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Manuel Neuer wurde 2009 mit Deutschland U-21-Europameister © getty

Schalke lässt die Bayern beim Neuer-Transfer weiterhin zappeln Der Klub fürchtet ein Nullsummenspiel und schindet Zeit.

Von Andreas Kloo

München - Das Tauziehen um Manuel Neuer geht weiter. Dabei hat die Hauptperson, um die sich alles dreht, längst genug von der Hängepartie.

Neuer selbst äußerte im Rahmen des Länderspiels gegen Uruguay bereits den Wunsch, "dass die Verantwortlichen für sich die richtige Entscheidung treffen".

Auch DFB-Teammanager Oliver Bierhoff hofft, dass Schalke es dem Spieler "leicht" mache und "bald eine Entscheidung für Schalke und Manuel Neuer getroffen wird."

Doch die Schalker spielen weiterhin auf Zeit.

Tönnies fehlt auf Sitzung

Bei der Aufsichtsratssitzung am Montag wurde der Punkt "Manuel Neuer" zunächst von der Tagesordnung gestrichen. Grund: Aufsichtsratschef Clemens Tönnies war aus beruflichen Gründen verhindert und konnte nicht an der Sitzung teilnehmen.

Gesprochen wurde dann offenbar doch über den Neuer-Transfer: "Wir haben dem Aufsichtsrat das Angebot von Bayern München bezüglich Manuel Neuer vorgestellt. Dabei haben wir alle möglichen Szenarien dargestellt", berichtete Sportdirektor Horst Heldt hinterher.

"Lassen uns nicht treiben"

An einer schnellen Lösung scheint dem DFB-Pokalsieger aber nicht gelegen. Auch Tönnies versucht, auf Zeit zu spielen.

"Wir arbeiten an der besten Lösung für Schalke. Deshalb lassen wir uns nicht treiben. Weder von Bayern, noch von irgendwelchen anderen Leuten", machte der 54-Jährige in der "Bild" deutlich.119404(DIAHSOW: Die nervigsten Transfers).

96 und Lautern nutzen Lage

Mit den anderen Leuten meint Tönnies wohl Hannover 96 und den 1. FC Kaiserslautern. (Hoffmans Erzählungen: Tönnies bombt den Kühlschrank)

[kaltura id="0_9o0hnbxg" class="full_size" title="Tauziehen um Neuer geht weiter"]

Die beiden Klubs haben mit den jungen und talentierten Torhütern Ron-Robert Zieler und Kevin Trapp passenden Ersatz für Neuer in ihren Schaufenstern - und nutzen die Schalker Lage genüsslich aus.

96 verlangt dem Vernehmen nach zehn Millionen Euro für den 22-jährigen Zieler, Lautern neun Millionen für den 20-jährigen Trapp.

Gewinn geringer

Damit wäre die Hälfte der 18 Millionen Euro, die Schalke für Neuer von den Bayern bekommt, schon wieder weg. Der Neuer-Transfer würde also nur eine kleine Lücke im Schalker Finanzloch schließen.

Auch wenn den Schalkern von Münchner Seite angeblich zumindest bis zu sieben Millionen Euro an Sonderzahlungen winken. 241095(ZUR DIASHOW: Bayerns Planspiele)

Doch diese Rechnung ist offenbar nicht nach dem Geschmack von Fleischfabrikant Tönnies: "Auch wenn wir für Neuer vielleicht bald einige Millionen bekommen, lassen wir uns nicht melken", drohte er Hannover und Lautern schon einmal.

Vergleich mit Gomez-Transfer

Heldt erinnerte am Montagabend vor den TV-Kameras nochmals an die Möglichkeit, den Neuer-Transfer platzen zu lassen beziehungsweise um ein Jahr zu verschieben.

"Ich habe das alles schon einmal mitgemacht mit Mario Gomez. Damals haben wir das Angebot der Bayern ausgeschlagen. Und Mario hat dann eine erstklassige Saison gespielt", erinnert sich Heldt an seine Zeit als Stuttgarter Manager.

Doch Heldts Vergleich hinkt gewaltig. Für Gomez kassierte der VfB Stuttgart 2009 35 Millionen Euro vom FC Bayern. Im Falle Neuer würde der S04 im nächsten Sommer leer ausgehen.

Heldt optimistisch

Heldt fühlt sich aber auch für den wahrscheinlicheren Fall eines sofortigen Neuer-Abgangs gewappnet.

"Im Fußball ist alles möglich. Für den Fall, dass wir Neuer an die Bayern abgeben werden, werden wir auch in der nächsten Saison einen guten Torwart bei uns haben", ist sich der frühere Bundesligaspieler sicher.

Neben Zieler und Trapp sind auch noch Frankfurt-Keeper Ralf Fährmann und der niederländische Nationalkeeper Maarten Stekelenburg im Gespräch.

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