen Meistertrainer des VfB Stuttgart aufgenommen.

"Mein Wunsch war schon immer, einmal mit Armin zusammenzuarbeiten. Ich freue mich, dass der Vorstand meinem Vorschlag gefolgt ist", sagte Hübner.

"Herr Hübner ist mit seiner Empfehlung bei uns auf offene Ohren gestoßen", verriet Bruchhagen, der von einer erfolgreichen Zusammenarbeit des neuen Eintracht-Trios überzeugt ist. "Was die Liebe zum Fußball angeht, verbindet uns diese", meinte er.

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"Mit Leidenschaft um mich gekämpft"

"Sie (Bruchhagen und Hübner, Anm. d. R.) haben mit sehr viel Leidenschaft gekämpft und jetzt bin ich da", sagte Veh.

"Ich bin am Donnerstag aus dem Urlaub zurückgekommen und hatte gleich einen Anruf von Bruno auf meinem Handy", berichtete der Trainer, der in der abgelaufenen Saison bis März beim Hamburger SV gearbeitet hatte.

Vehs Entscheidung für die Eintracht fiel dann schnell - so schnell, dass er keine Zeit hatte, alle seine Hemden zu waschen. ""Ich habe Brunos Hemd an, das ist aber sehr tailliert. Ein Zahnbürste habe ich mittlerweile", erzählte er schmunzelnd.

Blick zurück im Zorn

In Hamburg sei es "von vornherein sehr viel Politik gemacht worden. Es ging mehr um vereinsinterne Dinge als um Fußball", blickte Veh zurück.

Vor seinem Rauswurf beim Hamburger SV im März hatte Veh noch einen anderen Trainerposten in Deutschland ausgeschlossen und erklärt: "Wenn ich es nicht schaffe, in Hamburg erfolgreich zu sein, möchte ich in Deutschland keinen anderen Verein als Trainer mehr übernehmen."

Hübner hält den Rücken frei

Doch "die beiden Herren rechts von mir" hätten ihn überzeugt, sagte Veh und deutete auf Bruchhagen und Hübner. "Man weiß nicht immer, was auf einen zukommt. Bei Ihnen weiß ich es, das war ausschlaggebend."

Hübner versichrte Veh offenbar, dass es in Frankfurt keine "Hamburger Verhältnisse" geben werde: "Ich habe ihn überzeugt, dass ich ihm den Rücken freihalte und dass er sich um die Mannschaft kümmern kann. Wenn irgendwo Machtkämpfe stattfinden und du dich nicht mehr auf das Eigentliche kümmern kannst, verlierst du ein Stück weit die Lust."

In Wolfsburg und auch in Hamburg musste Veh zeitweise auch die Aufgaben eines Sportdirektors übernhemen.

Transfers im Blick

Völlig raushalten wird sich Veh natürlich auch in Frankfurt nicht aus der Kaderplanung. Diese Aufgabe muss er nun als Erstes angehen.

Um die sofortige Rückkehr in die Bundesliga zu erreichen, sei es "wichtig, dass man keine Luftschlösser baut, sondern einen guten Kader zusammen hat", betonte Veh. 316092(DIASHOW: Die Bundesliga-Wechselbörse).

Man werde "wenige Spieler abgeben, müsse aber "gut einkaufen."

Überrascht vom Absturz

Von der sportlichen Qualität des aktuellen Kaders ist er ohnehin überzeugt. Der Absturz der Mannschaft in der Rückrunde überrachte ihn:

"Ich habe nicht erwartet, dass Eintracht nach der Vorrunde so gut steht, aber ich habe auch nicht erwartet, dass sie in der Rückrunde nur acht Punkte machen. Ich habe sie zwischen Platz neun und zwölf gesehen", gab er zu.

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